Haus der Namen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die uralte Geschichte der Orestie von Aischylos neu erzählt.
Agamemnon, der oberste Heerführer der Griechen, gibt der Forderung seiner Soldaten nach - er muss ein Opfer darbringen, damit die Götter endlich günstigen Wind bringen für den Aufbruch in den Krieg. So wird Iphigenie, die ältere Tochter Agamemnons getötet. Die Mutter Klytaimnestra und der kleine Bruder Orest werden Zeuge der Tat und dauerhaft traumatisiert. Nach der Rückkehr Agamemnons wird er von seiner Frau aus Rachsucht getötet. Im Palast nimmt eine ursprünglich gefangene Geisel, Aigisthos, bald den Platz Agamemnons ein; Klytaimnestra wird mehr und mehr von ihm abhängig, sie lassen Orest entführen und jahrelang gefangen halten. Doch irgendwann gelingt Orest die Flucht, das Drama weitet sich aus; Orest tötet seine Mutter. - Das Grundgerüst der alten griechischen Sage bleibt bestehen. Der selten blutrünstige Mythos wird gekonnt neu interpretiert. Der Autor lässt Klytaimnestra und Elektra in diesem Familiendrama selbst erzählen, die Geschichte von Orest wird geschildert. Das stellt ihn in eine größere Distanz zum Geschehen als es bei Mutter und Schwester der Fall ist. Der Autor hat sich nicht zum ersten Mal der Neuinterpretierung eines alten Stoffes angenommen. Beeindruckend ist die eindringliche, oft poetische Sprache. Trotz der gewaltvollen Abläufe ist immer eine Zurückhaltung in den Schilderungen erkennbar. Eine ganz und gar ungewöhnliche Erzählung, die auch für literarisch eher ungeübte Leser unangestrengt lesbar ist. Bestens empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Fesselnd, brutal und gegenwärtig: der neue Roman von Colm Toibin erzählt ein antikes Drama neuWieder vermag es Colm Tóibín meisterhaft einen klassischen Stoff völlig neu zu erzählen: Im geheimnisvollen Haus der Namen findet Orestes Zuflucht vor dem neuen Mann seiner Mutter. Diese hat nach der Opferung ihrer Tochter ihren Ehemann ermordet. Deswegen wird sie nun von ihrem Sohn Orestes und seiner Schwester Elektra angefeindet. Es beginnt ein blutiges Rachespiel zwischen Mutter, Tochter und zurückgekehrtem Sohn. Immer tiefer gerät Orestes zwischen die Fronten. Und dann ist da noch seine Liebe zu Leandros, die ihn vor eine Zerreißprobe stellt. "Grausam und quälend glaubhaft" (The Guardian) zeichnet Tóibín das Porträt einer zerrissenen Familie und einer entgleisenden Mutter-Tochter-Beziehung.

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