Die Wunden unserer Brüder

Roman
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Buchprofile - Rezension
Historisch-biografischer Roman über den Prozess und die Hinrichtung eines algerisch-französischen Widerstandskämpfers.
Fernand Iveton, ein 30-jähriger Algerien-Franzose, Kommunist und Mitglied der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN, deponiert am 14. November 1956 eine Bombe in einem verlassenen Gebäude einer Gasfabrik in Algier. Er will bewusst keine Opfer riskieren. Noch vor der Detonation der Bombe wird er verhaftet und in unmenschlicher Weise gefoltert. Es kommt zum Prozess vor einem Militärgericht, an dessen Ende zwangsläufig die Todesstrafe steht, denn es soll ein Exempel statuiert werden. In harten Schnitten wird das Geschehen vorangetrieben, wie Iveton grausam gefoltert wird, die vergeblichen Versuche seiner Anwälte sein Leben zu retten, schließlich die Ablehnung eines Gnadengesuchs durch den französischen Präsidenten und verschiedene Aktionen der FLN. Erschütternd auch die verzweifelten Versuche seiner Frau HélOne, Einfluss zu nehmen. In dramaturgisch höchst effektvoller Weise kontrastieren mit der Darstellung dieses politischen Prozesses die rückblickend eingeschobenen, fast romantischen Passagen, die die glücklichen Jahre ihrer sich entfaltenden Liebe und Ehe beschreiben. Der auch mit einigen authentischen Quellen operierende, glänzend geschriebene Roman des 1984 geboren französischen Schriftstellers hält sich eng an die historischen Tatsachen und kann deshalb beinahe als historisches Dokument angesehen werden. Für historisch interessierte Leser sehr zu empfehlen (Übers.: Claudia Hamm)
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Artikelbeschreibung

Fernand Iveton ist dreißig, als er im November 1956 für die algerische Unabhängigkeitsbewegung in einem verlassenen Gebäude eine Bombe legt. Der Algerienfranzose will ein Zeichen setzen, ohne Opfer zu riskieren. Doch Iveton wird verraten und noch vor der Detonation verhaftet. Nach tagelanger Folter verurteilt ein Militärgericht in Algier ihn zum Tode, und unter Mitterrand, dem damaligen Justizminister Frankreichs, wird er am 11. Februar 1957 hingerichtet. Ein Franzose auf Seiten der Algerier ist nicht tragbar. Joseph Andras erzählt diese wahre, ungeheuerliche Geschichte in all ihrer Aktualität. Sein gefeiertes Debüt ist ein literarisches Kunststück, "kurz und dicht birgt es eine unerhörte Kraft." (Le Monde)

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Personeninformation

Joseph Andras wurde 1984 geboren und lebt in der Normandie. Die Auszeichnung mit dem Prix Goncourt für das beste Romandebüt 2016 für Die Wunden unserer Brüder (Hanser, 2017) lehnte er aus Kritik am Konkurrenzgedanken ab. Bei Hanser erschien zuletzt Kanaky (Auf den Spuren von Alphonse Dianou, 2021). Joseph Andras schreibt regelmäßig für die Tageszeitung L'Humanité. Die Wunden unserer Brüder wurde von Hélier Cisterne für das Kino verfilmt. Claudia Hamm ist Autorin, Theatermacherin und Übersetzerin von u.a. Emmanuel Carrère, Édouard Levé, Mathias Énard, Nathalie Quintane, Joseph Ponthus und Joseph Andras. Sie ist Herausgeberin des Akzente-Doppelhefts Automatensprache (Hanser, 2024).

Pressestimmen

"Einprägsam, doch ohne jede Rührseligkeit" Peter Burri, Basler Zeitung, 28.11.17 "Unbedingt lesen!" Anja Weigmann, Nürnberger Nachrichten, 11.10.17 "Ein schmales Buch mit großer Wucht." Matthias Zimmermann, Augsburger Allgemeine, 07.10.17 "Der Algerienkrieg ist mit Joseph Andras´ Roman über die Verhaftung und Hinrichtung Fernand Ivetons in der Literatur angekommen ... Claudia Hamm hat diesen gekonnt übersetzt und mit einem nützlichen historischen Glossar versehen." Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung, 28.09.17 "Aus dem Nichts tritt ein Debütant mit einem fulminanten Debüt hervor. ... Das Ganze ist so packend und meisterhaft erzählt und komponiert, dass man kaum an einen Erstling glauben mag." Jürgen Ritte, Neue Zürcher Zeitung, 23.09.17 "Ein atemberaubendes Kammerstück" Cornelia Zetzsche, Bayern 2, 17.09.17 "Ein kurzes Kapitel aus der französischen Kolonialherrschaft in Algerien ... das in der Strenge der Erzählung unter die Haut geht." Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau, 24.08.17 " 'Die Wunden unserer Brüder" ist nicht nur ein politisch wichtiges Buch, sondern auch sehr feine Literatur ... Ein kleines, wichtiges, starkes Buch." Dina Netz, DLF Kultur, 22.07.17 "Es ist ein Buch, das kann man dem deutschen Leser noch mit auf den Weg geben, über ein hierzulande immer noch wenig bekanntes Kapitel französischer Nachkriegsgeschichte - sehr lesenswert." Jochen Kürten, Deutsche Welle, 24.07.17
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Bewertungen

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