Die Freiheit der Emma Herwegh

Roman
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Buchprofile - Rezension
Das Leben der Frau des Dichters Georg Herwegh als Roman.
Emma Herwegh wächst als Tochter eines reichen Berliner Tuchfabrikanten auf. Mit 25, als sie schon nicht mehr als jung gilt, lernt sie den Dichter Georg Herwegh kennen, der durch seine "Lieder eines Lebendigen" Berühmtheit erlangt hat, und verliebt sich in ihn. Mit ihm glaubt die politisch Interessierte ihre Vorstellung eines Lebens verwirklichen zu können, in dem sie nicht nur Mutter und Hausfrau ist. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass Georg die revolutionären Ideen der Zeit, die auch Familie und Ehe betreffen, ganz zu seinem Vorteil auslegt. Er beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit der Frau seines Freundes Alexander Herzen. Um Georg nicht zu verlieren, fungiert Emma als heimliche Mitwisserin dieser Beziehung und überbringt die Liebesbriefe der beiden, obwohl sie dabei sehr leidet. Emma unterstützt Georg auch bei seinen aussichtslos erscheinenden politischen Aktivitäten und rettet ihn während eines Kampfes aus einer lebensgefährlichen Situation, was beiden großen Spott der Zeitgenossen einbringt. Trotz aller Widrigkeiten und auch trotz der Zurückweisung, die sie von ihrem Mann erfährt, hält Emma zeitlebens an Georg als ihrer großen Liebe fest. - Der Autor lässt die Handlung auf verschiedenen Zeitebenen spielen und bringt dem Leser so ein Bild einer für ihre Zeit ungewöhnlichen Frau, sowohl in politischer wie auch in privater Hinsicht, näher. Ein anspruchsvolles, empfehlenswertes Buch.
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Artikelbeschreibung

Alles, was Emma tut, tut sie ganz. Ihre Heirat mit dem revolutionären Dichter Georg Herwegh ist ein Skandal. Sie, die Tochter aus gutem Hause, geht ins Paris von Marx und Heine. Sie reiht sich 1848 als einzige Frau in den bewaffneten Trupp, der die Revolution von Frankreich in die Heimat tragen soll. Doch als Herwegh sich unsterblich in Natalie verliebt, die Frau seines Genossen Alexander Herzen, wird das Programm der freien Liebe zu einem Kampf um Treue und Verrat. Packend, aus größter Nähe erzählt Dirk Kurbjuweit von einer Frau, die sich den Vorurteilen ihrer Zeit nicht beugt. Er macht uns Emma zu unserer Zeitgenossin, eine Frau, die beides will, die ganze Freiheit und das ganz persönliche Glück.

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Personeninformation

Dirk Kurbjuweit, 1962 in Wiesbaden geboren, war von 1990 bis 1999 Redakteur bei der ZEIT, dann beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel als Reporter, stellvertretender Leiter des Hauptstadtbüros, politischer und heute stellvertretender Chefredakteur. Wichtigste Preise: Egon-Erwin-Kisch-Preis (1998 und 2002), Medienpreis des Deutschen Bundestags (2009), Roman-Herzog-Medienpreis (2011), Deutscher Reporterpreis (2012). Mehrere seiner Romane wurden fürs Kino verfilmt und für die Bühne dramatisiert. Bei Hanser zuletzt erschienen: Alternativlos (Merkel, die Deutschen und das Ende der Politik, 2014) und Die Freiheit der Emma Herwegh (Roman, 2017).

Pressestimmen

"Man wird Emma Herwegh nach der Lektüre nicht so schnell vergessen. Kurbjuweits Roman steht einerseits auf einem sicheren historischen Fundament, was andererseits die Voraussetzung ist, die nach ihrem Glück, aber auch nach Veränderung, Mitsprache, Emanzipation strebende Emma so zu schildern, wie Kurbjuweit es einfühlsam und anrührend tut: als eigensinnige, dem 19. Jahrhundert entwachsene Frau." Cord Aschenbrenner, Neue Zürcher Zeitung, 12.08.17 "Dirk Kurbjuweit findet für seinen Roman einen schönen und leicht lesbaren Ton, der sich zwar im 19. Jahrhundert verortet, doch zugleich schnörkellos und modern klingt. So stehen längere, ausführende Sätze neben kurzen Situationsbeschreibungen, die eher an Schlagzeilen erinnern. Und schon während der Lektüre wird klar, dass man im Grunde genommen gerade drei Bücher liest: eine Biografie, ein Geschichtsbuch und ein Ehedrama. Was will man mehr?" Bettina Baltschev, MDR Kultur, 27.06.17 "Kurbjuweit gelingt ein schönes, packendes Bild dieser beherzten Frau (...) eine souverän entworfene, suggestive Erzählung, das Eindrucksvollste, was man über sie und ihre Welt lesen kann." Klaus Bellin, neues deutschland, 10.05.17 "... toll recherchiert und wunderbar erzählt." Michael Luisier, SRF 2 Kultur "Kontext", 10.05.17 "Unterhaltsam und lehrreich. (...) Kurbjuweit entwirft Emma als unbedingte Person und als eine, die ihrer Zeit weit voraus ist, eher der Logik heutiger Radionalität verhaftet ist." Judith Heitkamp, Bayern 2 "Diwan", 23.05.17 "Emma Herwegh ist eine Figur, die - wie man im Kino sagt - larger than life ist. (...) Dirk Kurbjuweit hat ihr mit diesem Roman ein Denkmal gesetzt." Antje Deistler, Deutschlandfunk "Büchermarkt", 30.05.17 "Der rundum gelungene historische Roman Dirk Kurbjuweits, der sich als tragischer Frauenroman ebenso lesen lässt wie als historischer Roman über das Scheitern der 1848er Revolution, hat aber noch eine weitere Dimension: Er reflektiert auch die Widersprüche der 68-Generation zwischen öffentlichem Engagement für die Emanzipation und privatem Festhalten am Patriarchat." Ronald Schneider, Rheinische Post Online, 27.03.17 "Dirk Kurbjuweits erster historischer Roman beweist, dass sich journalistisches und literarisches Schreiben keineswegs im Weg stehen. Im Gegenteil: Bis in die Dramaturgie, die Verschränkung dreier Zeitebenen, die gezielte Auswahl von Figuren und historischen Situationen hinein profitiert sein Buch vom fokussierenden Arbeiten des Essayisten und des Leitartiklers. (...) Ein erhellender, ein interessanter Roman. Er ist es vor allem durch seine Aktualitätsbezüge." Ursula März, Die Zeit, 16.03.17 "Kurbjuweits Roman ist packend und liest sich streckenweise wie eine süffige Kolportage. Er schreibt ein Liebesdrama in mehreren Akten, bei dem auch eine voyeuristische Öffentlichkeit nicht unbeteiligt bleibt." Jörg Magenau, Süddeutsche Zeitung, 21.02.17 "Die Struktur des Romans finde ich bravourös. (...) Ein Buch, das in Bann schlägt und Wissen lebendig macht." Denis Scheck, SWR "lesenswert", 26.01.17 "Ein amüsanter Text mit eindrucksvollen Figuren. (...) Dieser Roman hat Musik: Es gibt Gedichte, harte Worte, weiche Herzen, zwischendurch ein paar Sätze Französisch, zahllose subtile Verwicklungen, viele berühmte Namen, viele Anspielungen." SWR 2, Forum Buch, 05.02.17
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