Anweisungen für eine Himmelsbestattung

Ausgewählte Gedichte. Englisch-Deutsch
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Buchprofile - Rezension
Eine Anthologie neuer Gedichte eines der wichtigsten zeitgenössischen Schriftsteller englischer Sprache.
John Burnside, einer der derzeit vielleicht bedeutendsten englischsprachigen Dichter, hat einmal gesagt, "das, was alle seine Gedichte eint, ist die Suche nach 'Home'." Leicht ist es nicht, sich in die oft mehrere Seiten umfassenden Gedichte von Burnside einzufinden. Mal erzählt er ganz einfach eine 'Story', mal glaubt man, dem Dichter bei einer Selbstbefragung, einer 'weltlichen' Beichte zuzuhören. Dann wieder malt er mit Wörtern große, weitflächige Naturlandschaften oder zeichnet kleine Insekten nach. Burnside ist auch ein großer Kämpfertyp (s. seine grandiose, mitreißende Vater-Sohn-Geschichte "Lügen über meinen Vater", BP/mp 11/863) und man spürt das auch in seinen Gedichten. Seine Verse kommen nicht leicht und zart daher, sondern da ist immer Arbeit spürbar, beste lyrische Kunst eines Worthandwerkers. "An der Hand mit der Klinge sieht man/ kaum eine Zuckung,/ er (der Fleischer, Anm.) führt sie aber so sachte/ nach unten, es ist wie eine Blume, die aufgeht.// Doch die Kinder kommen, um ihn singen zu hören,/ diese Stimme so sanft wie Flüstern". Grandios wie Burnside das zeitweise Verschwinden seiner kleinen Schwester aus der Wahrnehmung der Familie beschreibt. Kein Ereignis, das man eigentlich mit einem Gedicht in Erinnerung ruft, aber Burnside schafft es gleichzeitig, die Brüchigkeit eines ganzen Familiensystems mit wenigen Worten zu zeichnen. Burnside will immer nach 'Home', in die Vertrautheit eines Zuhause. Er weiß, dass es diese Heimat nicht mehr gibt. Aber er kämpft trotzdem. Und als Leser spürt man das auch, Vers für Vers. (Übers.: Iain Galbraith)
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Artikelbeschreibung

John Burnside ist ein Meister des unscheinbaren Augenblicks, in dem sich das abgründige Wesen der Dinge offenbart. Ob es die verstörende Betrachtung der Leiche eines Kojoten am Wegrand ist oder der Besuch des Berliner Spiegelkabinetts mit seinem Sohn, in dem das Ich plötzlich als schwindende, groteske Figur erscheint. Aber dann kann es auch sein, dass ein fliehender Hase, der über die großen Felder wegflitzt, den Dichter "sprachlos lässt, offen für Neues". Burnside weiß: Was uns von den Dingen trennt, ist auch jenes "Leben, das niemals uns allein gehört, / das uns einschließt, bis alles / Chor ist".

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