Das Ende ist nah

Roman | »Seine Haut kann er nicht retten, aber eine Hoffnung und seine Geschichte.« Julia Franck
25,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Aus dem Herzen der Gewalt: Amir Gudarzis autobiografisch geprägter Migrationsroman über Widerstand im Iran und Asyl in Österreich.
Amir Gudarzi kam 2009 aus dem Iran als politischer Flüchtling nach Österreich. Im Iran hatte er an der einzigen Theaterschule studiert. Und jetzt muss sich der junge aufstrebende Intellektuelle als politisch Asylsuchender in einem Land der Europäischen Union bewähren. Von diesen extrem widersprüchlichen Erfahrungen erzählt Gudarzis Roman. Immer wieder kehren die Erinnerungen der Erzählerfigur A. nach Teheran zurück. Dort hatte er als Regieassistent eine Fernsehserie für das Regime geschrieben, in der es um eine Fälschung des Korans ging. Bis man ihm auf die Schliche kam. In Österreich muss sich A. durchschlagen. Er nimmt Nebenjobs an, erlebt soziale Kälte, Hunger, Diskriminierung – und eine tragische Liebesgeschichte mit seiner Freundin, er trifft auf Helfer und Kontrolleure. Der Roman erschließt auf markante Weise das Milieu von Migranten und Asylsuchenden in Europa. Frei von Reportagestil und Dokumentarismus wird davon erzählt, wie es ist, sich gegen das Regime der Mullahs zu erheben, und was mit diesen Erinnerungen im Aufnahmeland passiert. Die Tränenspur der Repressionen hält für A. auch im Ankunftsland an. Nur seine Schmerzerinnerungen kann er nicht retten, wohl aber seine Geschichte. - Ein eindringlicher Roman über Flucht, Widerstand und Erinnerung, brillant erzählt. Sehr empfehlenswert.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Ein seltener Einblick in das, was Menschen auf sich nehmen, wenn sie flüchten.

Ein bedeutender Roman über Fremdheit und Außenseitertum, über Mut, die Macht der Sprache, Liebe. Und ein kostbares, tiefbewegendes literarisches Dokument.

Während der Proteste im Iran 2009 ist der ehemalige Student A. gezwungen, sein Land zu verlassen. Die Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend voller Gewalt nimmt er mit. Aus einem Künstler wird ein Flüchtling in Österreich, der offen und heimlich verachtet wird und in Lagern und Heimen nicht nur Einsamkeit und Verzweiflung, sondern auch Hunger und Demütigung ertragen muss. In Wien trifft er auf Sarah, die sich Hals über Kopf in ihn verliebt. A., der sich nicht öffnen kann, ist für sie Studienobjekt und Halt zugleich, obwohl er selber Halt sucht.

Eindringlich und mit großer literarischer Kraft erzählt Amir Gudarzi vom Durchhaltewillen eines Menschen nach der Flucht.

»Amir Gudarzis Roman zielt ins Herz der Gewalt, der unsichtbaren und unhörbaren, der gleißenden wie der rohen. Es sind die Worte eines jungen Mannes, der aus Teheran und vor seiner Muttersprache flieht, der den Schmerz der erlittenen Repressionen nicht loswird. Seine Haut kann er nicht retten, aber eine Hoffnung und seine Geschichte.«
Julia Franck

Produktsicherheit

Hersteller: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Anschrift: Tumblingerstraße 21
DE-80337 München
Kontakt: produktsicherheit@dtv.de

Personeninformation

Amir Gudarzi, 1986 in Teheran geboren, ging auf die damals einzige Theaterschule im Iran und studierte danach Szenisches Schreiben. Seit 2009 lebt er in Wien, wo er als vielfach ausgezeichneter (inzwischen) österreichischer Dramatiker und Autor arbeitet. 2021 war er Stipendiat im Literarischen Colloquium in Berlin und erhielt den Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, 2022 wurden ihm der Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker*innen und der Christian-Dietrich-Grabbe-Preis verliehen, in der Spielzeit 2023/24 war er Hausautor am Nationaltheater Mannheim. 'Das Ende ist nah', ausgezeichnet mit dem Hermann-Hesse-Förderpreis, ist sein erster Roman.

Pressestimmen

Eine bemerkenswerte Geschichte des Ankommens nach einer Flucht. (...) Als Leser möchte man an den Umständen schier verzweifeln, die Europa Schutzsuchenden schon 2009 zugemutet hat (...). Gudarzis Ton - und das macht seine Schilderungen so wahrhaftig und anrührend - ist oft traurig, aber nie anklagend. Moritz Baumstieger Süddeutsche Zeitung 20230829

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.