Die kleinste größte Welt

Roman | Zwei Hebammen, ein kleines Mädchen und ein ostfriesisches Dorf im Strudel der Zeit. Über die großen Themen im Leben einer Frau. Sinnlich, nachdenklich, atmosphärisch
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Buchprofile - Rezension
Zeitreise in die ländliche Gegend Ostfrieslands der 1960er Jahre.
Das Dorf, die weiteren Orte der Umgebung werden nicht genauer benannt. Auch die nächste Kleinstadt wird nur mit „L“ bezeichnet. Auf alle Fälle spielt sich das Geschehen in der Nähe zu den Niederlanden ab, die Grenze ist nicht weit. Die knapp achtzehnjährige Wiebke wird Mutter eines Mädchens, Gerda. Diese beiden und die örtliche Dorfhebamme Geeske sind die Hauptpersonen dieser Geschichte. Gerda war nicht geplant; geheiratet wurde grade noch rechtzeitig vor der Geburt. Der Vater, Dieter, ein Sohn des örtlichen Malermeisters, hätte gerne einen Sohn wegen der Nachfolge des Betriebes gehabt. Wiebke und Dieter müssen meistens arbeiten und so wächst Gerda bei den Großeltern auf. Und da hätte sie es schlechter treffen können. Sie wird liebevoll betreut und im Laufe der Jahre mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut gemacht. In dem Dorf passiert nichts Besonderes; es sind die alltäglichen, seit jeher eingespielten Abläufe im Wandel der Jahreszeiten. Die Hebamme kennt die meisten Einwohner, weiß um ihre Besonderheiten, Gebrechen, seelischen und körperlichen Nöte. Mit ihrer Kollegin in einem anderen Dorf tauscht sie sich regelmäßig aus, sei es durch Briefe oder bei gelegentlichen Besuchen. Der Wandel der Zeit geht auch an Ostfriesland nicht vorüber und bringt mannigfache Umstellungen mit sich; Neues kommt, Altes geht. – All die Geschehnisse werden im langsamen, behäbigen Erzähltempo geschildert. Es werden durchaus auch heikle Themen, gerade für die ländliche Gegend, thematisiert, wie Homosexualität, künstliche Befruchtung. Angerissen werden auch Themen wie die Größe der Milchbauern mit immer mehr Kühen. Politik wird zumeist außen vor gelassen. Dieser kleine Roman beinhaltet eine einfühlsame Erzählung mit großer Authentizität und sollte größtenteils gut ankommen.
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Artikelbeschreibung

Zwei Hebammen, ein kleines Mädchen und ein ostfriesisches Dorf im Strudel der Zeit

Ein ungewöhnlicher, auch ungewöhnlich schön erzählter Roman einer Kindheit und eines ostfriesischen Dorfes während der Umbrüche in den 1960er Jahren

Dort, wo es rau und windig ist, manchmal eisig kalt, und wo ein großer Himmel alles überwölbt, wird 1959 Greta geboren. Nicht in einer Klinik - der Weg ist zu weit -, sondern mit Hilfe der Dorfhebamme in dem Landarbeiterhäuschen ihrer Großeltern. In diesem Landstrich an der Grenze zu den Niederlanden wächst das Mädchen auf, eingefügt in das Dasein ihrer Vorfahren, und doch gibt es Veränderungen - langsam, aber stetig schreiten sie voran. Straßen werden geteert, Fernseher und Wäscheschleuder halten Einzug, man schafft sich ein Moped und schließlich ein Auto an, ja insbesondere das Leben der Frauen ändert sich: Geburten, Mutterschaft, Familie, alles unterliegt dem Wandel. Anschaulich und atmosphärisch dicht zeigt Katrin de Vries: Die kleine Welt eines ostfriesischen Dorfes war eine große.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit, die deutlich macht, dass Veränderungen für beides stehen: Fortschritt und Verlust

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Personeninformation

Katrin de Vries, geboren 1959, lebt als Schriftstellerin und Gärtnerin in Ostfriesland. 2022 veröffentlichte sie zusammen mit Anke Feuchtenberger die Bildgeschichten-Serie 'Die Hure H', 2024 erschien ihr literarisches Garten- und Erinnerungsbuch 'Ein Garten offenbart sich. Erzählung von einem anderen Leben', das auf der Shortlist für den Evangelischen Buchpreis 2025 stand. 'Die kleinste größte Welt' ist ihr erster Roman.

Pressestimmen

Eine berührende und atmosphärische Zeitreise. Für Sie 20260603
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