Zwei, drei blaue Augen

Roman | »Eine große, ungewöhnlich erzählte und gelegentlich wilde Meditation über die Freiheit« BR Kultur
24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Autobiografischer Roman über erfolgreich gelebte Freiheitssehnsucht.
Victor alias Tassilo (*1968) wächst allein mit seiner parteitreuen Mutter, Journalistin beim DDR-Rundfunk, in Rostock auf. Schon früh in Kindergarten und Schule entwickelt er, auch in Oppositionshaltung zu Mutter und Oma, eine ausdrückliche Freiheitssehnsucht, die er sich einzig vom erfolgreich betriebenen Leistungssport beschneiden lässt. Geistige Nahrung erhält er in der evangelisch geprägten Friedensbewegung, ersten Erfahrungen in der Schauspielerei sowie bei vielen, meist unerlaubten Reisen nach Berlin und ins befreundete Ausland. Die staatliche Tabuisierung seiner gelebten Homosexualität trägt ein Übriges zur Distanzierung bei. Unterstützt von einem westdeutschen Freundeskreis entwickelt und verfestigen sich seine Ausreisewünsche, die 1986 Realisierung finden. In der Zeit bis "begleitet" ihn seit 1984 die Staatssicherheit engmaschig, teilweise auf Bitten und mit Unterstützung der Mutter. Kurze Zeit nach der Ausreise wird eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert, OP und Chemo verlaufen erfolgreich, Lebens- und Freiheitswillen sind nachfolgend entscheidende Genesungstreiber. Die deutsche Wiedervereinigung und der Erfolg beim ersten Bühnenstück bringen dann auch eine Versöhnung mit der Mutter. – Der bekannte Schauspieler präsentiert in seinem Erstlingswerk eine stark dokumentarische Autobiografie mit im letzten Teil erzählerischen Stärken. Die ersten 350 Seiten sind gespickt mit Zeitzeugnissen zum Leben als DDR-Jugendlicher, der Relevanz von Texten in Literatur und Musik "aus dem Westen", seiner Sexualität und Dokumenten der Staatssicherheit, in die Schefé eigentlich "nicht reingucken" möchte. – Als erinnerndes Zeugnis für die Kleinteiligkeit der Überwachung in der DDR und für die menschliche Freiheitsliebe gegen viele Widerstände empfohlen.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Aus diesem Leben konnte nur ein Roman werden, aber ein Roman wie kein zweiter: voller unbändiger Energie und leuchtender Lebensgier

»Ich bin hellauf begeistert. Poetisch und ganz direkt, wirklich großartig!« Ulrich Matthes

Ein Mensch, vielleicht am falschen Ort geboren, macht sich auf, frei und unabhängig zu sein: Tassilo, jung und verliebt in Musik und Männer, will raus aus der Rostocker Platte und rein in die Freiheit West-Berlins. Schwankend zwischen Verzweiflung und Euphorie plant er seinen Ausbruch. Denn auch Zuhause scheint er nicht mehr sicher zu sein: »Mutter sagt, sie wird alles dafür tun, dass mein Vorhaben nie aufgeht. Ihre Kriegserklärung ist klipp und klar - nicht nur als Mutter, auch als Genossin.« Es gleicht einem Wunder, doch 1986, mit gerade einmal neunzehn Jahren, kommt dieser Suchende und Strauchelnde mit den blauen Augen am Bahnhof Zoo an. Drei Jahre später fällt die Mauer und er macht eine Entdeckung, die sein ganzes Leben verändert ...
Aus Briefen, Tagebucheinträgen, Kindheitserinnerungen und Stasi-Akten formt Victor Schefé einen Roman, der vor Energie leuchtet.


»Victor Schefé erzählt atemlos, hinreißend, selbstironisch. Man liest immer weiter und freut und wundert sich über den Scharfblick auf das Absurde im Leben.« Helga Schubert

»Muss man lesen. Ja, eine Ost-West-Geschichte. Und nein, ganz anders. Es geht um Wieseriesen und Geizkrägen, Fame, Stasi und gute Musik, um zarte Liebe und harte Ohrenschmerzen. Ich bin begeistert!« Annette Frier

»Hochenergetisch und packend: Dieser Roman ist eine echte literarische Bereicherung, ein Vergnügen!« Kristof Magnusson


Produktsicherheit

Hersteller: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Anschrift: Tumblingerstraße 21
DE-80337 München
Kontakt: produktsicherheit@dtv.de

Personeninformation

Victor Schefé, 1967 in der DDR geboren, ist 1986 nach West-Berlin ausgereist. Start als Schauspieler an Berliner Off-Theatern, wenig später Hauptrollen am Schauspielhaus Wien. Danach in über achtzig Film- und TV-Produktionen von 'Tatort' bis 'Bewegte Männer', ab 2010 auch international, in 'Bridge of Spies' unter der Regie von Steven Spielberg, im James-Bond-Film 'Spectre' und in drei Staffeln 'Borgia'. Regisseur und Produzent von 'B. i. N. - Berlin im November'. Mitglied der Deutschen Filmakademie und Unterzeichner der Initiative #actout. 'Zwei, drei blaue Augen' ist sein Romandebüt.

Pressestimmen

Dicht und wütend, schnoddrig und sensibel. Marko Martin Welt am Sonntag 20260103

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.