Die Deutschen in der Welt

Siedler, Händler, Philosophen: Eine globale Geschichte vom Mittelalter bis heute
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Buchprofile - Rezension
Deutsche Geschichte aus globaler Perspektive.
In der Einleitung zu seinem beeindruckenden Buch wirft der britische Historiker die Frage auf: "Was ist neu und anders daran, wenn man die deutsche Geschichte durch eine globale Brille betrachtet?" und gibt in seinen nachfolgenden Ausführungen auf zahlreiche Quellen gestützte und flüssig geschriebene überzeugende Antworten. Seine Argumentation beginnt er um das Jahr 1500, das für ihn eine völlig neue Zeit einläutete, die auf beinahe allen Ebenen des gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens gewaltige Neuerungen und Umbrüche hervorbrachte. Dabei sieht er Deutschland und die Deutschen nicht als isoliertes Volk und Gebiet, sondern als Teil eines globalen dynamischen Prozesses, in dem Menschen, Ideen und Waren im Mittelpunkt standen und stehen. Diesen Ansatz verfolgt er in seinen gesamten Ausführungen, sei es z.B. bei der Entdeckung, Erschließung und Besiedlung neuer Kontinente bzw. Gebiete, beim revolutionären Entstehen politischer wie gesellschaftlicher Systeme, in bahnbrechenden Entwicklungen im Bereich der Mobilität oder bei kulturellen Schöpfungen – alles Leistungen, die weltweit Resonanz fanden. Doch der Autor beleuchtet nicht nur die zahlreichen positiven Einflüsse (u.a. in Literatur und Musik, in Forschung und Technologie), sondern auch die negativen Maßnahmen – z.B. Beteiligung an der Sklaverei, Völkermord an den Herero und Nama, die beiden Weltkriege und an vorderster Stelle das mörderische Vorgehen des NS-Regimes gegen die jüdische Bevölkerung. Anschaulich und realistisch schildert Blackbourn, wie diejenigen, denen die Flucht aus Nazi-Deutschland in die USA, nach Palästina oder in andere Länder gelang, in ihrer neuen Heimat das gesellschaftliche Zusammenleben, Wissenschaft, Kunst und Kultur prägten, wie auch schon die frühen Auswanderer. – Insgesamt gestaltet der Autor ein facettenreiches Bild unterschiedlichster Menschen, die auf verschiedene Weise einen großen Beitrag zur Verflechtung Deutschlands mit der Welt geleistet haben. Sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

Wie lebten Deutsche in Minnesota, in Südaustralien, in Liverpool oder im brasilianischen Rio Grande, wie prägten sie die dortige Kultur, zum Guten und zum Schlechten?

Wer deutsche Geschichte erzählt, bewegt sich zumeist in den Grenzen der Staatsnation, oder konzentriert sich auf die deutsche Gewaltherrschaft und Eroberungsgeschichte des 20. Jahrhundert mit ihren Folgen bis heute. David Blackbourn beweist mit seinem augenöffnenden Buch, wie kurz diese Perspektive greift. Er wählt einen globalen Ansatz und zeigt, wie seit rund fünfhundert Jahren Menschen, Güter, Erfahrungen und neue Ideen aus Deutschland in vielfältiger Weise mit der ganzen Welt verbunden waren. Blackbourn blickt nach Amerika und Asien, nach Afrika und ins restliche Europa, er erzählt Geschichten von Händlern und Missionarinnen, von Siedlern und Wissenschaftlerinnen, Entdeckern, Denkern und Söldnern. Ein überraschender, grandios erzählter neuer Blick auf Deutschland, der zeigt, dass man nicht nur eine Weltgeschichte der Spanier, der Franzosen oder der Engländer schreiben kann - sondern auch eine faszinierende deutsche Geschichte aus globaler Sicht. Mit zahlreichen Abbildungen

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Pressestimmen

»Eine profunde Grundlage für die immer wieder aufflammende Diskussion über deutsche Identität, weswegen jeder, der sich an dieser Debatte beteiligen will, Blackbourns Buch zuvor in die Hand genommen haben sollte.« Herfried Münkler, Süddeutsche Zeitung
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