Marina

Vierfarbiges Bilderbuch
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Buchprofile - Rezension
Marinas Herkunft gibt der Familie Rätsel auf.
Zwei Brüder begegnen am Strand einem Mädchen, das sie mit nach Hause nehmen. Zunächst spricht sie nicht und die Brüder nennen sie Marina. Doch kaum, dass sie sich in der Familie eingelebt hat, fängt sie an zu erzählen: sie stamme aus dem Meer, ihre Eltern seien die Meerkönige und an ihrem Geburtstag dürfe sie shoppen gehen. Der ältere Bruder hat Zweifel an der Wahrhaftigkeit von Marinas Erzählungen. Was ist wahr, was ist gut erfunden, was trennt die Flunkerei von der groben Lüge? Diese Fragen werden von Marina verkörpert, dem geheimnisvollen Meerwesen, das auch einfach nur ein Straßenkind sein könnte. - Der Autor und Illustrator setzt seine Mittel gut ein, um in jeder Szene auf dem Grat der Tatsachen und der Fiktion zu wandeln. Wovon der jüngere Bruder erzählt, ist Marianas Version der Geschichte, aber auch der Ältere kommt mit seinen Zweifeln zu Wort. Die Bilder sind von frappierender Überzeugungskraft, ob sie die funktionalen Häuserzeilen oder aber eine zauberhafte Welt unter der Wasseroberfläche zeigen. Doch hält gerade dieser fast luftleere, hyperrealistische Bildraum eine Doppelbödigkeit bereit, die den Einbruch des Surrealen ins Reale geradezu provoziert. Somit spiegeln sich in den Haltungen des Brüderpaars auch die der Betrachter/-innen: zwischen Vertrauen und Zweifel lebt die Akzeptanz von Rätselhaftigkeiten.
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Artikelbeschreibung

Zwei Brüder finden ein fremdes Mädchen am Strand und nehmen sie mit nach Hause. Marina ist zunächst stumm wie ein Fisch, dann sprudelt es aus ihr heraus: Sie behauptet, eine Meerprinzessin zu sein, erzählt von Schlössern unter Wasser, Autos mit Flossen und unglaublichen Korallenriffs mit Achterbahn. Die beiden Jungen streiten, ob sie Marina glauben sollen oder ob alles nur ihrer blühenden Fantasie entspringt. Da wird es Marina zu bunt. Ein faszinierendes Bilderbuch des preisgekrönten Illustrators Nikolaus Heidelbach, das ungeahnte Tiefen und ein großes Geheimnis hat.

Produktsicherheit

Hersteller: Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG
Anschrift: Werderstr. 10
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Kontakt: service@beltz.de

Personeninformation

Nikolaus Heidelbach, geboren 1955, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften und lebt als freischaffender Künstler in Köln. Bei Beltz & Gelberg wurden viele seiner preisgekrönten Bilderbücher veröffentlicht, darunter »Königin Gisela«, das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschienen von Heidelbach, der laut Basler Zeitung »nicht mit Gold zu bezahlen ist«, das Bilderbuch »Alma und Oma im Museum« und »Marina«. 2000 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet. Aus der Begründung der Jury: »Wie kaum ein anderer hat er sich - vor allem in seinen eigenen Büchern - mit kindlichen Gefühlen, Wahrnehmungen und Erlebnissen auseinandergesetzt. Ihm gelingt es dabei, aus dem Blickwinkel der Erwachsenen Verhaltensweisen und Bedürfnisse von Kindern in Wort und Bild festzuhalten (...) Heidelbach hat eine sehr eigenständige Bildsprache entwickelt, in der sich Einflüsse aus der Kunstgeschichte etwa aus dem Surrealismus, den Werken von George Grosz oder Fernando Botero mit eigener Bildfindung verbinden.«

Pressestimmen

»In seiner gewohnt mehrdeutigen Bildsprache lässt Heidelbach die Betrachter am Zauber des Geheimnisvollen teilhaben und vermittelt, wie wichtig Würde ist - und wie falsch vorschnelle Urteile sind.« Stefan Hauck, Börsenblatt, 6/2022

»Ein Plädoyer für Fantasie, das kritisch Stellung bezieht und gleichzeitig Wege für freie Entscheidungen aufzeigt.« Karin Gruß, Süddeutsche Zeitung, 20.5.2022

»Ein Bilderbuch, dessen Irritation und Offenheit auf der erzählerischen und gestalterischen Ebene viel Raum lässt für das dialogische Gespräch mit Kindern...« Christine Tresch, Buch & Maus, 2.2022

»['Marina'] ist einfach und kompliziert zugleich, mehrdeutig und anspielungsreich, verwebt Themen der Zeit souverän miteinander, bewegt und lässt lange nicht los. Nikolaus Heidelbach bleibt auch mit diesem Buch eine wichtige, unbequeme Stimme in der Kinderliteratur.« Klaus Nowak, 1001 Buch, 3/2022
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