Augstein

Ein deutsches Leben
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Buchprofile - Rezension
Beeindruckende Biografie zweier Insider über das Leben des SPIEGEL-Herausgebers.
Biografien über Rudolf Augstein gibt es schon einige, doch die beiden Autoren beleuchten wie kaum zuvor die Vita eines der bedeutendsten deutschen Journalisten und Publizisten des 20. Jh., von seiner Kindheit bis zum Tod und in allen Lebensbereichen. Das konnten sie, weil sie Zugang zum sonst nicht zugänglichen Augstein-Archiv hatten. Hier arbeiteten sie sich mit viel Akribie und Sachkenntnis durch 1850 Aktenordner, davon allein 250 Ordner mit Augsteins Briefwechsel mit Politikern und Prominenten aus Deutschland und der Welt. Herausgekommen ist ein Buch, das Augstein vielschichtig als ebenso erfolg- wie einflussreichen Journalisten und Vater des „Sturmgewehrs der Demokratie“ – wie der Herausgeber den SPIEGEL oft nannte –, aber auch den privaten Menschen darstellt. So erfährt man, wie Augstein durch seine Jugend im Dritten Reich, seinen Einsatz an der Ostfront und das traumatische Erleben des Zusammenbruchs Deutschlands seine politischen Einstellungen gewann, die er bis zum Lebensende allen Widerständen zum Trotz beibehielt. Wie es ihm gelang, durch sein journalistisches Talent und viel Geschick, auch bei der Auswahl seiner Mitarbeiter, den SPIEGEL zu einem der weltweit wichtigsten politischen Magazine zu machen. Und wie er mit diesem mächtigen Instrument immensen politischen Einfluss ausübte. Die Autoren legen aber auch offen, mit welchem Ehrgeiz und zum Teil einem gehörigen Maß an Skrupellosigkeit Augstein seine Ziele verfolgte, wenn er interne und externe Gegner anging, und wie ein solches Leben nicht spurlos an seiner Gesundheit vorbeiging, bis zum Alkohol- und Tablettenmissbrauch in seiner letzten Lebensphase. So stellt das Buch einen Titanen des öffentlichen Lebens in Deutschland dar, aber auch einen getriebenen Menschen, der nie mit dem Erreichten zufrieden war. Doerry und Janssen zeichnen auch ein präzises Bild der deutschen Geschichte, v.a. der Nachkriegsgeschichte bis zum Ende des Jahrhunderts. – Für gesellschaftspolitisch Interessierte absolut lesenswert.
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Artikelbeschreibung

"Sagen, was ist" - der Mann, der den SPIEGEL erfand

Zum 80. Geburtstag des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL erscheint die große Biografie seines Gründers Rudolf Augstein, recherchiert aus bisher unbekannten Archivquellen. Zwei ehemalige SPIEGEL-Journalisten Martin Doerry und Hauke Janssen zeichnen ein kritisches Porträt ihres früheren Chefs.

Er gründete den SPIEGEL und war der wohl einflussreichste deutsche Publizist des 20. Jahrhunderts: Rudolf Augstein (1923-2002) kämpfte gegen den Muff der Adenauer-Jahre, gegen Klerikalismus und Korruption und galt seit der SPIEGEL-Affäre als Ikone der Pressefreiheit. Doch vor seinen großen Erfolgen als Journalist und Verleger, so zeigen die Autoren Martin Doerry und Hauke Janssen, hatte er einen weiten Weg zurückgelegt, vom Jung-Redakteur einer nationalsozialistischen Zeitung und traumatisierten Kriegsheimkehrer bis zum überzeugten Liberalen und streitbaren Anwalt der Demokratie. Augstein war ein von Ehrgeiz und Machtwillen Getriebener, der hartnäckig für seine Ziele focht - für den politischen Einfluss seines Magazins und seine eigenen Ambitionen mit der FDP und, vor allem, für einen selbstbewussten Auftritt des wiedervereinigten Deutschlands unter den Völkern Europas.

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Personeninformation

Martin Doerry, geb. 1955, ist promovierter Historiker und war von 1987 bis 2021 Redakteur beim SPIEGEL, zwischen 1998 und 2014 als stellvertretender Chefredakteur. Er ist Autor mehrerer Sachbücher, darunter der Bestseller "'Mein verwundetes Herz'. Das Leben der Lilli Jahn 1900 - 1944" (DVA).

Hauke Janssen, geb. 1958, ist promovierter Volkswirt und arbeitete von 1991 bis 2019 beim SPIEGEL, seit 1998 als Leiter der SPIEGEL-Dokumentation. Er veröffentlichte mehrere Studien zur Geschichte der Wirtschaftswissenschaften, darunter "Nationalökonomie und Nationalsozialismus" (Verlag Metropolis). Martin Doerry, geb. 1955, ist promovierter Historiker und war von 1987 bis 2021 Redakteur beim SPIEGEL, zwischen 1998 und 2014 als stellvertretender Chefredakteur. Er ist Autor mehrerer Sachbücher, darunter der Bestseller "'Mein verwundetes Herz'. Das Leben der Lilli Jahn 1900 - 1944" (DVA).

Hauke Janssen, geb. 1958, ist promovierter Volkswirt und arbeitete von 1991 bis 2019 beim SPIEGEL, seit 1998 als Leiter der SPIEGEL-Dokumentation. Er veröffentlichte mehrere Studien zur Geschichte der Wirtschaftswissenschaften, darunter "Nationalökonomie und Nationalsozialismus" (Verlag Metropolis).

Pressestimmen

"Ein gut 500-seitiges Werk, in dem Augsteins Leben und Wirken in einer nie da gewesenen Gründlichkeit erzählt wird … Auffallend ist die ungeschminkte, ja schonungslose Darstellung all der Prägungen und Widersprüche, die in der Nazi-Epoche ihren Urgrund haben. In ihnen spiegelt sich das ganze Land – bis heute. Augstein, ein deutsches Leben. Aber was für eines."
Neue Zürcher Zeitung, Reinhard Mohr

"Eine neue Biografie zeigt den 'Spiegel'-Gründer Rudolf Augstein als Chef, dem sein Magazin niemals genug sein konnte und blendet auch dessen Schattenseiten nicht aus ... In schöner Offenheit, also in bester Spiegel-Manier, können Martin Doerry und Hauke Janssen in ihrer Biografie 'Rudolf Augstein. Ein deutsches Leben' enthüllen, dass Augstein sich die folgenlose Kandidatur durch reichliche Spenden für seine Partei erkauft hatte ... Die Biografie von Doerry und Janssen macht den großen Mann nicht unbedingt kleiner."
Süddeutsche Zeitung, Willi Winkler

"Die beiden Autoren konnten erstmal umfassend das Augstein-Archiv auswerten - das merkt man beim Lesen ... Leicht zu lesen, süffisant auch. Insgesamt sind das 500 Seiten, die sich lohnen."
SWR Kultur, Rainer Volk

"Diese Biografie über den Gründer des Nachrichtenmagazins 'Der Spiegel' beleuchtet einen Machtmenschen im Medienbetrieb, der Geschichte geschrieben hat. Mit Staatsaffären, Frauengeschichten und NS-Vergangenheit."
Sachbuch-Bestenliste von der literarischen WELT, NZZ, RBB Kultur und Radio Österreich 1, Marc Reichwein, November 2026

"Ein vielschichtiges und auch kritisches Porträt."
WDR Westart lesen

"Der Mann hinter dem 'Sturmgeschütz der Demokratie'. Eine neue Biografie beleuchtet die vielen Seiten des 'Spiegel'-Gründers Rudolf Augstein – als wichtige Quelle diente erstmals sein Privatarchiv."
Handelsblatt, Hans-Jürgen Jakobs

"Der faszinierende Briefwechsel [zwischen Augstein und Bucerius] … ist jetzt erstmals der Öffentlichkeit zugänglich, Martin Doerry und Hauke Janssen sei Dank. … Daraus und aus vielen Gesprächen mit Weggefährten Augsteins und Zeitzeugen ist eine neue Biografie des vielleicht wichtigsten links liberalen Verlegers der Bundesrepublik entstanden.“
DIE ZEIT, Holger Stark

"Martin Doerry und Hauke Janssen erhielten … erstmals direkten und vollständigen Zugang zu Augsteins schriftlichem Nachlass, der nach der Herausgebernotiz etwas mehr als 1.850 Aktenordner umfasst. Manche Geschichten aus der 'Augstein-Folklore' hielten dem Abgleich mit den Dokumenten nicht stand.“
Der Standard

"Fulminante Augstein-Biografie."
Bayern 2, Knud Cordsen

"Beide liefern einen umfassenden Lebensbericht."
Die Furche, Astrid Wenz

"Die erste große Biographie."
Münchner Merkur, Dirk Walter

"Die Biographie ist exzellent geschrieben, nüchtern im Ton, sachlich in der Darstellung und klar im Urteil."
Frankfurter Allgemeine, Majd El-Safadi

"Die neue Augstein-Biografie hebt sich auf erfreuliche Art durch ihre unabhängige Aufklärungsarbeit ab."
KNA, Thomas Schuler
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