Der gedichtete Himmel

Eine Geschichte der Romantik
28,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Romantik als modernes Stilmodell.
Romantik ist ein Zauberwort, kinderleicht als romantische Stimmung, überkomplex als europäisches Gesamtphänomen. So beginnt das Romantik-Buch des Jenaer Literaturwissenschaftlers Stefan Matuschek. Ähnlich elegant und leichthändig wie seinerzeit Rüdiger Safranski ("Romantik. Eine deutsche Affäre", BP/mp 08/41) erkundet Matuschek die Epoche um 1800 und ihre Folgen, befreit sie aber aus ihrem nationalen Sonderweg und von dem alten Vorurteil, die Romantik sei eine Abwendung von der Aufklärung. Die Dichter der Romantik haben weder Gott noch Theologie abgeschafft, aber sie haben Glauben und Trost geerdet und damit die Religion für die Welt freigelassen. Und das war etwas grundlegend Umstürzendes - gerade auch mit Blick auf die Revolutionen, die sich folgenreich politisch in Frankreich und kulturell in Europa durchsetzten: Die Menschen hatten fortan berechtigten Anspruch auf Gleichheit, Selbstbestimmung und Bildung. Matuschek erklärt, wie es dazu kam, dass auf einmal so vieles und so viel Neues gelesen wurde wie Vampir-Romane und Märchen für Erwachsene, warum E.T.H. Hoffmann Beethovens Symphonien "romantisch" nannte, was es mit den alternativen Wahrheiten von Hamlet und Don Quichotte auf sich hat, die von deutschen Romantikern populär übersetzt wurden, welche Brücke die "blaue Blume" zur Bibel schlägt, wozu die germanische Mythologie erfunden wurde, warum für die romantische Ironie die Kategorie des "Beinahe" so wichtig ist. Das Buch ist eine Fundgrube an historischen Ansichten und aktuellen Einsichten, faszinierend erzählt, zumal die Romantik als Stil-Modell für schöne Vorstellungen, an denen modern ist, dass man weiß, dass sie erfunden und begrenzt, aber eben darin zwanglos schön sind. Allen Beständen empfohlen.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

DIE WELT DER ROMANTIK - STEFAN MATUSCHEKS BRILLANTES PORTRAIT EINER EPOCHE<BR><BR>Mit der Aufklärung, mit der intellektuellen Mündigkeit gegenüber traditionellen Glaubenslehren kam zugleich die Nostalgie: die Trauer über den Verlust an Ganzheitlichkeit im Denken und Leben. Die Romantik schaffte hier Abhilfe, ohne rückwärts zu gehen: Sie erschuf einen neuen Himmel, der keiner metaphysischen Absicherung bedarf. Der Literaturwissenschaftler Stefan Matuschek blickt in seinem beeindruckenden Epochenporträt weit über Deutschland hinaus, nach England und Schottland, nach Italien und Frankreich, und schildert die Romantik als großen Impuls der Moderne, der bis in die Gegenwart hineinwirkt. <BR> <BR>Die Romantik ist die Kunst, metaphysische Luftschlösser zu bauen. Sie weiß, dass ihr Himmel, wo immer sie ihn errichtet, nur ein erdichteter ist, und findet in ihm dennoch Zuflucht von der metaphysischen Obdachlosigkeit des modernen Menschen. Aus dieser Perspektive erschließt Stefan Matuschek in seiner brillanten Darstellung der Epoche die Neuerungen, die mit der Romantik in die Welt kamen: von der blauen Blume bis zur Kunstreligion, von der romantischen Ironie bis zur Schauerromantik, von der Renaissance des Mittelalters bis zur Utopie der Volkstümlichkeit. Dabei war die Romantik keineswegs nur eine deutsche Angelegenheit. Stefan Matuschek stellt uns ihre europäische Vielfalt vor Augen. In seinem weit gespannten Panorama begegnen wir Literaten wie den Schlegel-Brüdern, Goethe und Eichendorff, Keats und Shelley, Victor Hugo und Alessandro Manzoni, außerdem Philosophen, Malern und Komponisten der Zeit. Überall reagierten die Romantiker auf drei Großereignisse der Epoche: die Französische Revolution, die Revolution der Lesekultur und die Nationalisierung in der Folge von Napoleons Imperialismus. In diesem Kontext legt Stefan Matuschek eine neue Gesamtschau der Romantik vor, die deren Träume als hellsichtiger erweist, als sie oft erscheinen.<BR><BR> - Von der Blauen Blume bis zur Schauerromantik<BR> - Eine frische, neue Gesamtschau der Romantik <BR>

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Anschrift: Wilhelmstraße 9
München
DE
Kontakt: produktsicherheit@beck.de

Pressestimmen

"Den beliebten Romantik-Klischees rückt Stefan Matuschek nun in seinem facettenreichen, kurzweilig und elegant geschriebenen Epochenporträt zu Leibe (…) Ein durch und durch romantisches Buch."
ZEIT Online, Marianna Lieder

"Matuschek schlägt einen substanziellen Begriff des Romantischen vor, der (…) nicht die Poetik der Schlegels nachbetet, sondern sich an einem literarischen Stilphänomen entwickelt, das an einer Vielzahl von aussagekräftigen Beispielen nachgewiesen wird." Neue Zürcher Zeitung, Florian Bissig

„Der Titel seines Buches enthält die Grundthese: der gedichtete, von Literatur und Kunst ausgestaltete, selbstgemachte Himmel tritt an die Stelle des metaphysisch-religiösen."
SZ, Lothar Müller

"Seine kluge, pointierte Analyse stellt der deutschen Nabelschau eine europäische Perspektive gegenüber.“
SWR 2, Holger Heimann

"‘Der gedichtete Himmel‘ macht diese innerweltliche Transzendenz als geistigen Kern der deutschen wie der italienischen, französischen, englischen oder schottischen Romantik aus und weist das in brillanten Kurzinterpretationen nach.“ WELT am Sonntag, Richard Kämmerlings

"Kluges, pointiertes Buch." SRF, Holger Heimann

"Matuschek erzählt von Kunstreligion und dem Fantastischen, von Nationalisierung und Weltschmerz."
Der Standard, Michael Wurmitzer

"Luzide Analyse.“
Frankfurter Rundschau, Harro Zimmermann

"Erhellend ist vor allem der kundige und weite Blick auf die Vielfalt der europäischen Romantiken und auf Theater." Der Freitag, Erhard Schütz

"Matuscheks Buch ist erhellend und ergiebiger als vieles andere über die Romantik als »deutsche Affäre«." Buchkultur, Alexander Kluy

"Thesenfreudiges, gut lesbares Epochenporträt." Neue Zürcher Zeitung, Oliver Pfohlmann

"Ein elegant geschriebenes Epochenporträt." Cicero, Ulrike Moser und Maria Winkler

"Ein gelehrtes Buch mit großem Horizont, das souverän Literatur, Kunst und Theorie mit politischer Geschichte verbindet.“
Falter, Alfred Pfoser

"Stefan Matuschek bricht eine Lanze für die trostspendende Bedeutung der Einbildung, für unser in-der-Welt-Sein."
ORF.at Ex libris, Nicole Dietrich

"In seinem klugen Epochenporträt fächert Stefan Matuschek die Romantik als europäisches Phänomen neu auf.“
Heilbronner Stimme, Christoph Feil
Mehr von Matuschek, Stefan

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.