Goya

Band 2520
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Buchprofile - Rezension
Der Künstler Goya als hellsichtiger Beobachter seiner Zeit.
Der Kunsthistoriker Werner Busch hat sich auf die Spuren der neueren Forschungen in der spanischen Kunstgeschichte begeben und legt mit seinem schmalen Buch eine neue und differenzierte Sicht der Bilder Goyas nahe. Gemeinhin wird Goya, der 1746 bis 1828 lebte, als sogenannter Bekenntniskünstler gesehen. Seine drastischen Darstellungen von Krieg und Gewalt fordern das Bekenntnis zum humanistischen Denken heraus. Busch sieht das Werk Goyas differenzierter und stellt dies in dem vorliegenden Buch beispielhaft mit verschiedenen Werkbetrachtungen dar, indem er persönliche und politische Umstände in die Interpretation einbezieht. Goya stand auf dem Boden der liberalen spanischen Verfassung, wusste aber um die ständigen Gefährdungen derselben. Goyas ambivalente Haltung den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen gegenüber aufzuzeigen, indem die Konsequenzen der politischen und sozialen Entwicklung im individuellen Werk aufgespürt werden (vgl. S. 6), ist noch eine ungewöhnliche Herangehensweise an Goyas Werk. Der Autor vertritt die These, dass Goyas Verdienst gerade darin bestand, zu Beginn des bürgerlichen Zeitalters mit künstlerischen Mitteln die Diskrepanz zwischen der Vernunft einer aufgeklärten Zeit und ihrer ständigen Gefährdung aufzuzeigen. In seinen Bildern werde dargestellt, dass diese Vernünftigkeit in jedem Einzelnen jederzeit in Gewalt und Hass umschlagen könne. Spezialisierten Beständen zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Francisco Goya (17461828) hat die Brüche und Abgründe der modernen Welt in geradezu prophetischer Weise in Bildern vorweggenommen. In seinen Gemälden und Graphiken leuchtet er Eros und Gewalt, Unterdrückung und Krieg, Hinterlist und Lüge so schonungslos aus wie keiner vor ihm. Werner Busch führt souverän in das Werk des Künstlers ein und erklärt dessen biographischen und politischen Kontext. Auf diese Weise macht er die Sprengkraft von Goyas Kunst, die bis heute spürbar ist, verständlich.

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Personeninformation

Werner Busch lehrte von 1988 bis 2010 als Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Bei C.H.Beck sind von ihm u. a. erschienen: «Das sentimentalische Bild» (1997), «Caspar David Friedrich. Ästhetik und Religion» (2008), «Das unklassische Bild» (2009) und «Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit» (2015).

Pressestimmen

"Wieder bewährt sich Buschs lockere und elegante Darstellungsgabe, die ohne Systematik, aber mit analytischer Präzision Sichtschneisen durch das malerische und graphische Werk eröffnet.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Eduard Beaucamp

"Ein gedankenreicher und anregender Essay (…) man kann dieses kluge Buch über einen der bedeutendsten Künstler der frühen Moderne gar nicht warm genug empfehlen.“
Portal Kunstgeschichte, Stefan Diebitz
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