Der Dorfgescheite

Ein Bibliothekarsroman
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Buchprofile - Rezension
Kriminalgeschichte im Bibliotheksmilieu.
Der einäugige Mediävist Ernest Herz katalogisiert nicht nur Bücher, sondern auch seine Frauenbekanntschaften. Seine Eroberungen füllen inzwischen einen ganzen Zettelkasten. Um sich von seinem ausschweifenden Leben zu erholen, nimmt er eine Stelle als Bibliothekar am Stift W. an der Donau an. Als er erfährt, dass sein Vorgänger Mrozek Selbstmord begangen hat, beginnen sich seltsame Dinge zu ereignen. Sein geliebtes Telefunkenradio spielt plötzlich nur noch den religiösen Sender "Radio Gabriel", am Telefon hört er Stimmen und fühlt sich ausspioniert. Zufällig findet er im Kachelofen seines Zimmers ein wertvolles altes Schriftstück aus dem 14. Jahrhundert, eine Abschrift des "Dialogus Miraculorum" des Cäsarius von Heisterbach. Da das Buch nicht im Katalog der Bibliothek verzeichnet ist, möchte Ernest seine Herkunft klären. Er fragt sich, ob der Tod Mrozeks kein Zufall gewesen ist und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. - Die ukrainische Schriftstellerin Gaponenko entfaltet mit überbordender Fabulierlust ein wahres Panoptikum skurriler Gestalten. Mitunter trägt die manierierte Sprache ein bisschen zu dick auf. Ab mittleren Beständen.
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Artikelbeschreibung

Der einäugige Ernest Herz hat, erschöpft von seinem exzessiven Liebesleben, den Posten des Bibliotheksleiters im Stift W. angenommen und besinnt sich auf seine nicht minder große, andere Leidenschaft das alte Buch. Die Wohnung, die er im Kloster bezieht, hatte seinem Vorgänger, Pater Mrozek, gehört, der auf eine kuriose Art Selbstmord begangen hat.
Ernest Herz muss feststellen, dass er mit seiner Vision einer zeitgemäßen Bibliothek in der konservativ-klerikalen Gesellschaft des Klosters auf Widerstände stößt, dass mit seinem mitgebrachten Telefunkenradio etwas nicht zu stimmen scheint, weil es nur noch «Radio Gabriel» empfängt, und dass der Selbstmord seines Vorgängers zahlreiche Fragen aufwirft. Eines Tages findet der Bibliothekar in einem Versteck ein Exemplar des mittelalterlichen Beststellers «Dialogus miraculorum». Dem Buch fehlt der Einband, die Neugierde des Bibliothekars ist geweckt, er versucht nun nachdrücklich herauszufinden, was seinen Vorgänger dazu getrieben haben könnte, sich umzubringen. Weiß der junge, verstörend schöne Kellner der Gastwirtschaft «Zum Lamm» unten im Dorf vielleicht mehr?
Skurril, komisch und liebevoll, mit ihrem unnachahmlichen Blick für das schräge Detail, macht Marjana Gaponenko die Welt der Bibliothek zum spannend-abgründigen Schauplatz.

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Kontakt: produktsicherheit@beck.de

Personeninformation

Marjana Gaponenko wurde 1981 in Odessa geboren und studierte dort Germanistik. Nach Stationen in Krakau und Dublin lebt sie heute in Mainz und Wien. Sie schreibt seit ihrem sechzehnten Lebensjahr auf Deutsch und veröffentlichte u. a. die Romane «Wer ist Martha?» (2012) und «Das letzte Rennen» (2016). Sie wurde mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis, dem österreichischen Literaturpreis Alpha und dem Martha-Saalfeld-Förderpreis ausgezeichnet.

Pressestimmen

"Gaponenkos Markenzeichen: tragikomische Geschichten zwischen Pathos und liebevoller Humoristik.“
3sat, Günter Kaindlstrofer

"Kitsch und Kunst, Geistliches und Weltliches, Altes und Neues, Philosophie und Krimi verwebt Marjana Gaponenko sehr geschickt und mit viel Humor zu einer höchst originellen Geschichte."
Bücher

"Die Geschichte um Leidenschaft, Wahnsinn und Absturz ist spannend erzählt und voll kaltem Humor.“
Heilbronner Stimme, Christoph Feil

"Franz Kafka und Umberto Eco lassen grüßen (…) Marjana Gaponenkos überbordende, aber sorgsam kalkulierte Fabulierlust zeichnet diesen intelligenten Unterhaltungsroman für Nicht-Einäugige aus, ebenso ihr Talent zur knappen, treffenden Figurenzeichnung, ihr schräger, süffisanter Witz und ihr genauer Blick für haarsträubende Details.“
Münchner Feuilleton, Klaus Hübner

"Ein großer Wurf (…) Ihr neuer Roman ist wie die gelungene Synthese von Nikolai Gogol und Thomas Bernhard, auch wenn der Stil erkennbar ihr eigener ist.“
Die Rheinpfalz, Martin Lüdke

"Vor Überraschungen ist man bei dieser Autorin nie sicher. Ihre überbordende und dennoch sorgsam kalkulierte Fabulierlust ist geblieben, ebenso ihr sensationelles Talent zur knappen Figurenzeichnung. Ihr schräger, süffisanter Witz und ihr genauer Blick für haarsträubende Details haben hier noch einmal eine ganz neue Qualität.“
Der Tagesspiegel, Klaus Hübner

"Voller Ironie, Sarkasmus und blumigen Ausschmückungen geht (Marjana Gaponenko) virtuos mit der deutschen Sprache um (…) erfindet mit überbordender Phantasie skurrile Geschichten und Menschen, die als Außenseiter ein bizarres Leben führen."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Lerke von Saalfeld

"Was immer die 37-jährige (…) anfasst, ist in jeder Faser originell (…) Gaponenkos Romane vermitteln auch eine ungemein sinnliche, pralle Freude an Wörtern, vor allem an Bezeichnungen für Dinge."
Die Presse, Anne-Catherine Simon
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