Die Bernsteinfischerin

Roman | Wenn die Welt zu eng wird, bleibt das Meer. Der große Sommerroman von Lisa Quentin
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Buchprofile - Rezension
Ein außergewöhnlicher Bernstein dient als generationsübergreifendes Bindeglied zwischen zwei Frauen.
Julika arbeitet als Doktorandin an einem Institut für Gesteinsforschung. Eines Tages entdeckt die begabte Petrologin eine ungewöhnliche Inkluse in einem Bernstein unbekannter Herkunft. Gerne würde sie herausfinden, woher der Stein kommt, weil ihr das einen prestigeträchtigen Forschungsauftrag einbringen würde. Doch familiäre Verpflichtungen halten sie davon ab: Gemeinsam mit ihrem Vater betreut sie die schwer depressive Mutter. Dennoch fahndet sie weiter nach dem Ursprung des Steins, was sie zu einer alten Dame an die Ostsee führt. Ebba stammt aus dem Samland, wo sie als Tochter eines Bernsteinfischers früh auf die Suche nach dem „Gold der Ostsee“ ging und – im Krieg illegalerweise – einige schöne Stücke für sich behielt. Immer an ihrer Seite ihr Kinderfreund Leo. Nach dem Krieg muss die Familie gen Westen fliehen und findet eine neue Heimat in Niendorf, wo sie nach harten Anfangsjahren eine Ferienpension eröffnet. Obwohl Ebba großes künstlerisches Talent hat, muss sie ihre Ambitionen zurückstellen und im Familienbetrieb helfen. – Lisa Quentin beschreibt zwei Frauen in völlig unterschiedlichen Zeiten und Lebensrealitäten, die eines gemeinsam haben: Familiäre Verpflichtungen haben Vorrang vor der der ersehnten Verwirklichung im Beruf. Und obwohl beide Elternpaare gute, fast immer wohlmeinende Menschen sind, erwarten sie genau das von ihren Töchtern. Wie nun besagter Bernstein Juli und Ebba zusammenbringt und was alles davor und dazwischen passiert, enthüllt dieser stimmungsvolle Roman mit starker Ostsee-Atmosphäre und einem versöhnlichen Ende. Dabei werden nicht nur zwei Lebensgeschichten erzählt, man erfährt auch viel über Flucht und Vertreibung, die Anfänge des Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg und vor allem über Entstehung und Verwendung von Bernstein. Unbedingte Empfehlung für diesen bewegenden Roman.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Auf zwei Zeitebenen spielt dieser generationsübergreifende Roman über Verlust, Erinnerung und Neuanfang, Lisa Quentin, eine Autorin, die bisher viel zu wenig Beachtung gefunden hat, erzählt von zwei Frauen mit einem besonderen Bernstein als Bindeglied. Julika arbeitet an einem Institut für Gesteinsforschung. Eines Tages entdeckt die begabte Petrologin eine ungewöhnliche Inkluse in einem Bernstein unbekannter Herkunft. Gerne würde sie herausfinden, woher der Stein kommt, weil ihr das einen prestigeträchtigen Forschungsauftrag würde, aber familiäre Verpflichtungen halten sie davon ab. Gemeinsam mit ihrem Vater betreut sie die schwer depressive Mutter. Dennoch fahndet sie weiter nach dem Ursprung des Steins, was sie zu Ebba führt. Ebba stammt aus dem Samland, als Tochter eines Bernsteinfischers ging sie früh mit auf die Suche nach dem Gold der Ostsee und behielt einige schöne Stücke für sich. Immer an ihrer Seite ihr Kinderfreund Leo. Nach dem Krieg muss die Familie gen Westen fliehen und findet eine neue Heimat in Niendorf, wo sie nach harten Anfangsjahren mit Erfolg eine Ferienpension eröffnet. Obwohl Ebba enormes künstlerisches Talent hat, muss sie ihre Ambitionen zurückstellen und im Familienbetrieb helfen. Lisa Quentin beschreibt zwei Frauen in völlig unterschiedlichen Zeiten und Lebensrealitäten, die eines gemeinsam haben: Familiäre Verpflichtungen haben Vorrang vor der der ersehnten Verwirklichung im Beruf. Und obwohl beide Elternpaare gute, fast immer wohlmeinende Menschen sind, erwarten sie genau das von ihren Töchtern.

Wie nun besagter Bernstein Juli und Ebba zusammenbringt und was alles davor und dazwischen passiert, erzählt Lisa Quentin in diesem stimmungsvollen, bewegenden Roman mit starker Ostsee-Atmosphäre und einem versöhnlichen Ende. Dabei werden nicht nur zwei Lebensgeschichten offenbart, man erfährt auch viel über Flucht und Vertreibung, die Anfänge des Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg und vor allem über Entstehung und Verwendung von Bernstein. Ich empfehle dieses Buch von Herzen.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Da waren nur noch sie beide, ihre erschöpft schlagenden Herzen, das Meer, das sie trug, die Bucht, die sie umarmte.

Tagsüber taucht Julika als Bernsteinforscherin in längst vergangene Welten ein, die sich ihr unter dem Mikroskop eröffnen - Farne, Echsen, alles Leben, das vor Millionen von Jahren vom Harz der Urzeitwälder eingeschlossen wurde. Am Abend, bei der Pflege ihrer kranken Mutter, steht ihr eigenes Leben still. Bis Julika in einem Bernstein einen außergewöhnlichen Fund macht, der sie an die Ostsee führt, zu Ebba, einer Frau, die immer ihren eigenen Weg gesucht hat. An der Steilküste, hoch oben über dem Meer, erfährt Julika dann von einer Liebe, die Jahrzehnte, Stürme, Schicksalsschläge überdauerte und die ihr den Mut gibt, an einen Neuanfang zu glauben.

Ein so poetischer wie kraftvoller Roman über zwei Frauen und ihre Suche nach innerer Freiheit.

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Personeninformation

Lisa Quentin, Jahrgang 1985, hat Germanistik und Psychologie in Freiburg studiert und zehn Jahre lang als Werbetexterin und Online-Redakteurin gearbeitet, bis sie das Schreiben zu ihrem Beruf machte. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Lübeck.  Als sie zufällig vom Beruf des Bernsteinfischers erfuhr, war sie fasziniert und begann die schillernde, häufig sagenumwobene Kulturgeschichte des fossilen Harzes zu recherchieren. Seitdem hat sie der Bernstein, der so viel über die Urgeschichte der Erde zu erzählen vermag, nicht mehr losgelassen. 

Pressestimmen

»Ein berührender Generationenroman.« Sylvia Hertel Instagram 20261007
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Bewertungen

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Julika ist Bernsteinforscherin und aktuell schreibt die junge Doktorandin an ihrer Dissertation am Frankfurter Lichtenberg Institut. Während sie tagsüber tief in die Erforschung der Bernsteine eintaucht, pflegt sie abends, zusammen mit ihrem Vater, ihre kranke Mutter. Da bleibt keine Zeit für Freunde oder ein gesellschaftliches Leben. Als Julika jedoch einen besonders interessanten Bernstein findet, führt dieser an die Ostsee zu Ebba, einer Frau, die ganz allein hoch oben an der Steilküste wohnt. Ebba war immer auf der Suche nach ihrem Weg und eingesperrt in die Zwänge des Lebens. Bei ihr erfährt Julika von einer großen Liebe, die viele Jahrzehnte überdauerte, Höhen und Tiefen hatte und viele Schicksalsschläge erdulden musste. Und Edda zeigt ihr, dass es nie zu spät ist, um einen neuen Weg einzuschlagen.
Im neuen Buch von Lisa Quentin geht es um ein spannendes Thema. Bernsteine und ihre Herkunft, aber auch ihre Inklusen, die natürlich besonders interessant sind. Im Buch lernt man viel über die Forschung an Bernsteinen, aber auch über den Beruf des Bernsteinfischers, den ich vorher gar nicht kannte. Die Geschichte von Julika und Ebba hat mich tief bewegt. Julika ist mit der Pflege der Mutter so eingespannt, dass sie auf vieles verzichtet. Obwohl es für sie selbstverständlich ist, belastet sie die Situation sehr und macht sie auch wütend. In Rückblenden erfahren wir von Ebbas Leben. Ihrer Kindheit in Samland und der Flucht in den Westen. Und auch Ebba trägt Wut in sich. Sie sehnt sich nach ihrer Heimat und vermisst ihr früheres Leben. Julika und Ebba eint ihre Faszination von Bernstein.
Mich hat die Geschichte von Julika und Ebba unglaublich gefangen genommen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, da mich auch die Schicksale der beiden sehr berührt hat. Julika ist so pflichtbewusst. Obwohl sie so gerne die Welt bereisen würde, bleibt sie in Frankfurt bei ihren Eltern. Auch Ebba hätte gerne ein anderes Leben geführt und blieb trotzdem immer in Niendorf an der Ostsee. Während Julika ihr Leben noch vor sich hat, ist Ebbas Leben schon fast vorbei. Mir hat auch der Schreibstil von Lisa Quentin sehr gut gefallen und ich werde mir den Namen der Autorin auf jeden Fall merken.
Dieses Buch wird mir sicherlich noch länger in Erinnerung bleiben. Es ist für mich eines meiner Highlightbücher dieses Jahr. Ganz große Lese-Empfehlung!