Reise ohne Wiederkehr oder Die geheimen Hefte des Michel Adanson

Roman
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Buchprofile - Rezension
Lebensgeschichte des französischen Botanikers Adanson, der als erster weißer Naturforscher im 18. Jh. den Senegal bereist und sich dort in eine schwarze Heilerin verliebt.
Die Tochter des Naturforschers Adanson findet nach dem Tod des Vaters Aufzeichnungen und ein privates Tagebuch über seine Zeit im Senegal. Es zeigt einen Mann, der in Zeiten der Aufklärung und des Sklavenhandels diesen in Frage stellte und sich in eine Senegalesin verliebt. Adanson, eine historisch verbürgte Figur (1727-1806), reist 1752 mit dem Auftrag in den Senegal, die einheimische Pflanzen- und Tierwelt zu erforschen und die Lebensweise der afrikanischen Stämme zu studieren. Sein Ziel jedoch ist eine umfassende Enzyklopädie der afrikanischen Fauna, um sich als Wissenschaftler einen Namen zu machen. Mit im Gepäck hat er die seinerzeit gängigen Lehren und Vorurteile des weißen Westens gegenüber Schwarzen: Diese seien “von Natur aus eine unterlegene Kultur und ergo Sklaven”. Doch Adanson lernt die lokale Sprache und wird eines Besseren belehrt, als er einer Wunderheilerin namens Maram begegnet und sich in sie verliebt, wohl wissend, dass sie seine Liebe nicht teilen würde, denn: “Ich war ein Weißer, einer ihrer Unterdrücker”. Die detaillierten Naturbeschreibungen und Darstellung der Einheimischen und ihrer Kultur sind zum großen Teil dem authentischen Reisebericht Adansons entnommen; darin wird Kritik am Verhalten der kolonialen Mächte geübt. Am Ende seines Lebens muss Adanson erkennen, dass ein anderer Botaniker seine eigene Lebensarbeit “entwertet” hat: der schwedische Naturforscher Carl von Linné, der historisch das Rennen um die Systematik in der Botanik gewonnen hat. Eine spannende Mischung aus realen und fiktiven Elementen, die die Leser/-innen tief eintauchen lässt in fremde Welten.
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Artikelbeschreibung

Eine Hymne auf die Liebe und auf die Freiheit - vom Gewinner des International Booker Prize.David Diop erzählt die Lebensgeschichte des Botanikers Michel Adanson (1727-1806), der als erster weißer Naturforscher den Senegal bereist. Sein Ziel ist eine umfassende Enzyklopädie der afrikanischen Fauna. Als Adanson von dem tragischen Verschwinden einer jungen Frau erfährt, bekommt seine Expedition ein neues Ziel. Und er findet sie: Die mysteriöse Maram lebt als Heilerin in einem Dschungeldorf, um den Sklaventreibern zu entkommen. Adanson verliebt sich in sie und begreift immer mehr, dass sein weißes westliches Weltbild überholt ist. Trotzdem kann er Maram nicht vor ihrem Schicksal retten ... Erst nach Adansons Tod findet seine Tochter die Reisehefte und begreift, wer ihr Vater wirklich war. David Diop schreibt so eindrücklich über die Leidenschaft des Entdeckens wie über die Abgründe des Kolonialismus und formt daraus eine Ode an die Liebe. 'Diop verbindet die Leidenschaft für die Pflanzen und für die Liebe mit den Wunden der Geschichte und führt uns an den Rand der menschlichen Vernunft.' LIRE

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Pressestimmen

»überzeugt [...] als berührende Liebesgeschichte und als Abenteuerroman, der aktuelle Fragen der Kolonialgeschichte behandelt. Der Roman unterstreicht, dass David Diop einer der bemerkenswertesten Autoren ist, die derzeit in französischer Sprache schreiben.« SWR 2 20220912
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