Der Nahost-Komplex

Von Menschen, Träumen und Zerstörung - Wie von den Massakern im Iran bis zum Überlebenskampf der Kurdinnen in Rojava alles miteinander zusammenhängt
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Buchprofile - Rezension
Beleuchtung des Nahost-Konflikts aus Sicht der Menschen und politisch Handelnden aus Israel, Gaza, Syrien und Iran.
Ängste, Verzweiflung, Sehnsüchte und Hoffnungen der Menschen auf allen Seiten des Nahost-Konflikts beschreibt Natalie Amiri, ARD-Weltspiegel-Moderatorin und ehemalige Leiterin der ARD-Büros Teheran, empathisch und schonungslos, nachdem sie 40.000 km gereist und mehr als 200 Personen interviewt hat. Für sie ist der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 nicht der Anfang, „sondern die Explosion eines Konflikts, dessen Brandherd nie gelöscht wurde“. Der schlimmste Tag in der Geschichte Israels hinterlässt eintausend getötete Zivilisten, darunter viele Kinder und 250 Entführte. Sie spricht später mit Angehörigen freigelassener Geiseln über die erlittenen Qualen in 482 Tagen Dunkelheit. Andererseits geht sie auf das Leben der Menschen im Gazastreifen ein und konstatiert die Ungleichbehandlung in deutschen Medien, wo der Fokus auf israelischem Leid liegt und das der Palästinenser marginalisiert wird. Zum Spektrum des Nahostkomplexes gehört auch die Lage in Syrien nach dem Sturz Assads und die massive Schwächung der Hisbollah dort. Der Iran, bisheriger finanzieller Unterstützer, ist selbst instabil und gekennzeichnet durch Armut und Festnahmen wegen „Spionage“ und Hinrichtungen. Im Nahen Osten haben die Menschen auf allen Seiten genug vom Krieg und sehnen sich nach Sicherheit, Versöhnung, Frieden und Würde. Natalie Amiri schildet am Ende des Buches ihre Begegnung mit Margot Friedländer: „Es gibt kein jüdisches, kein muslemisches, kein christliches Blut. Es gibt nur menschliches Blut!“ – Breit empfohlen!
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Ein Schachspiel, das auf vielen Brettern gleichzeitig gespielt wird, ist Natalie Amiris sprechendes Bild für die unüberschaubare Lage im Nahen Osten. Dieses „Spiel“ zu durchschauen und sich eine belastbare Meinung zum sich ständig verändernden Geschehen zu bilden, ist nahezu unmöglich. Die bekannte deutsch-iranische TV-Journalistin ist Expertin für den Nahen Osten und bereiste für Ihr Buch nach dem Terror-Anschlag vom 7. Oktober 2023 und der daraus folgenden Eskalation bis 2025 viele Länder in diesem Gebiet, immer auf der Suche nach Stimmen aus der Bevölkerung. Amiri gelingt es, die physische und psychische Not der Menschen sichtbar zu machen und Empathie zu wecken. Gleichzeitig scheut sie nicht davor zurück, die Verantwortlichen auf allen Seiten schonungslos zu benennen. Auch wenn sich nach dem Erscheinen dieses Buches die Situation durch den Krieg mit Iran nochmals dramatisiert hat, bietet es eine fundierte Analyse zu einer Krise von ungeheurer Komplexität.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Eindringlicher, kenntnisreicher, empathischer ist die komplexe Lage im Nahen Osten nie beschrieben worden

Wenn man versucht, die Geschichte des Nahen Ostens zu verstehen, ist es, als würde man die Züge eines Schachspiels verfolgen - jedoch auf vielen Schachbrettern gleichzeitig. Jeder Zug auf dem einen Brett löst Bewegungen auf den anderen aus. Der 7. Oktober hat das vernetzte Spiel im Nahen und Mittleren Osten noch einmal in eine neue Phase katapultiert: Inzwischen ist die Hamas keine Gefahr mehr, die Hisbollah im Libanon massiv geschwächt, die Islamische Republik Iran hat ihren Verbündeten in Damaskus verloren, die Bevölkerung begehrt abermals und vielleicht entscheidend auf gegen das Regime. Die gesamte Region kann sich in Richtung Frieden bewegen - oder ein einziger falscher Zug lässt alles in sich zusammenbrechen.

Natalie Amiri hat auf ihren Reisen unter anderem mit Frauen aus Gaza gesprochen, mit Angehörigen entführter Geiseln und den kurdischen Kämpferinnen in Rojava. Ihr Buch bietet keine einfachen Antworten. Es ist ein Mosaik aus Stimmen, Ängsten, Hoffnungen und Widersprüchen. Aus Geschichten, die zeigen, wie eng alles miteinander verknüpft ist - und dass wir nur verstehen können, wenn wir die Komplexität aushalten.

"Empathisch. Differenziert. Faktenreich."
Dunja Hayali

Produktsicherheit

Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Anschrift: Neumarkter Straße 28
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Kontakt: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

Personeninformation

Natalie Amiri, 1978 als Tochter einer Deutschen und eines Iraners in München geboren, studierte Orientalistik und Islamwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) führte sie an die Universitäten von Teheran und Damaskus. Seit 2014 moderiert sie den "ARD-Weltspiegel" aus München. Ab 2015 leitete Natalie Amiri das ARD-Büro in Teheran. Im Mai 2020 wurde sie vom Auswärtigen Amt gewarnt, aus Sicherheitsgründen nicht mehr in den Iran einzureisen. Sie musste daher die Leitung des Teheraner Fernsehstudios abgeben. 2022 und 2024 wurde sie vom "medium magazin" zur Politikjournalistin des Jahres gekürt und gewann zahlreiche Preise, u.a. das "Glas der Vernunft" (2023). Ihre Bücher "Zwischen den Welten" (2021), "Afghanistan" (2022) und "Der Nahost-Komplex" (2025) wurden zu SPIEGEL-Bestsellern.

Pressestimmen

»Komplex ist das passende Wort, denn Amiri gelingt es, das undurchsichtige Geflecht der vielen Akteure im Nahen Osten zu entwirren - weit über die Perspektive der Israelis und Palästinenser hinaus.« Lillian Moschen, 3sat
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