Stay True

Ein Memoir über Freundschaft
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Buchprofile - Rezension
Eindringlicher Text über die Freundschaft zweier junger asiatisch-stämmiger US-Amerikaner in den 1990er Jahren.
1996. Irgendwo in einem College in der Bay Area versucht der junge Hua Hsu, Sohn taiwanischer Einwanderer, seinen Platz im Leben zu finden. Er versucht, besonders zu sein, verachtet alles "Normale" und sei es nur, eine CD-Sammlung zu haben. Dann lernt er Ken kennen, der ihm zuerst viel zu sehr "Mainstream" ist. Ken ist auch asiatisch-amerikanisch, Sohn japanisch-stämmiger US-Amerikaner, er hat eine weiße Freundin, er ist wirklich "normal" und scheinbar integriert. So unterschiedlich beide sind, sie finden als Freunde zusammen, ergänzen einander, spornen einander an. Die Freundschaft mit Ken verändert Hua, öffnet ihn für Freundschaften und neue Erfahrungen. Doch dann passiert ein Raubmord, nach nicht einmal drei Jahren Freundschaft ist Ken tot. Wie soll Hua, wie soll der ganze Freundeskreis mit dem Tod umgehen? – Hua Hsu lehrt englische Literatur an einer renommierten US-Universität und schreibt u.a. für den "New Yorker". Schonungslos und gleichzeitig liebevoll porträtiert er in seinem zweiten Buch sein jugendliches Ich, Ken, die ganze Lebenswelt der beiden und ihres Umfelds. Hsu beschönigt nichts, insbesondere, wenn es um seine eigene Persönlichkeit geht. So entsteht das Portrait einer intensiven und unverfälschten Freundschaft und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Tod und Trauer. Die Übersetzung von Anette Grube kann die oft rohe sprachliche Brillanz des englischen Originals leider nur in Teilen bewahren, die Übersetzung liest sich dadurch glatter und bemühter. Insgesamt ist dem Buch eine breite Leserschaft zu wünschen.
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Artikelbeschreibung

Es ist das Jahr 1995, Hua Hsu ist achtzehn und sucht seinen Platz, seine Leute. »Ich wollte den Eindruck vermitteln, dass ich mich mit meiner Stimme wohl fühlte.« Er ist stolz darauf, gegen den Strom zu schwimmen. Er gibt Zines heraus, durchstöbert die Plattenläden der Bay Area, erstellt Mixtapes, kauft seine Kleider aus zweiter Hand. Als er Ken zum ersten Mal trifft, findet er alles an ihm öde. Ken mag Abercrombie &Fitch, Pearl Jam, ist in einer Studentenverbindung, hat eine »konventionell attraktive« Freundin, geht gerne aus, hat gute Manieren. Alles so fürchterlich Mainstream. Die beiden haben auch ganz unterschiedliche familiäre Hintergründe, obwohl sie beide als Asian-American gelesen werden. Huas Eltern kamen fürs Studium aus Taiwan, während Kens japanisch-amerikanische Familie schon seit Generationen in den USA lebt und sich Ken, aus Huas Sicht, längst nahtlos in die amerikanische Kultur eingegliedert hat.
Trotz allem werden Hua und Ken Freunde. Eine Freundschaft, die auf langen Fahrten entlang der kalifornischen Küste und bei nächtlichen Gesprächen auf Raucherbalkonen stetig wächst. »Eine neue Schachtel Zigaretten, noch einmal zwanzig Gespräche.«
Und dann ist Ken plötzlich nicht mehr da, wird unerwartet und sinnlos Opfer eines Verbrechens, nicht einmal drei Jahre nach dem Tag, an dem sie sich zum ersten Mal trafen.
Entschlossen, die Erinnerungen an einen seiner engsten Freunde zu bewahren, beginnt Hua zu schreiben, denn er weiß nun: »Zu sich selbst zu finden, gelingt nicht in einem Vakuum.«
Stay True ist ein bestärkendes Memoir über das Erwachsenwerden, eine Nachruf auf die Jugend, diese Suche nach Sinn und Zugehörigkeit, und ein Zeugnis großzügigster Freundschaft.

Produktsicherheit

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Kontakt: info@schoeffling.de

Personeninformation

HUA HSU, geboren 1977, ist Professor für Anglistik am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York, und schreibt als fester Autor für den New Yorker. In seiner Arbeit befasst er sich u. a. mit Immigration sowie der öffentlichen Wahrnehmung von Diversity und Multikulturalismus. 2016 erschien A Floating Chinaman. Stay True ist sein zweites Buch und er gewann dafür den Pulitzer-Preis. Hua Hsu lebt mit seiner Familie in Brooklyn, New York. ANETTE GRUBE, geboren 1954, lebt in Berlin und arbeitet seit 1988 als literarische Übersetzerin. Unter anderem hat sie Werke von Arundhati Roy, Sigrid Nunez und Chimamanda Ngozi Adichie ins Deutsche übertragen.

Pressestimmen

»Ein eleganter und ergreifender Bericht über das Erwachsenwerden, der sich mit intensiven Jugendfreundschaften, aber auch mit zufälliger Gewalt befasst, die die vermeintliche Logik unserer persönlichen Erzählungen plötzlich und dauerhaft verändern kann.« 2023 Pulitzer-Preis-Komitee

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