Den Sommer im Ohr

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Buchprofile - Rezension
Stephen findet mit Hilfe der ghanaischen Wurzeln der Familie seinen Weg ins Leben.
Stephen wächst um die Jahrhundertwende mit seinem älteren Bruder Raymond bei seinen aus Ghana stammenden Eltern im Londoner Stadtteil Peckham auf, einem sozialen Brennpunkt. Sorgen um Anerkennung, ein freikirchlicher Geist, Musik ihrer afrikanischen Heimat und Tanz prägen die Familie: "Das Tanzen ist das Einzige, das die meisten unserer Probleme lösen kann". Der schlechte Schulabschluss versperrt den Weg zur ersehnten Musikakademie, ein alternatives Studium wird abgebrochen. Ebenso der Kontakt zur Jugendfreundin Del, obwohl beide sich lange als Musiker im Rhythmus erprobten und berührten. Es folgen Aushilfsarbeiten in der Gastronomie und ein Anlernen als Koch für afrikanische Spezialitäten. Mit dieser unsteten Entwicklung ist der mit seinem eigenen Lebensweg unzufriedene Vater nicht einverstanden, er verstößt Stephen. Der warmherzige, lebensbejahende Kontakt zu Mutter und Bruder bleibt und motiviert Stephen, nach dem plötzlichen Tod der Mutter Ghana kennenzulernen. Der Aufenthalt dort ermöglicht ein niederschmetterndes, aber tieferes Verständnis für seine Herkunft. Dies führt nach der Rückkehr nach London und dem Neustart der Beziehung zu Del dazu, den Bruder bei der Sorge um den Vater zu unterstützen. – Ein sprachlich gekonnter, berührender Roman, voller innerer Spannung: Die Begeisterung für Musik und Tanz teilen sich auch weniger musikkundigen Lesenden mit. Ein familiengeschichtlicher Einblick in eine Migrationsgeschichte, zwischen Glauben und Unglaube. Gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Das Einzige, was Stephens Probleme lösen kann, ist Tanzen. Tanzen in der Kirche, wenn die schimmernden Schwarzen Hände zum Lobpreis erhoben werden. Tanzen mit seinen Freunden irgendwo in einem Keller, während der Bass wummert. Tanzen mit seiner besten Freundin Del, die ihn kennt wie niemand sonst, so eng, dass sich fast ihre Köpfe berühren. Stephen mag seinen Glauben verloren haben, aber er glaubt an den Rhythmus. Aber was passiert, wenn die Musik verklingt? Wie geht es mit ihnen allen weiter, nach ihrem Abschluss, wenn sich alles verändert? Was kann ihnen Halt geben außerhalb ihrer kleinen Welt in Peckham, London, die ihnen vertraut ist? Als sein Vater so alt war wie Stephen, war er schon aus Ghana nach London gezogen. »Ich bin nicht in dieses Land gekommen, damit meine Kinder ihre Zeit verschwenden«, sagt er. Wie viel von der Geschichte seiner Eltern gehört zu Stephen? Kann er sich etwas aufbauen, das ihm allein gehört? Anhand von drei Sommern, in denen Stephen von London nach Ghana reist und wieder zurück, erzählt der gefeierte Autor Caleb Azumah Nelson von den Welten, die wir uns selbst erschaffen, den Welten, in denen wir leben, tanzen und lieben.

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Personeninformation

Caleb Azumah Nelson, 1993 in South East London geboren, ist Sohn ghanaischer Eltern, die bereits als Teenager nach Großbritannien kamen. Und in South East London lebt der Schriftsteller und Fotograf noch heute. Wenn er schreibe, fühle er sich wie ein improvisierender Jazzmusiker, sagt Nelson, und das Ergebnis sei »die ehrlichste, ja vielleicht die beste Version meiner selbst.« Seine Erzählungen erschienen in Literaturzeitschriften wie Granta und Litro. 2019 schmiss er seinen Job in einem Apple Store, um sich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Sein Debütroman Frei Schwimmen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Costa Book Award in der Kategorie Debüt und dem Somerset Maugham Award.

Pressestimmen

»Eine unverschämt kluge, spirituelle, wütende und liebevolle Stimme, genau jetzt, da wir sie am dringendsten brauchen.« The Times, London

»Caleb Azumah Nelsons überwältigender zweiter Roman bestätigt seinen Status als neuer Star der Literatur.« The Observer, London

»Azumah Nelson besitzt ein beeindruckendes Talent [...] dafür, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen Tragik und Trauer, gebrochenen Herzen und idealisierten Träumen, und zu keinster Stelle irgendwie ins Melodramatische oder Übertriebene auszuufern.« Sandra Falke / Blog »Sandra Falke«

»[...] Nelson ist ein Poet.« Axel Hill / Kölnische Rundschau

»Durch poetische Sprache und eindringliche Beschreibungen gelingt es [dem Autor], die Emotionen und Gedanken seiner Figuren auf berührende Weise einzufangen [...].« Amelie Bürger / EKZ Bibliotheksservice





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