Königin Esther

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Buchprofile - Rezension
Ein junger Mann auf der Suche nach Identität und schriftstellerischem Erfolg in einem frauenlastigen Haushalt.
Mit Esther Nacht hat John Irving eine verborgene Hauptfigur geschaffen, inspiriert von der biblischen Ester, die vor allem im Hintergrund präsent ist. Im Zentrum der (nicht immer als solcher erkennbaren) Handlung steht Familie Winslow aus Pennacook in New Hampshire. Für ihre vier Töchter engagierten die Winslows jeweils ein Au-pair aus dem Waisenhaus St. Cloud’s, das Irving-Leser:innen aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ (1985) bekannt vorkommen könnte. Die in Wien geborene Esther wird für die jüngste Tochter Honor engagiert. Die beiden Frauen gehen eine lebenslange Verbindung ein, denn Esther wird für Honor schwanger und bringt James zur Welt, den Honor als ihren Sohn aufzieht. Esther verschwindet zwischen den Seiten und wird zur israelischen Agentin. Der Roman folgt James‘ Lebensweg, der ihn in den sechziger Jahren nach Wien führt, um ihn vor dem Kriegsdienst für die USA zu bewahren. Ein Arrangement mit einem lesbischen Paar aus den Niederlanden macht ihn zum Vater. Erst im letzten Kapitel des Romans trifft James seine leibliche Mutter in Jerusalem. – Ein typischer Irving: ausufernd, mäandernd schwadroniert er über englische Literatur, die Gewichtsklassen beim Ringen, die lesbische Liebe, die Größe von Brüsten, die Diskussion um Abtreibung in den USA und die schriftstellerischen Anfänge eines Autors – vermischt mit alten Bekannten und Motiven aus seinen früheren Romanen. Die vielen belehrend wirkenden Fakten, ausgeschmückte Nebenschauplätze und das enorme Personenkarussell stören den Lesefluss und die Geschichte nimmt erst spät Fahrt auf. Wobei die liebevoll beschriebenen skurrilen Eigenheiten der Personen sehr amüsant zu lesen sind. – Ein etwas umständlicher Roman über jüdische Identitätssuche mit vielen (selbstverliebten) autobiografischen Anklängen. Für alle Irving-Fans aber eine gute Möglichkeit für ein Wiedersehen in Neuengland.
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Artikelbeschreibung

Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann - voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.

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Personeninformation

John Irving, geboren 1942 in Exeter, New Hampshire, lebt in Toronto und ist einer der begnadetsten Autoren Nordamerikas. Seine bisher 16 Romane wurden alle Weltbestseller, vier davon verfilmt. 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für die Verfilmung seines Romans 'Gottes Werk und Teufels Beitrag'.

Pressestimmen

»Ein wirklich großer Geschichtenerzähler.« Thomas David / Neue Zürcher Zeitung Neue Zürcher Zeitung
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