Ins Unbekannte

Die Geschichte von Sabina und Fritz
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Buchprofile - Rezension
Porträts einer russischen Pionierin der Psychoanalyse und eines Schweizer Revolutionärs.
Hartmann entwirft ein Doppelporträt zweier Menschen, die im mörderischen 20. Jh. untergehen. Eine wohlhabende jüdisch-russische Kaufmannsfamilie aus Rostow bringt 1905 ihre 19-jährige Tochter Sabina mit der Diagnose "Hysterie" in die psychiatrische Klinik Burghölzli in Zürich, wo sie von Carl Gustav Jung behandelt wird. Die beiden beginnen bald eine leidenschaftliche Affäre. Nach dem Ende dieser Beziehung beginnt Sabina ein Medizinstudium, praktiziert in der Schweiz, heiratet und wird Mutter einer Tochter. Ihr Mann, ein Agrarfachmann, geht zurück nach Russland, will dort nach Krieg und Bürgerkrieg helfen, die neue Gesellschaft aufzubauen, Sabina folgt ihm Jahre später. In der Schweiz gibt es vor dem Ersten Weltkrieg eine starke sozialdemokratisch-kommunistische Bewegung, einer der Repräsentanten ist Fritz Platten. Er zieht mit einer ganzen Reihe Schweizer Landsleute nach Russland, wo sie eine landwirtschaftliche Kolchose aufbauen. Platten hatte schon in Zürich Kontakt zu Lenin und fädelt 1917 die Durchreise des Kommunistenführers durch Deutschland ein. Doch Lenin stirbt bald und Stalin übernimmt die Herrschaft, Platten gerät ins politische Abseits. Ende der 30er Jahre wird er festgenommen und zu fünf Jahren Straflager verurteilt, das er nicht überlebt. Sabina arbeitet als Ärztin unter prekären Verhältnissen, ihr Mann stirbt bald an Erschöpfung. Im Krieg wird Rostow von der deutschen Wehrmacht eingenommen, Sabina und ihre Kinder werden wie tausende weitere Juden zusammengetrieben und erschossen. - Eine eindringliche, berührende Geschichte, durch die sachliche Erzählweise werden die Schrecken der häufigen Horrorszenarien in Russland etwas gemildert. Manch bekannte Persönlichkeiten aus jener Zeit bekommen Kurzauftritte, so z.B. der junge Alexander Solschenizyn. Der Roman ist mit Gewinn zu lesen und bestens zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Sabina kommt aus Russland nach Zürich, um sich in der psychiatrischen Klinik von Dr. C.G. Jung behandeln zu lassen. Und wird seine Geliebte. Fritz, der Sohn eines Schreiners, träumt von einer besseren Gesellschaft, bringt die Schweiz an den Rand einer Revolution und rettet Lenin in Russland das Leben. Beide sind sie mutig, widersprüchlich, zerrissen, betreten unaufhörlich Neuland. Ihre Schicksale kreuzen, spiegeln sich - und verlieren sich im Dunkel der europäischen Geschichte.

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Personeninformation

Lukas Hartmann, geboren 1944 in Bern, studierte Germanistik und Psychologie. Er war Lehrer, Journalist und Medienberater. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Bern und schreibt Bücher für Erwachsene und für Kinder. Er ist einer der bekanntesten Autoren der Schweiz und steht mit seinen Romanen regelmäßig auf der Bestsellerliste.

Pressestimmen

»Ein Virtuose des historischen Romans.« Charles Linsmayer / NZZ am Sonntag - Bücher am Sonntag NZZ am Sonntag - Bücher am Sonntag
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