Das Echo der Sommer

Roman | Über die Lebenswelten der Sámi ¿ von der neuen starken Stimme aus Skandinavien
24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Vom Ende des Nomadenlebens der Samen.
Rávdná erlebt in den 40er Jahren den Bau eines Staudammes im angestammten Sommerrevier einer Samengruppe im nordschwedischen Fjäll. Die Witwe wohnt mit ihrer Tochter und ihrer Schwester Anne dort in einer traditionellen Torfkotte und lebt vom Fischfang. Im Winter ziehen sie in eine waldreichere Gegend, müssen aber dort in bescheidenen Baracken ohne Strom und Wasseranschluss hausen. Als der Wasserstand erneut steigt, muss sie ihre Wohnung aufgeben, erhält aber keine Genehmigung zum Bau eines viereckigen Hauses. Sie wagt es trotzdem. Bis in die 70er Jahre hat es Bestand. Dann wird erneut der Staudamm erhöht. Rávdná bleibt, bis das Wasser zur Türe herein leckt. Auch sonst bleibt sie der samischen Tradition treu, in Kleidung wie in Lebensweise, während ihre Tochter sich der durchschnittlichen schwedischen Lebensweise anpasst und eine Arbeit im Kraftwerk annimmt, wie die meisten Bewohner des früheren Sommerdorfes am See. – Rávdná wird als typische Vertreterin ihrer Generation der Samen geschildert, die der schwedischen Sprache und des Lesens kaum mächtig ist, der aber die angestammten Traditionen viel bedeuten. An ihrem Verhalten stellt die Autorin eine inzwischen wohl gänzlich untergegangene Welt des Rentierweide-Nomadentums dar. In Gestalt anderer Dorfbewohner stellt sie deren Angleichung an die sesshafte Lebensweise dagegen. Gleichzeitig zeigt sie das sich verändernde Verhalten der schwedischen Behörden gegen die Samen; allein schon, dass diese jahrzehntelang nicht mit ihrem eigenen Namen, sondern als Lappen bezeichnet werden. Besonders zu Anfang wirkt das Verhalten zwar schützend, aber stark bevormundend. Viel Unverständnis für die andersartige Lebensweise scheint vorzuherrschen, sowohl bei bewahrenden Absichten der Samen wie auch gegenüber deren Bestrebungen, vor allem im Winter warme Wohnstätten zu haben.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Vor einem Panorama überwältigender Natur -drei unnachgiebige Frauen einer sámischen Familie kämpfen um ihre Heimat
Jedes Jahr im Frühling kehren sie nach dem Winter in ihr 'Sommerland' am See im Nordwesten Schwedens zurück. Doch in diesem Frühjahr ist alles anders: Als die dreizehnjährige I¿gá mit den Rentieren, Mutter und Tante das Tal erreicht, ist ihr Dorf versunken. Birken, Hütten, das Hab und Gut der Familie und vor allem das Grab des Vaters - alles unter Wasser, rücksichtslos geopfert für die Wasserkraftproduktion und den Profit der Städte im Süden. Es beginnt ein jahrzehntelanger Kampf gegen die Mächtigen des Landes, der nicht nur die drei Frauen, sondern das ganze sámische Dorf vor eine Zerreißprobe stellt.
Elin Anna Labba erzählt die weitgehend unbekannte Geschichte ihrer Gemeinschaft und schafft ein unvergessliches Zeugnis für das Recht auf Selbstbestimmung und die tiefe Verbundenheit von Mensch und Natur. Ein hochaktueller Roman von ungeheuer erzählerischer Kraft.

Produktsicherheit

Hersteller: S. Fischer Verlag GmbH
Anschrift: Hedderichstraße 114
Frankfurt am Main
DE
Kontakt: produktsicherheit@fischerverlage.de

Pressestimmen

Ein Buch, in das man sich so richtig hinein vertiefen kann Erwin Uhrmann Die Presse 20260509
Mehr von Labba, Elin Anna

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.