Das Echo der Sommer

Roman | Über die Lebenswelten der Sámi - von der neuen starken Stimme aus Skandinavien
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Buchprofile - Rezension
Vom Ende des Nomadenlebens der Samen.
Rávdná erlebt in den 40er Jahren den Bau eines Staudammes im angestammten Sommerrevier einer Samengruppe im nordschwedischen Fjäll. Die Witwe wohnt mit ihrer Tochter und ihrer Schwester Anne dort in einer traditionellen Torfkotte und lebt vom Fischfang. Im Winter ziehen sie in eine waldreichere Gegend, müssen aber dort in bescheidenen Baracken ohne Strom und Wasseranschluss hausen. Als der Wasserstand erneut steigt, muss sie ihre Wohnung aufgeben, erhält aber keine Genehmigung zum Bau eines viereckigen Hauses. Sie wagt es trotzdem. Bis in die 70er Jahre hat es Bestand. Dann wird erneut der Staudamm erhöht. Rávdná bleibt, bis das Wasser zur Türe herein leckt. Auch sonst bleibt sie der samischen Tradition treu, in Kleidung wie in Lebensweise, während ihre Tochter sich der durchschnittlichen schwedischen Lebensweise anpasst und eine Arbeit im Kraftwerk annimmt, wie die meisten Bewohner des früheren Sommerdorfes am See. – Rávdná wird als typische Vertreterin ihrer Generation der Samen geschildert, die der schwedischen Sprache und des Lesens kaum mächtig ist, der aber die angestammten Traditionen viel bedeuten. An ihrem Verhalten stellt die Autorin eine inzwischen wohl gänzlich untergegangene Welt des Rentierweide-Nomadentums dar. In Gestalt anderer Dorfbewohner stellt sie deren Angleichung an die sesshafte Lebensweise dagegen. Gleichzeitig zeigt sie das sich verändernde Verhalten der schwedischen Behörden gegen die Samen; allein schon, dass diese jahrzehntelang nicht mit ihrem eigenen Namen, sondern als Lappen bezeichnet werden. Besonders zu Anfang wirkt das Verhalten zwar schützend, aber stark bevormundend. Viel Unverständnis für die andersartige Lebensweise scheint vorzuherrschen, sowohl bei bewahrenden Absichten der Samen wie auch gegenüber deren Bestrebungen, vor allem im Winter warme Wohnstätten zu haben.
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Artikelbeschreibung

Vor einem Panorama überwältigender Natur - drei unnachgiebige Frauen einer sámischen Familie kämpfen um ihre Heimat


Jedes Jahr im Frühling kehren sie nach dem Winter in ihr »Sommerland« am See im Nordwesten Schwedens zurück. Doch in diesem Frühjahr ist alles anders: Als die dreizehnjährige I_gá mit den Rentieren, Mutter und Tante das Tal erreicht, ist ihr Dorf versunken. Birken, Hütten, das Hab und Gut der Familie und vor allem das Grab des Vaters - alles unter Wasser, rücksichtslos geopfert für die Wasserkraftproduktion und den Profit der Städte im Süden. Es beginnt ein jahrzehntelanger Kampf gegen die Mächtigen des Landes, der nicht nur die drei Frauen, sondern das ganze sámische Dorf vor eine Zerreißprobe stellt.
Elin Anna Labba erzählt die weitgehend unbekannte Geschichte ihrer Gemeinschaft und schafft ein unvergessliches Zeugnis für das Recht auf Selbstbestimmung und die tiefe Verbundenheit von Mensch und Natur. Ein hochaktueller Roman von ungeheuer erzählerischer Kraft.

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Personeninformation

Elin Anna Labba, 1980 im nordschwedischen Kiruna geboren, ist eine schwedisch-sámische Journalistin und Autorin. Sie studierte Journalistik an der Universität Göteborg, bevor sie 2020 ihr erstes Buch zur Zwangsumsiedlung der Sámi schrieb, um die eigene Familiengeschichte besser zu verstehen. In der Kategorie Sachbuch gewann sie damit den wichtigsten schwedischen Buchpreis, den August-Preis, sowie 2021 den renommierten Norrlands-Literaturpreis. »Das Echo der Sommer« ist ihr erster Roman. Elin Anna Labba arbeitet heute für das sámische Schriftstellerzentrum Tjállegoahte und lebt in Jokkmokk.

Hanna Granz, geboren 1977, hat in Bonn Skandinavistik und Literaturwissenschaften studiert. Seit 2012 arbeitet sie als freie Übersetzerin und hat u.a. Romane von

Pressestimmen

Ein Buch, in das man sich so richtig hinein vertiefen kann Erwin Uhrmann Die Presse 20260509
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