Die letzte Kolonie - Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Indischen Ozean

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Buchprofile - Rezension
Seit 50 Jahren kämpfen die früheren Bewohner des Chagos-Archipels im Indischen Ozean darum, in ihre Heimat zurückzukehren.
Das Chagos-Archipel ist eine einsame, inmitten des Indischen Ozeans gelegene, ausgedehnte Gruppe von Riffen und Atollen mit nur winzigen Landflächen. Als Großbritannien Mitte der 60er-Jahre die über 2000 km südwestlich gelegene Insel Mauritius in die Unabhängigkeit entließ, behielt es völkerrechtswidrig die Inselgruppe als Kolonie und verpachtete die Hauptinsel Diego Garcia an die Amerikaner, die diese seitdem als bedeutenden geostrategischen Militärstützpunkt nutzen. Damit verbunden war die Vertreibung der mehr als 1.000 Bewohner von den kleinen Inselflecken. Seitdem kämpfen die Bewohner um ein Recht auf Rückkehr auf ihre in der kollektiven Erinnerung paradiesischen Eilande und Mauritius wohl vor allem aufgrund wirtschaftspolitischer Überlegungen um die Territorialrechte über die Inselgruppe. – Der Autor, ein bekannter Anwalt für Internationales Recht, vertritt Mauritius und die Chagosianer seit längerem bei diesem Rechtsstreit vor den internationalen Instanzen (UN, Internationaler Gerichtshof in Den Haag, Internationaler Seegerichtshof in Hamburg). Geschickt kombiniert er in seiner Darstellung die langwierigen und komplexen, für den Lesenden manchmal etwas ermüdenden völkerrechtlichen juristischen Auseinandersetzungen mit dem Einzelschicksal einer heute 70-Jährigen früheren Inselbewohnerin, die stets in ihre alte Heimat zurückkehren wollte und die dank der höchstinstanzlichen Entscheidungen der letzten Jahre auf ein gutes Ende hoffen darf. - Die strikt parteiische, in Deutschland mit einem recht reißerischen Untertitel versehene Darstellung eines komplexen und noch nicht abschließend gelösten Falls der Kolonialgeschichte kann in großen Beständen angeboten werden.
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Artikelbeschreibung

Der bekannte Menschenrechtsanwalt und Bestseller-Autor Philippe Sands erzählt die skandalöse Geschichte eines Verstoßes gegen die Menschenrechte. Er zeigt, dass der Kolonialismus noch nicht überwunden ist undGroßbritannien bis heute internationales Recht bricht.
April 1973. Mitten in der Nacht werden die Bewohner einer Insel im Chagos-Archipel aus dem Schlaf gerissen. Britische Soldaten zwingen sie mit vorgehaltenen Waffen, ihre Häuser zu verlassen, per Schiff werden sie nach Mauritius und in die USA deportiert. Chagoswird zu britischem Territorium erklärt, Großbritannien verpachtet eine der Inseln für eine Militärbasis an die USA.
'Wir waren wie Tiere oder Sklaven auf diesem Schiff. Einige starben vor Kummer. (...) Es bricht einem das Herz.' Mit diesen Worten beschrieb Liseby Elysé 2018 vor dem Internationalen Gerichtshof ihre Deportation. Seit Jahrzehnten streiten sie und ihre Landsleute um das Recht auf Rückkehr, seit 2018 werden sie dabei von Philippe Sands beraten.
2019 schrieb der Internationale Gerichtshof die Chagos-Inseln Mauritius zu, was der Internationale Seegerichtshof 2021 bestätigte. Doch Großbritannien verweigerte weiterhin die Rückgabe der Inseln und die Rückkehr ihrer Bewohner. Erst im Oktober verkündete es, die Hoheit über die Inseln an Mauritius zu übertragen. Damit wird Liseby Elysés Traum, ihre letzten Lebensjahre in ihrer Heimat zu beenden und neben ihren Vorfahren begraben zu werden, endlich wahr. Nur die Insel Diego Garcia bleibt noch für 99 Jahre ein US-Militärstützpunkt.
Ein aufrüttelndes Buch über kolonialen Dünkel und die Missachtung von Menschenrechten - und über die Kraft des Internationalen Rechts.'Elegant geschrieben, bewegend und höchst informativ.' Literary Review

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