Lichterweg 2026: Mit Kerzen ein stilles Zeichen für Frieden und Menschlichkeit setzen
Beim Lichterweg in München können Sie nur mit Kerzenlicht und ohne Plakate oder Parolen den Opfern der aktuellen Kriege gedenken.
Foto: © AdobeStock/evgavrilov
Fühlen Sie sich auch schnell hilflos, wenn Sie in den Nachrichten Opfer von Gewalt, und Krieg sehen? Wenn ja, können Sie am Samstagabend beim Lichterweg 2026 in München dabei sein. Damit setzt der Verein „Die Freunde Abrahams“ ein stilles Gedenken für alle Opfer der aktuellen Kriege und Konflikte.
Nichts als Kerzenlichter
Für den Lichterweg 2026 brauchen Sie nichts als Kerzenlichter. Wie in den vergangenen Jahren spazieren die Teilnehmer schweigend von der Münchner Feldherrnhalle am Odeonsplatz über die Ludwigstraße bis zum Friedensengel, und legen hier ihre Lichter ab. Zum ersten Mal fand der Lichterweg im Jahr 2023 nach dem Überfall der Hamas und der Reaktion der israelischen Regierung darauf statt, erzählt der Zweite Vorsitzende des Vereins Peter Marinković: „Es gab damals in München Demonstrationen, die jeweils sich auf eine Seite stärker sozusagen konzentriert haben, auf die Opfer auf israelischer Seite oder auf die Opfer dann auf palästinensischer Seite und mit vielen Parolen und Gebrüll.“ Davon wollen die Freunde Abrahams mit dem Lichterweg 2026 weg.
[inne]halten - das Magazin 21/2026
Gemeinsam durchs Leben
Warum die christliche Ehe nicht irgendeine Institution, sondern ein mystisches Bündnis der Liebe ist
Lesen Sie im [inne]halten-Magazin unseren Themenschwerpunkt und weitere Geschichten und Berichte aus dem kirchlichen Leben.
Keine Grußworte, keine Reden,
keine Fahnen
Aus diesem Grund findet der Lichterweg in diesem Jahr schweigend statt. Keine Grußworte, keine Reden, keine Fahnen, Schilder oder Parolen. Mittlerweile haben die Freunde Abrahams das Gedenken auf die Opfer aller Kriege, wie in der Ukraine und im Iran erweitert. Peter Marinković erklärt, dass sich das Mitgefühl an alle richtet, unabhängig von Täterzuschreibungen. „Für diesen Lichterweg ist das Entscheidende erstmal die Empathie in den Vordergrund zu stellen und das Mitgefühl mit allen Opfern.“
Peter Marinković: 2. Vorsitzender, evangelischer Pfarrer und Dekan im Prodekanat München-Ost. Arbeitet bei der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit und möchte den Dialog mit anderen Religionen bei den Freunden Abrahams ausweiten.
Die Freunde Abrahams: Der Verein setzt sich für den Dialog zwischen Christentum, Judentum und Islam, den im alten Orient verwurzelten Glaubensrichtungen ein.
Das Entscheidende ist die Empathie
Und diese Idee ging auf: Obwohl bei Themen wie dem Ukraine-Krieg oder dem Hamas-Überfall die Emotionen schnell hochkochen, sind viele Menschen in den vergangenen Jahren friedlich miteinander spaziert. Für die Zukunft wünscht sich Peter Marinković dennoch:
„Wenn ich ganz weit denken darf, dass Kriege auch gestoppt würden und insbesondere der Israel-Palästina-Konflikt oder auch der Konflikt mit dem Iran zwischen den USA und dem Iran und Israel, aber auch andere in Malaysia und so. Wenn es mal solche Kriege nicht mehr gäbe, da wären wir glücklich, dann könnten wir diesen Lichterweg auch gut sozusagen auf den verzichten.“
Bis dahin sind aber Lichterwege wie dieser wahrscheinlich dringend notwendig.
Wann: Samstag, 10.10. 2026 um 19:00 Uhr
Wo: Startpunkt Feldherrnhalle München, Ende Friedensengel
Mitbringen: Kerzenlicht mit Windschutz, KEINE Plakate etc.



