Sommerrätsel-Folge 3
Verbindung zum Himmel aus Holz
In Folge 3 unseres diesjährigen Sommerrätsels suchen wir eine Holzkirche gut 30 Kilometer südlich von München. Ihr Patron war als Zimmermann beruflich ebenfalls mit Holz befasst.
Innenraum der gesuchten Kirche. Foto: © EOM/Achim Bunz
Passend zum Ortsnamen wurde diese neue Kirche als Holzkirche errichtet. Ein Material, mit dem auch der Patron des Gotteshauses als Zimmermann beruflich befasst war. Ganze 667 Kubikmeter Holz wurden verbaut, rund 150.000 Holzschindeln bedecken das Kirchendach und das der nebenan errichteten Werktagskapelle. „Der Grundgedanke, Gebäude mit leicht verfügbaren regionaltypischen Materialien und so wenig Technik wie möglich zu bauen, Gebäude einfach im Gebrauch und Unterhalt, zieht sich prägend durch das Bauvorhaben“, erklärt der Münchner Architekt Eberhard Wimmer in der Festschrift zur Kirchweihe – der ersten im Erzbistum nach zehn Jahren. Diese nahm Kardinal Reinhard Marx am 18. März 2018 – am Vortag des Patroziniums – vor.
Wegen ihrer Kegelform mögen Kirche und Kapelle den ein oder anderen an die Kühltürme eines Atomkraftwerks erinnern. Tatsächlich waren die Ideengeber für diese Bauform Landschaftselemente, die – wie das Baumaterial – in der Natur der entsprechenden Region vorkommen: „Die Inspiration zu dieser ungewöhnlichen Gebäudeform gaben die nahe Alpensilhouette und Moränenhügel“, verriet Zimmerermeister und Projektleiter Johannes Wiesler bei einem Vortrag.
Mystischer Sog nach oben
Im Innenraum sollen die Kegelstümpfe die Blicke der Kirchenbesucher Wiesler zufolge „ins Licht“ führen. Auch Architekt Wimmer spricht von einem „geradezu mystischen Sog nach oben“ – ausgelöst durch die schrägen Glasdächer auf den beiden Kegeln.
Die gesuchte Kirche wolle mit dem Himmel verbinden, führt Pfarrer Gottfried Doll aus: „Sie lenkt die ganze Aufmerksamkeit in seine Richtung.“ Der Ortsgeistliche wendet sich in der Festschrift direkt an die Kirchenbesucher: „Ich lade Sie ein, die neue Kirche auf sich wirken zu lassen, die uns zeigt, dass Gottes Licht in diese Welt scheint. Ich lade Sie ein, hier im privaten Gebet zu verweilen und Ihr Leben in Gottes Licht zu betrachten, es vor ihn zu bringen mit all dem Hellen und Frohen, aber auch mit seinen Schattenseiten.“
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Äußeres und Inneres verbinden
Der Grafinger Bildhauer Fritz Brosig fertigte den Altar und den Tabernakel, die seit 1992 in der Vorgängerkirche standen, die dasselbe Patrozinium hatte und 2011 wegen Baumängeln geschlossen werden musste. Dazu passend gestaltete Brosig ebenfalls aus Carrara-Marmor neu ein Lesepult und eine ovale Bank, die den Altarraum begrenzt.
Außen an der katholischen Kirche grüßt weit oben ein großes Kreuz die Besucher. Geschaffen hat es der Kunstschmied und Bildhauer Matthias Larasser-Bergmeister aus Ebersberg. Das Vortrage- und das Standkreuz im Innenraum der Kirche, die ebenfalls von ihm stammen, nehmen darauf Bezug und verbinden so „das ,Äußere‘ mit dem ,Inneren‘, den ,Himmel‘ mit dem Ort der Eucharistie“, wie der Künstler betont.
Ungewöhnlich: Außenansicht der gesuchten Kirche. Foto: © GRANACHER
Mehrfach ausgezeichnet
Das gesuchte Gotteshaus wurde mehrfach ausgezeichnet: Beim Bayerischen Holzbaupreis 2018 bekam es einen Sonderpreis für die „außergewöhnliche Formensprache und Materialität“ des Gebäudes sowie die „beeindruckende räumliche Qualität“. Beim Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erhielt es eine „Lobende Erwähnung“.„Wir Menschen brauchen diese Orte, immer im Wissen darum, dass das, was wir bauen, vergänglich ist“, sagte Weihbischof Wolfgang Bischof, der an diesem Ort gut 30 Kilometer südlich von München als Kaplan gewirkt hatte, 2016 bei der Grundsteinlegung für die neue Kirche: „Das ist nicht der Stein, auf den wir alles bauen. Jesus Christus selbst ist das Fundament, auf dem wir unseren Glauben aufbauen.“ Es spiele keine entscheidende Rolle, „ob das Haus nun aus Stein, aus Holz oder aus Beton gebaut ist“, so der Weihbischof: „Das, was eine Gemeinde lebendig macht, ist etwas anderes, das ist das Miteinander-auf-dem-Weg-Sein.“
Kardinal Marx rief die Gemeinde bei der Weihe der neuen Kirche zwei Jahre später auf: „Jetzt seid ihr dran – macht was draus!“ Seelsorgeteam, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat jedenfalls liegt daran, die preisgekrönte Kirche auch außerhalb der Gottesdienste mit Leben zu füllen. Deshalb ist sie in der Regel von 8 bis 18 Uhrgeöffnet und wartet mit einem breit gefächerten Konzertprogramm auf. Wer es nicht persönlich in die gesuchte Kirche schafft, kann sie unter www.Hlozanek.Gallery virtuell besichtigen.
Wie heißt die gesuchte Kirche?



