Raten und Gewinnen
02.07.2026

Sommerrätsel-Folge 1

15.000 Kacheln und 66 Lego-Steine

Unser Sommerrätsel, bei dem es eine attraktive Flugreise zu gewinnen gibt, steht heuer ganz im Zeichen moderner Kirchen in den (Erz-)Bistümern München-Freising und Eichstätt. Wir starten mit einem markanten Beispiel in einem Neubaugebiet östlich von München.
   

An die gesuchte Kirche grenzt ein Park mit Teich an. An die gesuchte Kirche grenzt ein Park mit Teich an. Foto: © Burghardt

Mit einer „überdimensionalen Skulptur“ wurde sie verglichen. Als „sanft durchleuchteter Raum für Gott und die Menschen“ wurde sie beschrieben. Als „ein zum Himmel strebender Raum aus Licht“ wurde sie gerühmt. „Bergkristall“ nannte man sie. „Kleine Elbphilharmonie“. „Statistikkurve“. „Sprungschanze Gottes“. Und sogar: „schönste Kirche der Welt“. Die Rede ist natürlich von … nun, genau das wollen wir in dieser ersten Rätselfolge herausfinden.

Wir befinden uns im Landkreis Ebersberg, in einem Ort rund zehn Kilometer östlich vor den Toren Münchens. Der größte Wildpark Bayerns befindet sich hier. Und die Gemeinde ist vor allem ab den 1990er Jahren stark am Wachsen, in nur 25 Jahren verdoppelt sich die Einwohnerzahl. Ein großer neuer Ortsteil wächst heran, und dieser braucht – ja, auch heute noch – eine katholische Kirche. So kommt es also in den 2010er Jahren noch einmal zu einem echten Kirchenneubau im Erzbistum München und Freising – zu einem Bau also, der keinen Vorgängerbau ersetzt, sondern an einem ganz neuen Standort realisiert wird.
    

Futuristisch, mutig, himmlisch? Mit ungewohnten Formen hebt sich die Kirche gegen den Abendhimmel ab. Futuristisch, mutig, himmlisch? Mit ungewohnten Formen hebt sich die Kirche gegen den Abendhimmel ab. Foto: © imago/Westend61

Wie ein weißer Kristall

Der Münchner Architekt Andreas Meck gewinnt den ausgeschriebenen Wettbewerb mit einer besonderen Idee: Wie ein weißer Kristall soll das neue Gotteshaus aussehen. Und bloß nicht den Eindruck eines sachlichen Zweckbaus aus Beton erwecken. Nein, da geht es schon um mehr! Das sieht auch Kardinal Reinhard Marx so, der bei der feierlichen Weihe der Kirche am 10. Juni 2018 anerkennend feststellt: „Sie verbindet Himmel und Erde, wenn man hineinkommt.“

Auffälligstes Merkmal des 34 Meter hohen Bauwerks ist seine eigentümliche Form, die die erwähnten Assoziationen mit Bergkristallen, Sprungschanzen und Elbphilharmonien hervorruft. Der besondere Gesamteindruck entsteht aber erst durch die 15.000 weißen Kacheln, die die oberen Teile der Fassade zieren. Glänzendes Weiß, das für den Himmel steht! Darunter verkörpert ein Sockel aus Nagelfluhgestein die Erde – so bleibt der Bau bodenständig und das Konzept stimmig.

Auch im schlicht und klar gehaltenen Inneren mit 350 Sitzplätzen gibt es verborgene Formen und Aussagen zu entdecken. So ist der Kirche ein imaginäres liegendes Kreuz eingeschrieben, dessen vier Seiten sich in den Bereichen Eingang, Altar, Taufe und Musik wiederfinden; jeweils unterschiedliche Fensteröffnungen sorgen dabei für wechselnde Lichtstimmungen.

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Viele Architekturpreise

Die neue Kirche bleibt nicht unbemerkt, schon bald nach der Eröffnung gewinnt sie Preise: 2019 den Preis des Landesverbands Bayern des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten in der Kategorie „Besondere Bauten“, im selben Jahr den Deutschen Architekturpreis „Große Nike“, 2020 den internationalen Preis für sakrale Architektur als schönste moderne Kirche der Welt – um nur einige zu nennen.

Bald erlebt der preisgekrönte Bau aber auch einen wortwörtlich schwarzen Tag: Im Juli 2022 kommt es bei der Unkrautbeseitigung mit einem Gasbrenner zu einem Brand, bei dem eine Fassade stark beschädigt wird. „O heiliger Sankt Florian“, schreibt die örtliche Freiwillige Feuerwehr in ihrem Einsatzbericht, aber dann auch: „Ein massiver Löschangriff mit mehreren Strahlrohren bringt schnell den gewünschten Erfolg und die Flammen sind unter Kontrolle.“

Die gesuchte Kirche, zusammengebaut aus 66 Lego-Steinen. Die gesuchte Kirche, zusammengebaut aus 66 Lego-Steinen. Foto: © Gülden

Kirche als Lego-Bausatz

Unsere Kirche kann auch mit einem witzigen Kuriosum aufwarten: Es gibt sie als Lego-Bausatz. Zwar nicht offiziell vom Hersteller, aber von der Pfarrei als selbst zusammengestelltes Set mit 66 Einzelteilen, das Ende 2023 aufgelegt wurde.

Eine weitere Besonderheit kann erleben, wer sonntags um kurz vor neun vorbeischaut. Dann nämlich strömen viele Mitglieder der kroatischen Gemeinde herbei, die einen Gottesdienst in ihrer Muttersprache feiern – bevor danach auch noch eine Sonntagsmesse auf Deutsch folgt.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf den Namen unserer Kirche. Sie ist seit ihrer Weihe 2018 die neue Pfarrkirche der Pfarrei St. Michael, die weiterhin nach der früheren Pfarr- und heutigen Filialkirche St. Michael im selben Ort benannt ist. Unsere gesuchte Kirche selbst ist aber keine Michaelskirche. Stattdessen ist sie nach einem berühmten Seligen und Jesuiten benannt, der in einer anderen Michaelskirche, nämlich in der Münchner Innenstadt, gegen die Nationalsozialisten gepredigt hat.

Wie heißt die gesuchte Kirche?