That's life in Dystopia

Roman
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Buchprofile - Rezension
Nach einem vernichtenden Sturm auf der Erde versuchen wenige Überlebende, eine neue Zukunft aufzubauen.
Im Frühjahr 2019 kommt unvermittelt das auslöschende Ereignis, eine Art Wirbelsturm mit tötenden Gasen, über die niederösterreichische Heimat Jolas. Sie kann sich mit Marek und anderen in einen Weinkeller flüchten, überlebt bei ständigem Alkoholrausch. Nach Tagen trauen sie sich wieder hinaus, flüchten und siedeln sich schließlich in einem halb intakten Ausflugsgasthaus ein. Die einzelnen Episoden aus neun Jahren sind geprägt vom Überlebenskampf, steten traumatischen Einbrüchen und der Sehnsucht nach Nähe. Die zwei Frauen und fünf Männer mit zunehmend mehr Kindern unterschiedlicher Eltern beuten die nicht vernichteten Läden, Apotheken, Tankstellen etc. aus. Weitere Überlebende müssen sie mit Waffengewalt zurückweisen, ausgesetzte Neugeborene nehmen sie auf, zu anderen Gruppen entwickeln sich zurückhaltend Beziehungen. Alle schwanken zwischen einer Existenz mit den erhaltenen Essensvorräten/Materialien und einem geplanten, mühsamen, nachhaltigen Anbau von Getreide, einer Viehwirtschaft. Vor allem die Frauen erhoffen sich so Unabhängigkeit und eine Zukunft für die Kinder. Schließlich erwacht bei den getrenntlebenden Menschengruppen der Ehrgeiz, in einem Verbund miteinander zu leben. Eine Teilgruppe bricht auf, dafür im zerstörten Wien nach der UN-Charta zu suchen. - Johanna Grillmayer bietet einen ungeheuer packenden Roman in einer kraftvollen, geerdeten Sprache. Eine Energie gegen die Auslöschung, die sich gerade bei den kleinen Kindern mit meist biblischen Namen in nicht angeleiteten archaischen Ritualen manifestiert. Der Erstling der Autorin, für den Fortsetzungen angekündigt sind, erzählt auf neue Weise von der Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit. Sehr empfehlenswert für jugendliche und erwachsene Leser.
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Artikelbeschreibung

Stellen Sie sich vor, eine Katastrophe hat die Menschheit ausgelöscht, bis auf eine Handvoll Überlebender. Darunter Jola, Anfang 20. Mit einer kleinen Gruppe etwa Gleichaltriger findet sie Zuflucht in einem leerstehenden Hotel. Ihre Tage sind mit Fragen des reinen Überlebens gefüllt, der Suche nach Lebensmitteln und Waffen, aber auch damit, bei Verstand zu bleiben. Kinder werden allmählich geboren, wie in einer Patchwork-Familie haben sie mehrere Mamas und Papas. Zunehmend fällt es Jola und den anderen schwer, sich damit abzufinden, dass es "dort draußen" niemanden mehr geben soll. So beschließen sie, einen von ihnen zu einer Mission in die Welt hinauszuschicken - mit unerwarteten Folgen...In ihrem geschickt zwischen den Zeitebenen jonglierenden Roman schildert Johanna Grillmayer die Neuorganisation des Lebens nach der großen Tabula rasa: Wie schießt man einen Rehbock? Und wie zerlegt man ihn? Worin die Kinder unterrichten? Wie eine Gesellschaft etablieren? Das liest sich spannend wie ein Krimi, obwohl oder gerade weil der Roman ohne postapokalyptische Action- und Horrorszenarien auskommt. "That's life in Dystopia", lautet das lakonische Resümee einer der Überlebenden. Warum also nicht die Stunde Null als Chance sehen, die Dystopie als Utopie?

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Personeninformation

Johanna Grillmayer, geboren 1974, lebt mit ihrer Familie in Wien. Studium der Geschichte an der Universität Wien. Arbeitet als Redakteurin beim ORF. "That's life in Dystopia" ist ihr erster Roman. Zwei ähnlich umfangreiche Fortsetzungsteile sind in Arbeit.
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