Gras

Die Geschichte einer Zwangsprostituierten während des Pazifikkrieges
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Buchprofile - Rezension
Die bewegende Lebensgeschichte eines koreanischen Mädchens, das viele Jahre lang Opfer von Verbrechen wurde.
Während der japanischen Besatzung von Korea und Teilen Chinas wurden Tausende von Mädchen und Frauen zur Prostitution gezwungen. Als sogenannte "Trostfrauen" waren sie unvorstellbarem Leid ausgesetzt – Hunger, Misshandlungen, Folter, mangelnde medizinische Versorgung. Bis heute beschäftigt dieses Menschheitsverbrechen die koreanische und die japanische Gesellschaft. Nur wenige dieser Frauen leben noch; einige von ihnen haben sich nach der Befreiung für die Ahndung der Taten eingesetzt. Von einer dieser Frauen, Lee Ok-seon, handelt diese seitenstarke Graphic Novel. Sie ist ein Lebensroman, der von einer jungen Zeichnerin als biografisches Zeugnis verfasst wurde. Bei ihren Besuchen bei Lee in einem Altenheim erfuhr sie von der bitteren Armut der Familie, vom Irrglauben der Mutter, die Tochter versorgt zu wissen, von der Verschleppung und der Zeit in Lagern und schließlich von der Familiengründung und erneuten Enttäuschungen. Mit angehaltenem Atem liest man von dem Schicksal dieser Frau, aber auch der Tapferkeit und dem Überlebenswillen Lees und ihrer Mitgefangenen. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen – als kleinformatige Panels oder als doppelseitige Panoramen – erfassen in beeindruckender Weise die Lebensstationen und das körperliche und seelische Leid. Die Landschafts- und Naturstudien stehen in der Tradition koreanischer Tuschmalerei; es sind großartige, wunderschöne Blätter, die wie eine Atempause im Lebensbericht wirken. Das Werk der Buch-Künstlerin stellt einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur dar: es gibt dem persönlichen Erinnern einer Zeitzeugin einen würdevollen Raum und beleuchtet die (in Europa noch wenig wahrgenommenen) historischen Tatsachen. "Gras" ist ein Meisterwerk – ein Appell an die Menschlichkeit und ein Appell, den Opfern jeglicher Verbrechen zuzuhören und ihnen beizustehen.
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Artikelbeschreibung

1943. Korea ist unter japanischer Besatzung. Lee Oksun, ein 16-jähriges Mädchen, wird von ihren Adoptiveltern als Sexsklavin an die in China stationierte japanische Armee verkauft.Lee Oksuns Geschichte erinnert nicht nur an die Schicksale der von der japanischen Armee euphemistisch genannten "Trostfrauen" (was von japanischen Nationalisten noch immer geleugnet wird), sondern zeigt auch die Mitschuld einiger Koreaner und die soziale Ausgrenzung, der die Überlebenden nach ihrem Exil in Korea ausge-setzt waren.Nachdem sie sechzig Jahre fern ihrer Heimat gelebt hat, kehrt Oksun in ihr Geburtsland zurück. Es ist an der Zeit, ihre bewegende Geschichte zu erzählen.Mit ihrem Werk beleuchtet Keum Suk Gendry-Kim diesen totgeschwiegenen Aspekt der Geschichte und distanziert sich gleichzeitig von den revisionistischen offiziellen Diskursen. Endlich gibt es die Gelegenheit, dieses fast 500 Seiten starke Meisterwerk in deutscher Übersetzung zu entdecken.' Internationaler Bestseller' Übersetzt in 30 Sprachen und mehrfach ausgezeichnet

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