Aale und Gespenster

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Buchprofile - Rezension
Durch einen Zufall wird Casimir an einen Kriminalfall der Nachkriegszeit erinnert.
In den letzten Kriegstagen bombardierte die Royal Air Force die "Cap Arcona" in der Lübecker Bucht. Das Schiff wurde schwer beschädigt, wobei Tausende ehemalige KZ-Insassen ums Leben kamen. Casimir und sein Freund Rimsky versuchten, bei Tauchgängen Wertgegenstände aus dem Wrack zu bergen und sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Aber dies blieb nicht unbemerkt und auch Rimskys Identität als "Displaced Person" wurde angezweifelt. 40 Jahre später wird Casimir erneut mit diesen Ereignissen der Vergangenheit konfrontiert. Wie lange die sogenannte "Nachkriegszeit" wirkt und wie prägend die Ereignisse der späten 40er-Jahre für die Menschen waren, ist das große Thema dieser Graphic Novel. In der Geschichte werden an einem beschaulichen Ort der Ostseeküste sehr differenzierte Biografien gebündelt: Einheimische mit einer Täter-Vergangenheit, Vertriebene, ehemalige Häftlinge, desertierte Soldaten, britische Besatzer. In all diesen Figuren wirkt die unmittelbare Vergangenheit nach. Das Schiffswrack steht ihnen tagtäglich wie ein Mahnmal vor Augen. Zu all dem kommen die alltäglichen Nöte, der Kampf ums Überleben, der Wunsch nach Normalität. Besonders die jugendlichen Protagonisten wirken verloren in dieser Gemengelage des überwundenen NS-Regimes, der Besatzung und der so mühevollen Bewältigung der Alltagssorgen. Diese so komplexe Situation in einer angespannten Atmosphäre wird in der Illustrierung sehr nuanciert eingefangen. Hier gibt es keine Panels, vielmehr steht die Offenheit der Szenen symptomatisch für die Konturlosigkeit und die innere Zerrissenheit der Figuren. Ein Krimi entspinnt sich, der von den Dialogen lebt, aber auch vom Unausgesprochenen, von Geheimnissen und Ahnungen. Auch die Rahmenhandlung um Casimir, der sich im hohen Alter der eigenen Schuld inmitten des so übergroßen NS-Verbrechens erinnert, überzeugt. Diese Arbeit wirft ein Schlaglicht auf ein singuläres Ereignis und entwickelt dabei ein ganzes Panorama an Schicksalen. So kann diese Graphic Novel als ein Beitrag zur Erinnerungskultur gelesen werden, der schon Jugendliche ansprechen wird.
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Artikelbeschreibung

Aale & Gespenster erzählt die Erlebnisse der beiden Freunde Casimir und Rimsky im Sommer 1947. Sie verdienen ihr Geld mit dem illegalen Ausschlachten des riesigen Wracks der "Cap Arcona", das in der Lübecker Bucht liegt. Anna, die Tochter des ehemaligen NSDAP-Ortsgruppenleiters, überredet die beiden, sie zum Wrack mitzunehmen. An Bord des Schiffes kommt es zum Streit ...Durch die große Anzahl an Opfern des Schiffsunglücks, die nach und nach an die umliegenden Strände gespült wurden, blieben der Tod und die grauenhaften Erlebnisse des Krieges bis in die 1950er Jahre in der Region präsent.1987 machen Marianne und ihre Tochter Anja Urlaub an der Küste. Sie stoßen zufällig auf ein Skelett im Erdreich des Campingplatzes. Die Polizei ordnet den Fund in gelassener Routine dem über 40 Jahre zurückliegenden Schiffsunglück zu. Aber das entspricht nicht ganz der Wahrheit.' Kriminalgeschichte vor historischem Hintergrund, die bis in die Gegenwart reicht' 1945 wurde die "Cap Arcona" durch die Royal Air Force in der Lübecker Bucht versenkt, dabei kamen tausende KZ-Häftlinge ums Leben' 80. Gedenktag des tragischen Unglücks am 3. Mai 2025

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