Die Synagoge

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Buchprofile - Rezension
Biografischer Rückblick des Zeichners Joann Sfar auf seine Jugend und jüdischen Wurzeln.
Angesichts seiner Corona-Erkrankung, wo er vom Geist des Journalisten Joseph Kessel heimgesucht wird, erinnert sich Comiczeichner Joann Sfar an seine Kindheit, Jugend und die Beziehung zu seiner Familie. Sein Vater mit algerischen Wurzeln arbeitete als erfolgreicher Anwalt in Nizza, ließ sich allerdings mit dem für Antisemitismus kritisierten Bürgermeister Jacques Medecin ein, der ihm eine Allianz gegen Le Pen versprach. Rund um seine Beteiligung am Wachschutz für eine Synagoge in den Achtzigern reißt Sfar verschiedene Aspekte seiner Biografie an. Unter anderem hebt er seine Begeisterung für Comics, für Selbstverteidigung, wo er sich in seine Kampfsportlehrerin verliebt, die Bekanntschaft mit einem scheinbar freundlichen Skinhead, Mobbing in Schule und Freizeit sowie erste Erfolge als Comiczeichner hervor. Dabei schneidet er Fragen wie Pazifismus versus Gewalteinsatz bei Angriffen an. Ebenso besinnt sich Sfar auf extreme Fälle von Rassismus samt Anschlägen auf jüdische Einrichtungen und die „Charlie Hebdo“-Redaktion. Erneut kommt die Erkenntnis auf, dass Antisemitismus-Vorfälle bei Gewalt gegen jüdische Ziele stets international zunehmen, was bei der aktuellen Gaza-Auseinandersetzung wieder zu beobachten war. Obwohl der biografische, oft bissige Band in seiner Detailfülle mitunter ausufert, greift Sfar wichtige Aspekte zur jüdischen Identität auf. Ein 30-seitiger Anhang dokumentiert zahlreiche angeschnittene Punkte. Für größere Bestände empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Frankreich, 1980er Jahre: Es gab eine Reihe von Bombenanschlägen auf Synagogen und auch die jüdische Gemeinde in Nizza ist besorgt. Einige der Gemeindemitglieder organisieren sich gegen die rechte Bedrohung und gründen einen Wachschutz um das Gotteshaus zu schützen, darunter auch Joann Sfar. Es war auch die Zeit, in der der Front National offen antisemitisch auftrat und noch nicht vorgab, eine Partei wie alle anderen zu sein.Sfar gewährt sehr persönliche Einblicke in seine Jugend und auf seinen familiären Background: "Mein Großvater war ein Kriegsheld der sich weigerte, überhaupt irgendetwas über den Krieg zu erzählen. Mein Vater auf der anderen Seite war der Anwalt vieler Gangster aus Nizza und hatte einige Neonazis ins Gefängnis gebracht. Er wurde wegen seines politischen Engagements bedroht und versteckte Gauner im Kofferraum seines Alfa Romeo bis zum Gericht. Ich sah ständig, wie er sich prügelte. Das faszinierte und traumatisierte mich gleichermassen."

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