Texte für den New Yorker AUFBAU

1938-1967
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Bayern im Buch-Rezension
Beiträge von Oskar Maria Graf für die jüdische Exil-Zeitschrift „Aufbau“.
Der bayerische Schriftsteller Oskar Maria Graf verbrachte seine zweite Lebenshälfte im Exil in New York. Mit seiner zweiten Frau, der Jüdin Mirjam Sachs, war er für die deutschsprachige jüdische Monatszeitschrift „Aufbau“ tätig, die ab 1939 sogar als Halbmonatszeitschrift erschien und 1944 in 45 Ländern wohl eine Viertelmillion Leser erreichte. Er rezensierte dort Neuerscheinungen, nahm zu literarischen Themen Stellung und veröffentlichte eigene Gedichte, großenteils Natur- und Heimatgedichte, die den meisten von uns unbekannt geblieben sind. Herausgegeben wurden diese Texte Grafs von Ulrich Dittmann, der verstorben ist, und Ulrich Kaufmann. Mitgearbeitet haben dabei Joachim Moisel und Katrin Schüler. Der 404 Seiten starke Band gliedert sich in vier Teile. Der erste und umfangreichste stellt Texte von Oskar Maria Graf vor: Essays, Reden, Erzählungen, Gedichte und Rezensionen. Der schmale zweite Teil sammelt Besprechungen von Grafs Werken. Darauf folgen Gratulationen von Freunden und Kollegen. Das letzte Kapitel würdigt Leben und Werk Grafs nach dessen Tod 1967. Generell erfolgt die Anordnung der einzelnen Artikel nach ihrem Erscheinungszeitpunkt. In den vielen Rezensionen erlebt man einen belesenen Literaturkenner, der klare Positionen vertritt. Regen Anteil nimmt Graf am literarischen Leben. Dazu gehören Nachrufe auf Schriftstellerkollegen, so auf Theodore Dreiser oder Martin Andersen-Nexö, dem er am liebsten den Literatur-Nobelpreis zugedacht hätte. Filme werden vorgestellt und z.T. hart kritisiert. Unter Grafs kurzen und persönlich gehaltenen Texten sei seine „Begegnung mit Hitler (1923)“ erwähnt, die beide Personen farbig charakterisiert. Ein Literaturverzeichnis und ein ausführliches Namensregister laden dazu ein, sich noch ausführlicher mit diesen interessanten kultur- und zeitgeschichtlichen Texten zu beschäftigen. Oskar Maria Graf wird darin als Person wie als Schriftsteller gleichsam lebendig.
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Artikelbeschreibung

Fast dreißig Jahre, von September 1938 bis zu seinem Tod 1967, lebte der in Berg am Starnberger See geborene Schriftsteller Oskar Maria Graf im New Yorker Exil. Als erster Vorsitzender der »German American Writers Association« (1938 bis 1940) wurde er zu einer prägenden Stimme der antifaschistischen Exilliteratur.Erstmals gebündelt erscheinen hier seine Texte für die deutsch-jüdische Zeitschrift »Aufbau«, für die er kontinuierlich schrieb. Die kommentierten Beiträge - Essays, Reden, Gedichte, Rezensionen und Porträts - sind zentral für sein Werk. Neben bekannten Autoren wie Thomas Mann und Hermann Hesse widmete er sich auch weniger bekannten Stimmen.Im Exil arbeitete Graf eng mit seiner Frau Mirjam zusammen, die Teil der »Aufbau«-Redaktion war.

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Personeninformation

Dr. phil. Ulrich Dittmann 1937 in Berlin geboren, war der Literaturwissenschaftler bis 2003 Akademischer Direktor für Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als ausgewiesener Kenner und Herausgeber hat er sich insbesondere um das Werk Oskar Maria Grafs verdient gemacht: 1992 war er Mitgründer der Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft, deren Vorsitz er bis 2014 innehatte, außerdem edierte er im Allitera Verlag 13_Bände mit frühen Texten Grafs und war Mitherausgeber des Jahrbuchs der Gesellschaft. Ein weiterer Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit galt Adalbert Stifter. Ulrich Dittmann verstarb 2024 in Seefeld am Pilsensee.

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