Sehnsucht Starnberger See

Villen und ihre berühmten Bewohner im Porträt
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Bayern im Buch-Rezension
Großformatiger Prachtband zur Architektur der Villen (und ihren Bewohnern) rund um den Starnberger See.
Die Autorin stellt hier 44 repräsentative historische Gebäude vor, die auch heutzutage zum größten Teil noch von den Nachfahren der einstigen Bauherren bewohnt und liebevoll gepflegt werden. Den Anfang, in idyllischen Refugien am und oberhalb des Starnberger Sees mit Blick auf die Wellen und auf das Gebirge den Sommer zu genießen, machte der bayerische Adel, gefolgt ab der Mitte des 19. Jh. vom Münchner Großbürgertum. Standesgemäß wohnen, lautete die Devise, weshalb die Architekten sich geradezu überboten (und die Bauherren die nötigen finanziellen Mittel dazu auch besaßen), Villen und Landhäuser zunächst im klassizistischen "Styl", dann in luxuriöser Nachbildung oberbayerischer Bauernhäuser oder toskanischer Villen, schließlich am Ende des 19. Jh. als spätromantische Ritterburgen mit Erkern und Türmchen zu entwerfen. Nach dem wohlhabenden Bürgertum und den Malern, Musikern und Literaten, die sich hier niederließen, kamen zu Beginn des 20. Jh. viele Schauspieler, die sich ihre Domizile nach den Vorstellungen der kühlen Bauhausarchitektur errichten ließen. Aber auch die geschmackvolle Ausstattung der Salons und der Wohnräume mit wertvollen Stilmöbeln, Teppichen und Gemälden sowie die Ausschmückung der Parks und Gärten mit üppigen Blumenrabatten, Brunnen und hübschen Putten hat die Autorin hier in Bild und Text eingefangen. Dafür hat sie reichhaltiges Archiv- und Bibliotheksmaterial ausgewertet und Interviews mit zahlreichen Besitzern über die Geschichte der Prachtvillen geführt. In kurzweiligen Essays porträtiert die Autorin geradezu liebvoll diese größtenteils unter Denkmalschutz stehenden feudalen Domizile samt dem denkwürdigen und des Öfteren auch schicksalhaften Leben in diesen geschichtsträchtigen Luxusimmobilien am Starnberger See.
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Artikelbeschreibung

Die historischen Villen mit ihren Türmchen, Erkern und Balkonen prägen bis heute die Landschaft rund um den Starnberger See. War der sommerliche Aufenthalt am See einst dem Adel vorbehalten, so verbrachte spätestens ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch das Münchner Großbürgertum die Sommermonate vor den Toren der Stadt. Wer es sich leisten konnte, der residierte standesgemäß in einem stattlichen Wohnhaus inmitten eines großen Gartens. Es waren jedoch die Münchner Maler, die lange vor den »Großkopferten« der Schönheit des Starnberger Sees verfallen waren. Die Künstler waren nicht nur Wegbereiter für den im 19. Jahrhundert einsetzenden Fremdenverkehr: Maler, Musiker und Literaten waren auch gern gesehene Gäste in den herrschaftlichen Sommerhäusern und bereicherten das gesellschaftliche Leben. Und die eleganten Villen wurden zu Schauplätzen von Liebesgeschichten und Dramen, von Geistesblitzen in großer Einsamkeit, von Gipfeltreffen der Kunst, von schmutzigen Geschäften und von konspirativen Zusammenkünften. Ein wunderbar inspirierender Band zur bayerischen Kulturgeschichte.

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