Monster Berlin

Eine Kulturgeschichte der nationalsozialistischen Zeit
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Buchprofile - Rezension
Widerstand und Anpassung, künstlerische Freiheit und Duckmäusertum im Berlin der NS-Zeit.
Nach seiner Schilderung der "Goldenen Zwanziger" in seinem Buch "Vulkan Berlin" widmet sich Kai-Uwe Merz nun der dunkelsten Zeit in der deutschen Geschichte und zeigt am Beispiel Berlins, dass "mit der Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur sich in dieser Stadt Zug um Zug eine kontrollierte und gelenkte Kultur entfaltete, die keine Freiheit mehr kannte und die zur Vollstreckerin der menschenverachtenden, vor allem antisemitischen Ideologie und Propaganda des Regimes degradiert wurde." An den Lebensläufen verschiedenster Künstler macht Merz deutlich, wie diese sich verhielten, ob sie sich anpassten oder sich verweigerten, ob sie sich mit dem Regime arrangierten, sich ihm anbiederten oder sich geschickt durch diese Jahre lavierten. Zu denen, die schon sehr bald Berlin, den Mittelpunkt ihres Schaffens, verließen, gehörten bekannte Schriftsteller, u.a. Thomas Mann mit seiner Familie, Lion Feuchtwanger, Bert Brecht. Auch für sog. "entartete" Künstler - Maler (z.B. George Grosz), Bildhauer (z.B. Renée Sintenis) - blieb nur die Emigration, das Schweigen bzw. Nichtstun. Einer der blieb, das Verbrennen seiner Bücher mitansah und Schreibverbot erhielt, war Erich Kästner, dem es glückte, seine Bücher im Ausland erscheinen zu lassen. Natürlich gab es auch solche, die sich zum Wohl ihrer Karriere arrangierten und solche, die dem Regime insofern dienten, indem sie durch ihre Schauspielkunst (z.B. Gustaf Gründgens) oder durch ihr herausragendes Können als Dirigent (z.B. Wilhelm Furtwängler) oder durch filmische Gestaltung (z.B. Leni Riefenstahl) dem NS-Staat im Bereich Kunst und Kultur zu internationalem Ansehen verhalfen. Die vom Autor ausgewählten Lebenswege gewähren durch ihre Haltung und Tätigkeit dem Leser authentische Einblicke in die Lebenswirklichkeit der NS-Metropole Berlin. - Spannend und informativ! Uneingeschränkt empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Kultur im Nationalsozialismus?Kai-Uwe Merz beschreibt, wie das Kulturleben sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten entwickelte. Zwischen Widerstand und Anpassung, künstlerischer Unabhängigkeit und Duckmäusertum schwankten viele Berliner Intellektuelle dieser Zeit. Das Ergebnis waren Verfolgung und Exil einerseits, der teils unerwartete Aufstieg "linientreuer" Künstler andererseits.In kurzen Kapiteln führt der Autor ein in die Themen Machtzentrum, Staatspartei, Exilliteratur, Unterhaltungsliteratur, Theater, Musik, Malerei, Skulptur, Stadtarchitektur, Medien und Gesellschaft. Personen wie Lion Feuchtwanger, Erich Kästner, Gustaf Gründgens, Wilhelm Furtwängler, George Grosz, Albert Speer und viele andere werden in ihrem Wirken in Berlin ausführlich dargestellt.Eine erhellende Reise durch die Abgründe der deutschen und Berliner Geschichte.

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