So gehn wir denn hinab

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Buchprofile - Rezension
Bewegender Roman über Sklaverei im Süden Amerikas.
Annis erzählt ihre Geschichte, die für viele dunkle Geschichten der Sklaverei in den Südstaaten Amerikas stehen mag. In Sklaverei geboren, wird Annis als Kind durch Verkauf an einen neuen Herrn von ihrer Mutter getrennt, die ihr aber in jungen Jahren in Strenge und Vehemenz, aber von Liebe getrieben, noch mit auf den Weg gibt, was ihr zum Überleben wichtig scheint. Sie gibt Annis das Erbe der Großmutter, einer afrikanischen Kriegerin, weiter und lehrt sie zu kämpfen. Gegen Körpergewalt und gegen die Bedrohung männlicher Übergriffe. Einsam muss nun Annis ihr schweres Dasein ertragen und unerbittlichen und grausamen Dienstherren folgen. Sie erlebt als Unfreie eine Reise von South Carolina über Georgia nach New Orleans, wo sie als Küchenhilfe einer sadistischen Eigentümerin unterstellt ist. Es sind Magie und Tagträume, in denen sie vor der Wirklichkeit flieht und sich mystisch mit ihren Ahnen verbindet. Ein riskanter Hoffnungsschimmer leuchtet in Bastian auf, dem die Flucht mit einigen Sklavinnen und Sklaven gelungen ist und der sich fortan durch die Wildnis Louisianas schlägt. Für Annis verbleibt die Stärke ihres Widerstandes in der Bindung zu den Frauen ihrer Familie, ihrer Mutter und Großmutter, mit denen sie in geistiger Verschmelzung überlebt und das Aufbegehren ein visionäres bleibt, das sich wie ein immer lauter werdender Appell entwickelt und an dessen Ende der Leser selbst seinen Aufstand setzen muss. - Ein eindringliches Buch in starken Worten, das nicht schont und damit in seiner Fiktion einen beeindruckenden Beitrag zur Geschichtsschreibung der Südstaaten leistet.
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Artikelbeschreibung

Ein so gewaltiger wie zärtlicher Roman, der von den Schrecken der Sklaverei erzählt und von Annis, einer jungen Frau, die in sich die Stärke, Zuversicht und - Widerstandskraft findet, um sich selbst zu befreien. Annis wird in Sklaverei geboren. Als sie noch ein Kind ist, verkauft ihr Vater, der Plantagenbesitzer, ihre Mutter und, ein paar Jahre später, auch sie an die Sklavenhändler. Von den Reisplantagen South Carolinas treiben sie Annis und ihre Mitgefangenen zu den Sklavenmärkten von New Orleans. Aneinander gekettet und der Brutalität ihrer Aufseher sowie den Naturgewalten ausgesetzt, kämpfen sich die Geschundenen Hunderte Kilometer durch ein erbarmungsloses Land. Die »Lady«, die Annis schließlich kauft, ist für ihre Grausamkeit und Willkür gefürchtet. Auf ihrer Zuckerrohrplantage muss Annis fortan schuften und jeder Funke von Widerstand wird hart bestraft. Trost und Hoffnung findet Annis in der Liebe ihrer Mutter, die sie immer noch im Herzen trägt, und in der Erinnerung an die Geschichten, die ihre Mutter ihr von ihrer Großmutter Aza erzählte, einer afrikanischen Kriegerin. Sie handeln von einer Welt jenseits der gnadenlosen Wirklichkeit, einer Welt voller Mythen und Geister; aus ihnen schöpft Annis die Kraft, sich ihren Peinigern zu widersetzen, und den Willen, sich aus der Sklaverei zu befreien. Als sie auf Bastian trifft, der mit einer Gruppe der Sklaverei entkommener Frauen und Männer in der Wildnis Louisianas lebt, nimmt der Gedanke an Flucht immer konkretere Gestalt an und Annis entschließt sich, für ein Leben in Freiheit alles zu riskieren.

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Personeninformation

Jesmyn Ward, geb. 1977, wuchs in DeLisle, Mississippi, auf. Nach einem Literaturstudium in Michigan war sie Stipendiatin in Stanford und Writer in Residence an der University of Mississippi. Sie lehrt derzeit Englische Literatur an der Tulane University in New Orleans. Jesmyn Ward ist die erste Frau und die erste Afroamerikanerin, die zweimal mit dem wichtigsten amerikanischen Literaturpreis, dem National Book Award, ausgezeichnet wurde: für Vor dem Sturm (Kunstmann, 2013) und für Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt (Kunstmann, 2018). Sie erhielt außerdem u.a. den MacArthur Genius Grant und den Library of Congress Prize for American Fiction.
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