Badjens. Roman

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026, Kategorie Jugendbuch und Kategorie Preis der Jugendjury
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Buchprofile - Rezension
Der beachtenswerte Roman erzählt vom Heranwachsen in einer patriarchalen, autoritären Gesellschaft und vom Mut zum Protest.
Zarah wird als erstes Kind ihrer Eltern im iranischen Shiras geboren. Für den Vater und dessen konservative Familie ist die Enttäuschung groß, hatte man doch auf einen Sohn gehofft. Ihre Mutter nennt das Mädchen "Badjens", was im Alltagspersischen "schelmisch" oder "aufmüpfig" bedeutet. Als nach drei Jahren der ersehnte Stammhalter das Licht der Welt erblickt, wird er vom ersten Tag an wie ein Prinz behandelt und maßlos verwöhnt. Badjens lernt früh, mit Missachtung und Zurückweisung umzugehen. Die Mutter versucht, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten, die Ungerechtigkeit auszugleichen und die Tochter zu unterstützen. Im Alter von neun Jahren wird für Badjens, wie für alle iranischen Mädchen, das Tragen des Kopftuchs zur Pflicht. Die Sittenpolizei ist allgegenwärtig und geht brutal gegen Verstöße vor. Nach dem gewaltsamen Tod einer Schülerin rumort es im Land. Frauen gehen auf die Straße und skandieren "Frau, Leben, Freiheit!" Auch Badjens schließt sich den Demonstrantinnen an und setzt ein flammendes Zeichen. – Der in poetischen, eindringlichen Bildern erzählte Roman wird für alle Bestände gern empfohlen.
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Artikelbeschreibung

In jeder Iranerin steckt eine Rebellin ...

Badjens bedeutet wörtlich übersetzt: 'falsches Geschlecht'.
Und im Alltagspersischen: schelmisch oder aufmüpfig.

Mitten im Aufstand 'Frau, Leben, Freiheit' klettert die sechzehnjährige Iranerin Badjens bei einer Demonstration in Shiras auf einen Müllcontainer, um in aller Öffentlichkeit ihr Kopftuch zu verbrennen. Während sie vor einer Menschenmenge steht, die sie anfeuert, zieht in Rückblenden ihr bisheriges Leben an ihr vorbei: ihre unerwünschte Geburt, ihr konservativer Vater, ihr Smartphone voller rebellischer Hits, ihre Freundinnen, ihre erste Liebe, ihr Körper, der nach Freiheit verlangt, und die Kleiderordnung für Frauen, die dieses ungeliebte Stück Stoff auf dem Kopf vorschreibt und die sie mit allen Mitteln zu unterlaufen versucht - bis sie sich schließlich endgültig von ihr befreit.

Delphine Minoui, die selbst iranisch-französische-Wurzeln hat, schrieb 'Badjens' auf der Grundlage von Beiträgen in den sozialen Medien und Onlineinterviews mit jungen Iranerinnen. Sie erzählt die Entwicklung der Protagonistin in Form eines inneren Monologs, der auch Lage und Haltung der unterschiedlichen Generationen von Frauen im Iran reflektiert.

Aus dem Französischen von Astrid Bührle-Gallet

'Meine Heldin Badjens verkörpert all diese Mädchen der Generation Z, die mit der Propaganda des islamischen Regimes gefüttert wurden, aber auch Zugang zu sozialen Netzwerken, Taylor Swift und Netflix hatten. Sie sind Lichtjahre von ihren Groß müttern entfernt und ganz anders als ihre Mütter, die zwischen den Verboten navigiert haben. Sie lassen alles hinter sich.' Delphine Minoui

'Delphine Minoui setzt starke Akzente und komponiert aus Sätzen, die sie wie in Strophen arrangiert, eine traurige und mitreißende Hymne.' Le Figaro

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»Delphine Minoui setzt starke Akzente und komponiert aus Sätzen, die sie wie Strophen arrangiert, eine traurige und mitreißende Hymne.« Le Figaro
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