Stadtplanung, Altstadtsanierung und Denkmalpflege in Amberg

1945- 1974
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Bayern im Buch-Rezension
In ein Buch gefasste Dissertationsschrift zur Amberger Stadtentwicklung in der Nachkriegszeit.
Das 1973 neu geschaffene Denkmalschutzgesetz bot der Abriss- und Modernisierungswut der Nachkriegsjahre Einhalt. Das Werk von Marina Jung geht der Frage nach, warum damalige Akteure (Regierungen, Behörden, Gruppen, Verbände oder auch Einzelpersonen) in der Zeit von 1949 bis 1974 so gehandelt haben bzw. sogar so handeln mussten, obwohl nicht alles zum Guten gereichte. 1945 platzt Amberg aus allen Nähten, der Flüchtlingsstrom gebietet zu handeln. Mit dem sog. "Hansen-Plan" von 1913 lag hier schon ein Generalbaulinienplan zur Steuerung des Wachstums bis weit ins 20. Jh. vor. Ein Vorschlag von 1951 des Stadtbauamtes sah eine Verdreifachung des Stadtgebietes vor, darin Wohngebiete und entsprechende Infrastruktur. Ein Leuchtturmprojekt hier ist sicher das "Demonstrativbauvorhaben" St. Sebastian, das mit großzügiger Förderung von Bund und Land verwirklicht wurde. Die Stadtväter machten sich jedoch auch in der Zukunft durch Fördergelder vom Staat abhängig und verloren somit vielfach die Hoheit über bauliche Veränderungen innerhalb der Stadt. Ein Hauptaugenmerk wurde auf den Verkehr gelegt. All das hatte jedoch auch zur Folge, dass so manches bauliche Kleinod einer Straße, einem Parkplatz oder auch repräsentativeren Gebäuden - wie dem Neubau der Stadtsparkasse an prominenter Stelle - fallen musste. 1973 erkannte man den Wert einer Allee als historisches Denkmal nicht und gab sie der Abholzung zugunsten einer Straßenverbreiterung preis. Bereits 1971 demonstrierten Bürger, die wohl eher ein Gespür für Schützenswertes hatten, dafür, dass ein markantes Fachwerkgebäude am Schlossgraben der Abrissbirne zum Opfer fiel. Leider vergeblich. Trotz vieler Negativbeispiele hatte man allenthalben doch das Altstadtgefüge im Blick und gestaltete z.B. den Neubau des Bürgerspitalaltenheims "umgebungsverträglich". Es ist letztlich durchaus ein Wandel von Stadtplanung zum Denkmalschutz erkennbar, wenn auch viele Gebäude unwiderbringlich verloren sind, da sie der Abrissbirne anheimfielen. Denn Sanierung bedeutete vor 1974 Eliminierung und Neubau. - Das wohlrecherchierte und mit zwar meist kleinen, doch aussagekräftigen Fotos unterlegte Buch wird seinen Wert wohl eher für die Klientel der mit Denkmalschutz und Altstadtsanierung Betrauten bzw. daran Interessierten finden. Es darf in Quintessenz aber auch als Mahnung gelten, sorgsamer mit alten, Stadtbild prägenden, Gebäuden umzugehen.
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