Unter Grund

Roman - »Ein beeindruckendes Debüt« SZ
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Buchprofile - Rezension
Wie rutscht ein junger Mensch ab in die Neonaziszene?
Franka ist Referendarin und besucht mit ihren Schülern 2017 den NSU-Prozess in München. Als ein Schüler die Angeklagte „Nazischlampe“ nennt, gerät Franka in Panik, denn sie selbst war als Jugendliche in der rechten Szene aktiv und hatte sich selbst in großen Lettern als „Nazischlampe“ an einer Hauswand geoutet. Sie flüchtet in ihr Heimatdorf und der Leser erfährt aus ihren Erinnerungen, wie sie dort als Fünfzehnjährige mehr und mehr von den Neonazis vor Ort fasziniert war und in die Szene abrutschte. Hinzu kommt, dass Franka große Probleme mit ihrer Familie hat, die über vieles nicht spricht und Familiengeheimnisse nicht preisgibt. – Dieser Roman ist fein aufgebaut, klar geschrieben und behandelt ein wichtiges Thema. Man könnte ihm höchstens vorwerfen, dass er zu wenig drastisch ist und zu sehr Happy End. Empfohlen für alle Bestände.
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Artikelbeschreibung

*Ausgezeichnet mit dem Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals und dem Publikumspreis beim Franz-Tumler-Literaturpreis*

Inmitten des Schweigens ihrer Familie hat Franka sich schon immer verloren gefühlt. Bereits ihre Großmutter, genannt die Fuchsin, hortete Geheimnisse wie die schwarzen Steine in ihrer Schürze. Als Franka mit Ende Zwanzig in die fränkische Provinz mit den Himmelsweihern und Spiegelkarpfen zurückfährt, sieht sie endlich hin: Wie das war in den Nullerjahren, als Deutschland Weltmeister im eigenen Land werden wollte. Als ihr Vater starb und sie in Patrick und Janna Gleichgesinnte fand, die Unsicherheit mit Krawall, Frustration mit Faustschlägen übertünchten. Als sie immer tiefer in die rechte Szene einstieg. Sie beginnt Fragen zu stellen und sucht nach einer Haltung zur Vergangenheit.

Ein hochaktuelles Debüt über eine Jugend auf dem Land zwischen der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, radikaler Wut und den blinden Flecken der eigenen Familie.

»Was auch heute in Deutschland mehr oder minder im Untergrund rumort, bringt Annegret Liepold mutig zur Sprache.« Abendzeitung

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Personeninformation

Annegret Liepold, geboren 1990 in Nürnberg, hat Komparatistik und Politikwissenschaften in München und Paris studiert. Für die Arbeit an ihrem Debüt Unter Grund erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. das Literaturstipendium der Stadt München sowie die Einladung zur 15. Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung und zur Romanwerkstatt des Literaturforums im Brecht-Haus Berlin. 2022 war sie Finalistin des open mike. 2025 erhielt sie den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals und den Publikumspreis beim Franz-Tumler-Literaturpreis. Sie arbeitet für die »Bayerische Akademie des Schreibens« am Literaturhaus München.

Pressestimmen

»'Unter Grund' ist ein eindringliches Buch über offenen und verdeckten Rechtsradikalismus, das nicht versucht zu erklären, sondern dem schleichenden Abrutschen in rechtsextremes Gedankengut nachspürt und es ist eine Geschichte über die zerstörerische Kraft des Schweigens.« Capriccio
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