Der Sommer, als Mutter grüne Augen hatte

Roman
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Buchprofile - Rezension
In einem heruntergekommenen Haus in Nordfrankreich ändert sich für Aleksy alles, nachdem er erfährt, dass seine Mutter eine tödliche Krankheit hat.
Aleksy hat wegen Gewalttätigkeit sieben Jahre im Erziehungsheim verbracht. Auslöser war der Tod seiner Schwester Mika. Damals war er acht, und seine Mutter hatte sich monatelang wie versteinert zurückgezogen und ihn wie einen räudigen Hund von sich gestoßen. Jetzt ist die Schulzeit zu Ende und er freut sich auf einen Urlaub mit seinen Freunden. Doch dann holt ihn seine Mutter vom Heim ab und bittet ihn, den Sommer mit ihr in Nordfrankreich zu verbringen. Sein Verhältnis zur Mutter ändert sich schlagartig, als sie ihm erzählt, sie habe einen aggressiven Krebs und dies wäre ihr letzter Sommer. Damit geht ein Rollenwechsel einher, nun entwickelt sich Aleksy zu der fürsorglichen "Mutter", die seine Mutter für ihn nie war. - Der Stil des Romans ist fragmentarisch. In teils surrealen Bildern beschreibt Ich-Erzähler Aleksy seine aufgewühlte Wahrnehmung während seiner Aggressionsschübe. Auch springt er in der Zeit. So gibt es eine Liebesgeschichte mit Moira und ein späteres erfolgreiches Leben als reicher Maler im Rollstuhl. Das ist alles ein bisschen viel für einen Roman. Doch der rote Faden ist sein Sommer mit der Mutter, und wie er diese letzten Wochen miteinander beschreibt, ist von einer Wärme und Leichtigkeit, die Mut macht.
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Artikelbeschreibung

Der siebzehnjährige Aleksy verabscheut seine Mutter, denn sie ist hässlich und hat als Mutter versagt. Als sie ihn aus dem Erziehungsheim abholt, will er nichts von ihr wissen. Trotzdem lässt er sich zu einem gemeinsamen Urlaub in Frankreich überreden, Bestechungssumme: ihr Auto. Kaum angekommen in dem kleinen Dorf, in dem er sich fremd fühlt und nur mühsam mit den kauzigen Bewohnern zurechtkommt, erfährt er, wie es in Wahrheit um seine Mutter steht. Ihn verfolgen fortwährend schmerzliche Erinnerungen aus der Kindheit, und die ungewohnte Sorge um die Mutter überschattet sein erstes unbeholfenes Liebesglück. Nach diesem Sommer ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Tatiana Tîbuleacs preisgekrönter Roman erzählt mit unsentimentalem Witz die berührende Geschichte eines Jungen, der um seine Kindheit betrogen wurde und als Heranwachsender plötzlich Verantwortung übernehmen muss.

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