Sehnsuchtsblaue Ferne! Der Münchner Landschaftsmaler August Seidel (1820-1904) und Weggefährten

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Bayern im Buch-Rezension
Großformatiger, reich bebilderter Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung in der Städtischen Galerie Rosenheim.
Die autonome Landschaftsmalerei, in der die Natur für sich allein Bildwürdigkeit erhält, erreichte im 19. Jh. ihren Höhepunkt. So zogen nach 1800 auch immer mehr Münchner Künstler in bewusster Abkehr von der klassischen Akademieausbildung mit Leinwand und Palette aus der Stadt hinaus ins oberbayerische Alpenvorland, um unberührte Natur und (vermeintlich idyllisches) Landleben in romantischen wie realistischen Bildern festzuhalten. Gefragt war nun nicht mehr die "Heroische Landschaft" des Südens, sondern die im erwachenden Nationalismus neu entdeckte heimische. So sind in diesem prächtigen Bildband vor allem Gemälde, aber auch Zeichnungen und Studien hierzu, des Münchner Landschaftsmalers August Seidel und seines Bruders Franz im Kontext von Werken einiger namhafter Zeitgenossen wie Adolf Lier, Christian Morgenstern, Carl Spitzweg, Eduard Schleich d. Ä. oder Albert Zimmermann - gegliedert nach verschiedenen Themenbereichen wie Fernweh, Künstlerreisen, Werkprozess, Nachtstücke oder Vorbilder - zu einem einzigartigen Panorama vereint, dessen Anblick die Gegenwart vergessen lässt. Das Einmalige daran ist zudem, dass die Werke aus Privatsammlungen stammen, in der Regel also nicht zu sehen sind. Es fehlen in diesem für Kunst- wie Naturfreunde gleichermaßen interessanten Sammelband auch nicht einführende Essays und eine Bibliographie zum Ausstellungsthema.
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Artikelbeschreibung

Anfang des 19. Jahrhunderts verließen immer mehr Münchner Künstler ihre städtischen Ateliers und zogen hinaus, um mit Skizzenblock oder Leinwand und Palette in die Natur zu gehen. Alpenvorland und Gebirge wurden zu ihren Sehnsuchtsorten und Reisezielen.Angeregt von holländischen Landschaftsmalern schufen sie Idealbilder der bayerischen Landschaft und des Landlebens. Besonders das Gebirge galt den Malern als Inbegriff des Urtümlichen und Reinen. Es war zunächst weder durch die Eisenbahn noch durch Wanderwege erschlossen. Es bildete für Künstler aber auch für Kunstkäufer einen Gegenpol zum immer hektischer werdenden Leben im rasant zur großstädtischen Metropole wachsenden München.Die Rosenheimer Ausstellung (Städtische Galerie 10.12.2023-12.5.2024) gibt Einblick in das umfangreiche Werk August Seidels und seiner Weggefährten und Malerfreunde. Mit Leihgaben überwiegend aus Privatsammlungen und Kunstwerken aus eigenem Bestand werden Gemälde u.a. von Carl Rottmann, Christian Morgenstern, Carl Spitzweg, Eduard Schleich der Ältere, Friedrich Voltz, Adolf Lier oder den Brüdern Zimmermann gezeigt. Die atemberaubende Schönheit bayerischer Landschaften wird in diesem Bildband lebendig. Hervorragende Fotos der künstlerischen Werke entfalten ihre Wirkung in der Ferne und Zuhause.

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