Wilhelm von Jordan

Flügeladjutant von König Max I. Joseph
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Bayern im Buch-Rezension
Ausführliche Dokumentation über einen relativ unbekannten Adeligen im beginnenden 19. Jh.
Es ist schon sehr mutig von einem Verlag, diese 448 Seiten umfassende Biografie einer in der bayerischen Geschichte nicht gerade herausragenden Person zu publizieren. 1775 in Stettin geboren, studierte Wilhelm von Jordan zunächst Theologie in Frankfurt/Oder, um 1796 in der preußischen Gesandtschaft in Paris diplomatische Erfahrungen zu sammeln. Da seine Karriere im preußischen Staatsdienst jedoch stockte, wechselte er durch Vermittlung von Graf Montgelas nach Bayern, um hier unter Kurfürst Max IV. Joseph, dem späteren König Max I. Joseph, in den blutigen Schlachten der Napoleonischen Kriege bayerische Truppen zu befehligen. Als Dank für diese in dieser Biografie sehr ausführlich beschriebene Feldherrentätigkeit und für einige heikle diplomatische Missionen wurde Wilhelm von Jordan fürstlich entlohnt: Die Burg Wackerstein bei Ingolstadt mit landwirtschaftlichen Flächen, das Schlösschen Suresnes in Schwabing, vor allem jedoch das in der Säkularisation aufgelöste Kloster Andechs mit der Brauerei und dem Klostergut gingen in seinen Besitz über. Da der Autor dieser Biografie nicht nur Historiker, sondern im Hauptberuf Professor für Paläopathologie an der Münchner Universität ist, hat er nicht nur sehr intensiv dem Leben und Wirken Wilhelm von Jordans nachgespürt, sondern mit staunenswerter Akribie die 2011 in der Familiengruft der Burg Wackerstein entdeckten mumifizierten Leichen des 1841 verstorbenen Wilhelm von Jordan, dessen Frau sowie deren Tochter und Sohn und des Generals Reuß nach allen pathologischen Kriterien untersucht und die Ergebnisse hier auf 50 Seiten ausgebreitet. Was also bleibt von dieser voluminösen Lebensbeschreibung des Flügeladjutanten von König Max I. Joseph? Einige neue Aspekte des Kriegsgeschehens am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jh. sind für Spezialisten der bayerischen (Kriegs-)Geschichte dieser Zeit vermutlich ebenso interessant wie die für Ärzte bestimmten Einblicke in neue Erkenntnisse der Pathologie. Vor allem jedoch besticht dieses Buch durch die mit der erfreulich großen Zahl an zeitgenössischen (vielfach auch auf Doppelseiten reproduzierten) historischen Ereignisse, nostalgischen Stadt- und Landschaftsansichten, martialischen Truppenaufmärsche, geschönten Schlachtendarstellungen und Porträts der im Text beschriebenen Personen samt den von den Hofmalern geschmeichelten Bildnissen von Herrschern und anderen Adeligen in stattlichen Posen. Bei Bedarf.
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Artikelbeschreibung

In diesem Buch wird die Geschichte des jungen Preußen Wilhelm von Jordan erzählt, der nach Bayern kam, um sein Glück zu machen.Durch Kühnheit auf dem Schlachtfeld, Treue und diplomatische Dienste verschiedenster Art machte sich dieser beim bayerischen Herrscher - den Napoleon 1806 zum König Max I. Joseph machte - unentbehrlich. Entlohnt wurde Wilhelm von Jordan dies mit einem bayerischen Freiherrentitel und mehrfachen erheblichen finanziellen Vergünstigungen, die es ihm erlaubten, standesgemäß die Hofdame Gräfin Violante von Sandizell zu heiraten.Am Ende seines Lebens konnte der einst mittellose Jordan das Gut Wackerstein bei Ingolstadt, das Schlösschen Suresnes in Schwabing und in Andechs das Kloster samt Bräuhaus und Klostergut sein Eigen nennen. Doch alles Irdische ist nicht von Dauer. Jordans einziger Sohn starb jung und ohne Nachkommen. Aller Besitz wurde von Jordans Wittwe Violante verkauft. Geblieben ist das Porträt von Wilhelms und Violantes Tochter Mathilde in der Schönheitengalerie von König Ludwig I. in Nymphenburg. Geblieben sind auch die Mumien der Familie Jordan in ihrer kleinen Gruft bei Wackerstein. Der Paläopathologe Prof. Dr. Dr. Andreas Nerlich erforscht mit Hilfe der Geschichtswissenschaften und forensischen Methoden die Lebensgeschichten Wilhelm von Jordans und seiner Familie. Ähnlich wie in seinem Werk "Prinzessin Wackerstein", der Tochter von Wilhelm von Jordan, ist dieses Buch gespickt mit Lebenserfahrung und biologischen Gegebenheiten. Eine spannende Geschichte aus dem Adelsleben in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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