Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken

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Buchprofile - Rezension
Ein Roman über das Glück, das man in den eigenen Gedanken, der eigenen Fantasie und Kreativität finden kann.
Dieser Roman beginnt mit den Gedanken und Erinnerungen der ehemaligen Dorfschullehrerin Lieselotte, die die Leser/-innen in die Welt eines Dorfes im unteren Odertal führen, das abgesehen von einer kurzen wirtschaftlichen Blüte wie vergessen an der Grenze zu Polen liegt und „aus dem mehr Straßen hinausführen als hinein“. Die meisten der jungen Leute ziehen zu Beginn der 1980er Jahre fort, um anderswo zu studieren und zu arbeiten. Lieselotte und die anderen Dorfbewohner nehmen deshalb mit einigem Befremden zur Kenntnis, dass ausgerechnet Michi sein Psychologie-Studium abbricht, zurückkehrt und im elterlichen Hof einzieht. Argwöhnisch beobachten sie, wie mit der Zeit immer mehr „merkwürdige“ Menschen mit Rucksäcken ins Dorf kommen, um Zeit bei ihm zu verbringen. Die eigentliche Geschichte wird nun von verschiedenen Personen weitererzählt, die mit Hilfe von Michis hypnotischer Begabung die schönsten Reisen zu ihren Traumorten erleben, was ihnen die sozialistische Realität ja verwehrte. Vor allem Anika erkennt das wirtschaftliche Potenzial und sie überredet den verträumten, antriebslosen, fast schon lebensuntüchtigen Michi, den vernachlässigten Hof auszubauen, um mehr Besucher beherbergen zu können. Wie es ihr und den anderen gelingt, das zu DDR-Zeiten eigentlich unmögliche, sogar verbotene Unternehmen zu führen, ist an raffiniertem Witz kaum zu übertreffen! - Jakob Hein ist ein wunderbar tiefgründiger, melancholischer, ausgesprochen geistreicher und sowohl zeitgeschichtlicher als auch absolut zeitgemäßer Roman gelungen, eine Hymne auf die Freiheit der Gedanken, denen niemals Grenzen gesetzt werden können. „Literarisches Couchsurfing im allerbesten Sinne“ (Stern), sehr empfehlenswert!
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Es ist die Geschichte einer verwegenen, aus der Not heraus geborenen Geschäftsidee. Hein schreibt über eine Welt, die heute so nicht mehr existiert. Vom Leben in einem Dorf nahe der polnischen Grenze in den 1980er Jahren. Die restriktive Politik der DDR und der Druck des Staatsapparates zeigen im abgelegenen Soldin nur mittelbare Auswirkungen. Flausen wie die Sehnsucht nach exotischen Reisen haben die Menschen hier nicht im Kopf. Da kommt Michael ins Spiel, der über ausreichende Kenntnisse in Hypnose verfügt, um jeden auf eine Traumreise zu schicken. 

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Wie verreist man, wenn man nicht reisen kann? Jakob Heins unterhaltsamer Roman über einen Hypnotiseur, der seine Klienten in die Ferne entführt.Ein Dorf, irgendwo im unteren Odertal. Lieselotte Sawidski wohnt dort, seit sie denken kann. Genau wie ihre Nachbarin Gerda. Es herrscht gemütlicher Stillstand: Jeder kennt jeden, man fühlt sich am Rand des Landes und ein wenig auch am Rand der sozialistischen Gesellschaft. Die größte Sehenswürdigkeit der Gegend sind die Kraniche.Als Gerdas Enkel Micha nach seinem Ausschluss vom Psychologiestudium bei seiner Großmutter einzieht und nach ihrem Tod in dem zerfallenden Bauernhaus bleibt, beobachtet die alte Sawidski, wie neben den Kranichen immer öfter auch seltsame Vögel aus Berlin in ihrem Dorf auftauchen - Künstler und Studenten, in erster Linie junge Frauen. Sie kommen und bleiben in Michas Bauernhaus.Die schillerndsten Gerüchte bringen Unruhe in das beschauliche Dorf. Eine Sekte sei am Entstehen, vom Bauernhaus aus würden Westreisen organisiert. Tatsächlich hat Micha eine Gabe: Er kann Menschen hypnotisieren und ihnen so ihren Traum von Frankreich oder Kalifornien erfüllen. Allerdings stößt Micha selbst ständig an die Grenzen der realen Welt. Und sein Unternehmen für Reisen im Kopf, das sogar der countrymusiksüchtige-LPG-Vorsitzende aufsucht, wird von der Stasi argwöhnisch beäugt ...

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Pressestimmen

Ein köstlich zu lesendes modernes Märchen, das daran erinnert, wie wichtig die Freiheit der Gedanken in schwierigen Zeiten sein kann. Dana Toschner Magdeburger Volksstimme 20220820
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