Oskar Maria Graf 2015/2016

Jahrbuch der Oskar Maria Graf-Gesellschaft
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Bayern im Buch-Rezension
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über Leben und Werk dieses bedeutenden bairischen Schriftstellers.
Die 1992 gegründete Oskar Maria Graf-Gesellschaft hat sich in ihren bisher erschienenen zwölf Jahrbüchern der verdienstvollen Aufgabe gestellt, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über Leben und Werk dieses bedeutenden bairischen Schriftstellers zu publizieren. In diesem neuesten Jahrbuch sind neben literaturwissenschaftlichen Untersuchungen und einer Würdigung von Grafs Besuch des Schriftstellerkongresses 1934 in Moskau (an dem u.a. auch Klaus Mann und Ernst Toller teilgenommen haben) einige wichtige Vorträge versammelt, die im vergangenen Jahr bei der Tagung „Von der Münchner Boheme zum amerikanischen Exil – Neue Perspektiven auf das Werk Oskar Maria Grafs“ gehalten wurden. Ein Aufsatz forscht hier den Gründen nach, warum Oskar Maria Graf nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland im New Yorker Exil weder Englisch lernen noch seine Romane und Erzählungen auf Englisch schreiben wollte. Und es wird dargestellt, warum er - trotz viermaliger Reisen nach dem 2. Weltkrieg nach Deutschland - kein gesteigertes Interesse hatte, in seine bayerische Heimat zurückzukehren und sich stattdessen zum Verbleib in New York als „Provisorium in Permanenz“ entschied. Ein weiterer Beitrag befasst sich mit Grafs Roman „Die Flucht ins Mittelmäßige“, der 1959 erschien und mit autobiografischen Zügen einen deutschen Emigranten beschreibt, der als Zeitungslektor mit Hilfe der ebenfalls aus Deutschland geflohenen Mitglieder eines Mäzenatenkreises ein bedeutender Schriftsteller werden möchte und doch in Mittelmäßigkeit verharrt. Dazu passend der Aufsatz über die „Sprach- und Erzählkrise bei Oskar Maria Graf im Exil“. Ein interessanter Sammelband, der als Ergänzung der vorhergegangenen Jahrbücher nachdrücklich empfohlen werden kann.
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Artikelbeschreibung

Das 12. Jahrbuch der Oskar Maria Graf-Gesellschaft enthält zwei Schwerpunkte. Es versammelt erstens Aufsätze über Graf als Emigrant und Weltbürger von Robert Stockhammer, John Margetts und Gertrud Maria Rösch sowie zweitens Beiträge der Tagung 'Von der Münchner Boheme zum amerikanischen Exil - neue Perspektiven auf das Werk Oskar Maria Grafs' von Ulrich Dittmann, Walter Fähnders, Matthias Jean-Marie Schäppi und Stefan Seidl. Die Aufsätze behandeln die Zeit zwischen politisierter Boheme und den 1920er-Jahren sowie die Zeit des Exils und der Diaspora. Den Abschluss des Bandes bildet ein Beitrag von Katja Sebald über Jenny Holzers Denkmal für Oskar Maria Graf im Literaturhaus München.

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