Mitten im Krieg. Mitten in Regensburg

Band 5
Französische Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs in der Domstadt
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Bayern im Buch-Rezension
Einblicke in das Leben in einem Kriegsgefangenenlager in Regensburg während des Ersten Weltkriegs.
Mit diesem Buch aus der Reihe der "Schriftenreihe des Universitätsarchivs Regensburg" gewähren Bernhard Lübbers, Historiker und Direktor der Staatlichen Bibliothek Regensburg, und Isabella von Treskow, Professorin für Französische und Italienische Literaturwissenschaft an der Universität Regensburg, einen wissenschaftlich erarbeiteten Einblick in das Leben der Internierten im französischen Kriegsgefangenenlager am Unteren Wöhrd in Regensburg. Die hier versammelten Forschungsarbeiten sind unter übergeordnete Themen gestellt, die jedes für sich wichtige, vor allem erstaunliche Erkenntnisse in Bezug auf Internierung bzw. Gefangenschaft - und das weit über den zeitlichen Rahmen des 1.Weltkriegs hinaus - vermitteln. Das Außergewöhnliche in diesem verhältnismäßig kleinen Lager findet sich in bemerkenswerten Initiativen und deren konkreter Umsetzung in unterschiedlichen kulturellen Bereichen, so z.B. in der Gestaltung und wöchentlichen Herausgabe der Lagerzeitung, die unter dem Namen "Le Pour et le Contre" (Das Für und Wider) unterschiedliche Themen ansprach und u.a. durch Information, Meinungsbildung, Unterhaltung als Mittel zur Kommunikation fungierte. Im ersten Teil des Buches weisen die Herausgeber auf die in "Le Pour et le Contre" erschienene Artikelserie über die Regensburger Stadtgeschichte hin, die von einem Internierten geschrieben wurde, nicht nur um seinen Mit-Insassen die Bedeutung der Stadt vor Augen zu führen, sondern sie auch als temporären Lebensraum zu vermitteln. Der zweite Teil zeigt die bedeutende Rolle von Theater und Musik im Kriegsgefangenenlager, durch die man der Einsamkeit, dem Heimweh und der Abhängigkeit von "Feinden" ein wenig zu entfliehen suchte. Deshalb wurden vor allem leichte Boulevard- und heitere Musikstücke bevorzugt. Mit Analysen und Erläuterungen zu den literarischen und musikalischen Aufführungen beschäftigen sich der dritte und vierte Teil. - Ein außergewöhnlicher Beitrag zur Regensburger Stadtgeschichte.
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Artikelbeschreibung

Dass in Regensburg ein Kriegsgefangenenlager während des Ersten Weltkriegs bestand, bildet ein nur wenig beachtetes Kapitel der Regensburger Stadtgeschichte. Es zählte zu den kleineren Lagern im Deutschen Reich. Dort entfaltete sich zugleich ein reges kulturelles Leben: Die Kriegsgefangenen gaben eine Zeitung heraus, Le Pour et le Contre, sie spielten Theater, sie schrieben und dichteten, sie musizierten und sangen, sie trieben Sport. Das kulturelle und das soziale Leben wurden im Rahmen des Forschungsprojektes "Mitten im Krieg - mitten in Regensburg" zwischen der Universität Regensburg, Romanistik, und der Staatlichen Bibliothek Regensburg, großzügig unterstützt vom Kulturreferat der Stadt Regensburg, erforscht. Bereits 2016 wurden drei kürzere Publikationen zu dem Thema in der Schriftenreihe Kleine Schriften der Staatlichen Bibliothek Regensburg veröffentlicht, die inzwischen vollständig vergriffen sind. Die Inhalte sind von hohem Interesse, weshalb sie hier erneut vorgelegt werden - darunter etwa eine Stadtgeschichte aus der Feder eines Fremden, von einem Gefangenen, der Regensburg und seine Umgebung gar nicht frei erkunden konnte und sie doch kundig präsentiert.

Produktsicherheit

Hersteller: Universitätsverlag Regensburg
Anschrift: Leibnizstr. 13
DE-93055 Regensburg
Kontakt: info@univerlag-regensburg.de

Personeninformation

Prof. Dr. Isabella von Treskow (Jg. 1964) ist Lehrstuhlinhaberin für Romanistik an der Universität Regensburg.Dr. Bernhard Lübbers (Jg. 1976) ist seit 2008 Direktor der Staatlichen Bibliothek Regensburg.

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