Die Frauen von Shonagachi

Band 1271
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Buchprofile - Rezension
Debütroman mit Kriminalfall aus dem Prostituiertenmilieu Indiens.
Die mittlerweile in Neuseeland lebende bengalische Autorin Rijula Das beschreibt in ihrem Debüt das größte Rotlichtviertel Südostasiens: Shonagachi in Kalkutta. Eine junge Prostituierte wird ermordet, die Polizei schert sich nicht drum, Frauen organisieren sich und kämpfen für ihre Rechte, ein obskurer Guru missbraucht ihm zugeführte junge Frauen und ein erfolgloser Autor "erotischer Romänchen", Tilu Shau, liebt in Ehrfurcht und großer Anhänglichkeit die Protagonistin Lalee, die dem Verhängnis des Objekt-Seins für die Männerwelt mit knapper Not entkommt. Bunt, sensibel, vielschichtig und auf jeder Seite spannend erzählt Rijula Das von ihren Figuren. Auch wenn einige etwas klischeehaft wirken, ist die Story so gut recherchiert und das Milieu der Sexarbeiterinnen mit großer Kenntnis beschrieben. Die Realitäten aus tradierten patriarchalischen Mustern, Desinteresse an sexualisierter Gewalt und dem Widerstand von Frauen gegen die menschenverachtenden Zustände, sind von den zarteren Farben freundschaftlicher und erotischer Beziehungen, und dem bunten Figurenreihen (einschließlich Polizisten, Sozialarbeiter, Kleinverleger und gar einer usbekischen Prostituierten) aufgelockert. Die Autorin versteht, differenziert und packend das Thema auszuspielen, wobei der eigentliche Kriminalfall teilweise etwas in den Hintergrund gerät. Die Sprache ist farbig und immer angemessen, wobei auch der Übersetzung von Else Laudan Lob gebührt. Im Glossar freilich fehlen leider Erklärungen einiger Begriffe. Eine Empfehlung für Krimileser:innen und Freund:innen realistischer Geschichten aus unserer Welt, auch wenn diese nicht im Fokus der Aufmerksamkeit eines Mitteleuropäers liegen mögen.
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Artikelbeschreibung

Ein Puff in Shonagachi. Eine Sexarbeiterin, die erstochen wird. Eine Polizei, der das schnuppe ist. Ein Möchtegern-Poet, der von Geschichte träumt, aber Erotikschund schreibt und hoffnungslos in eine Hure verliebt ist. Nämlich in Lalee, die ihr Leben von einem Tag auf den anderen lebt und über manches hinwegsieht - aber nicht um jeden Preis!»Die Frauen von Shonagachi« ist ein moderner Noir mit realem Hintergrund, souverän verschmitzten Überzeichnungen und einem Schuss Romantik. Voller Empathie, Witz und Biss zeigt Rijula Das den Alltag von Sexarbeiterinnen in Kalkutta, ihre Stärke und Resilienz, aber auch die allgegenwärtigen Hürden und Gefahren für ihre Würde, für ihre Wünsche, für Leib und Leben.

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Personeninformation

Rijula Das, Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Bengalischen ins Englische, promovierte in Creative Writing/Prosaliteratur an der Nanyang University in Singapur, wo sie zwei Jahre lehrte. Ihre kritische Forschung untersucht die Verbindungen zwischen öffentlichem Raum und sexueller Gewalt. »Die Frauen von Shonagachi« entstand aus dieser Forschung. Für ihre Storys erhielt sie einen Dastaan Award und stand auf der Longlist für den Commonwealth Short Story Prize. Ihr Romandebüt »Die Frauen von Shonagachi« kam auf die Longlist des JCB Prize for Literature und erhielt den Tata Lit Live First Book Award. Das Buch wird derzeit fürs Fernsehen adaptiert. Rijula Das lebt und arbeitet in Wellington (Neuseeland).
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