Die verrückteste Schule des 18. Jahrhunderts

Fritz' und Emilies Abenteuer am Dessauer Philanthropin
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Buchprofile - Rezension
Johann Bernhard Basedows Dessauer Philanthropin als eine Schule der Menschenfreundschaft.
Kapitelweise und mit kleinen Erklär-Kästchen wird das Lernen am Dessauer Philanthropin durch die Augen des kleinen Fritz erzählt. Die "Schule der Menschenfreundschaft" (S. 2) wird 1774 vom Aufklärer, Pädagogen und Menschenfreund Johann Bernhard Basedow gegründet, der mit dem "Elementarwerk" auch das erste moderne Schulbuch geschaffen hat. Verrückt im positiven Sinn ist die Schule zur Zeit der Aufklärung: Hier werden das Ausprobieren, Beobachten und Experimentieren großgeschrieben. Die Schüler sind oft in der Natur, im nahegelegenen fürstlichen Wörlitzer Schloss. Sie sprechen Latein und Französisch, fechten, tischlern, tanzen. Statt Schlägen gibt es eine Meritentafel, auf der die guten und schlechten Taten mit Nägeln eingeschlagen werden. Neu für die damalige Zeit ist die Vermittlung von Toleranz gegenüber Religionen, das gemeinsame Lernen von Juden, Christen und Muslimen. So wird das Philanthropin zum Vorbild für neu gegründete Schulen in Deutschland und Europa. – Die Ideen von Toleranz und praktischem Lernen haben nichts an Relevanz verloren und so ist das Buch ein Muss für Interessierte von Pädagogik und Schulgeschichte. Der Halbleinen-Einband ist von den charmanten Illustrationen bis hin zu den geografischen Karten auf dem Vorsatzpapier wunderschön ausgestattet. Schöner kann man Kindern ab 8 Jahren das Lernen während der Aufklärung nicht erlebbar machen. Eine Bereicherung für jede Bücherei!
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Artikelbeschreibung

FÜRCHTERLICHER UNTERRICHT IM JAHR 1776
Fritz hat die Nase voll von Hausunterricht. Die elendige Perücke ist viel zu warm, sein Kopf juckt und der Hintern brennt vom Rohrstock, mit dem ihn sein Hauslehrer traktiert. So war das Leben 1776 am Hof eben. Aber jetzt hat das ein Ende! Für Fritz geht es nach Dessau, ins Philanthropin. In dieser sensationell neuen "Schule der Menschenfreundschaft" wird nicht rumgesessen, sondern alles durch eigene Anschauung und auf Entdeckertouren gelernt - "durchs Auge direkt ins Herz". ABER: nur für Jungs. Wie das seine enorm schlaue Freundin Emilie, Tochter von Schuldirektor Johann Bernhard Basedow, wohl findet?

 

- selbst denken lernen: Schule im Zeitalter der Aufklärung
- über Ideen, die uns bis heute prägen
- zum 250. Jubiläum 2024 des Dessauer Philanthropins
- Wasserschlachten, Ausflüge und Explosionen im Wurstwagen - Schule sensationell innovativ
- mit ausführlichem Material zum UNESCO Welterbe Wörlitzer Park

 
WAS IM 18. JAHRHUNDERT ALLES ERFUNDEN WURDE
Das Jahr 1776 steht für den Beginn der öffentlichen Aufmerksamkeit für die neuen Schulmethoden, mit denen das Philanthropin in Dessau berühmt wurde. Zum ersten Mal fand das Große Examen statt, das der Schule viel Interesse und neue Schüler bescherte. Obwohl das erste Philanthropin nicht lange bestand, verbreiteten sich die neuen Ideen wie ein Lauffeuer in ganz Europa.
Entlang einer witzigen Story zwischen Fritz und Emilie, angereichert mit vielen spannenden Sachinformationen, erklärt das Buch wichtige Themen dieser Epoche für Kinder ab 8 Jahren. Es geht um die Ideale der Aufklärung, die Schulreform, den Bildungsenthusiasmus der 1770er Jahre, Lernen durch Anschauung, die fürstliche Politik und Toleranz - auch in religiöser Hinsicht. Es geht um Vulkane in Dessau, Gespräche in Latein und Französisch, Tischlern, Sternwarten, Theaterspielen, Sportunterricht, Sexualkunde, Gemüseziehen, Lachse fangen, Schuluniform, Beatles-Haarschnitte, Raufereien zwischen Lehrern, lange Schultage und vieles mehr. Mit lebendigen Illustrationen, die an die Ästhetik des 18. Jahrhunderts anknüpfen, nimmt das Buch junge Leserinnen und Leser direkt mit in diese Zeit.

 
UNESCO-WELTERBE: GARTENREICH DESSAU-WÖRLITZ
Da ein großer Bestandteil des Unterrichts aus Lernen durch eigene Anschauung bestand, waren die Erkundungstouren zum nah gelegenen Luisium und zum Wörlitzer Park von großer Bedeutung. Das Gartenreich wurde zu einer innovativen Ideenlandschaft. Viele der Schauplätze im Buch existieren auch heute noch: Die Wörlitzer Anlagen und das Luisium gehören heute mit anderen Schlössern der fürstlichen Familie, wie Schloss Oranienbaum, Schloss Mosigkau oder dem Georgium, zum Gartenreich Dessau-Wörlitz, das im Jahr 2000 in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen wurde.


Konzipiert und geschrieben von Anette Froesch und Silke Wallstein. Illustriert von Marie Geissler.

Produktsicherheit

Hersteller: E. A. Seemann Henschel GmbH & Co. KG
Anschrift: Karl-Tauchnitz-Straße 6
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Kontakt: produktsicherheit@seemann-henschel.de

Personeninformation

ANETTE FROESCH ist seit 2022 Abteilungsleiterin Schlösser und Kunstsammlungen bei der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Davor hat sie als Kuratorin und Art Consultant gearbeitet und in Bamberg und Kiel Kunstgeschichte, Archäologie und Europäische Ethnologie studiert. Silke Wallstein ist seit 2021 Museumspädagogin bei der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Sie entwickelt Vermittlungsformate und arbeitet mit an der Konzeption von Ausstellungen. Davor war sie an der Stiftung Bauhaus Dessau und Mitautorin von "bauhaus aktiv", das 2022 bei E. A. Seemann erschienen ist. Außerdem ist sie Theater-, Musik- und Tanzpädagogin, Schauspielerin und Regisseurin. MARIE GEISSLER ist Illustratorin und Grafikerin. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität in Weimar und an der Universidad Politécnica de Valencia in Spanien. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin Kreuzberg und arbeitet für verschiedene Verlage und Agenturen, etwa für Beltz & Gelberg, Cornelsen und den Jaja Verlag. Mit Hingabe übt sie sich im blitzschnell Ideen entwickeln und zeichnen in der Zeichenwunschmaschine "Illumat", ein Gemeinschaftsprojekt aus Weimar, live zu erleben auf Messen und Veranstaltungen (www.illustrationsautomat.de).

Pressestimmen

"Es ist eine tolle Idee, den Kindern auf diese Weise ...die Zeit der Aufklärung, nahezubringen... zauberhafte... Zeichnungen" Mitteldeutsche Zeitung "...witzige[...] Story und angereichert mit vielen Sachinformationen..." Naumburger Tageblatt " das sei als Fazit gesagt, ein gelungenes Buch über einen unbekannten Teil deutscher Schulgeschichte." Alliteratus-Themenheft "Mini-Leser "Eine wirklich lustige Erzählung über Schule und neuen Ideen im Zeitalter der Aufklärung." ekz "anregende[s] Plädoyer für die aufklärerischen Schulreformversuche..." Quiz auf ANTOLIN "ein Muss für Interessierte von Pädagogik und Schulgeschichte...wunderschön ausgestattet" Buchprofile/medienprofile "... ein gelungenes Sachbilderbuch...empfehlenswert" AJuM - Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW

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