Tage mit B.

Ausgezeichnet als »Jugendbuch des Monats« der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur - Ein faszinierender, literarischer Sommerroman über das richtige Leben ab 14 Jahren
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Buchprofile - Rezension
Ein außergewöhnliches Jugendbuch über Ängste, Verantwortungs- und Schuldgefühle und die Suche nach innerer Reinheit.
Ihre Sommerendferien verbringen der 13-jährige Simon, seine stets fröhliche fünfjährige Schwester Emilia und die 15-jährige Patentochter ihres Vaters in der fiktiven Ortschaft Klein-Hilke an der Elbe. Simon, fürsorglich und einfühlsam, erforscht Insekten und hat einen Blick für das Besondere. So gelingt ihm eine schrittweise Annäherung an Bernadette, die nur noch B. genannt werden möchte und als unzugänglich und schwierig gilt. Sie leidet unter Anorexie, aber mehr noch unter ihrer Suche nach einem reinen Leben, geprägt von Konsumverzicht und Schuldgefühlen für gesellschaftliches Versagen, Ausbeutung, Unmenschlichkeit und Umweltzerstörung. Simon beobachtet ihr asketisches Leben, nimmt teil an philosophischen Gedanken, die sie in ein blaues Heft schreibt und an ihren eigenen Überlegungen, die sie in einem gelben Heft festhält. Ihre Andersartigkeit verändert auch seine Wahrnehmung. Beim täglichen Schwimmen in der Elbe lässt B. sich und ihre Gedanken vom Wasser tragen und erkennt in einem kritischen Moment:" Man darf nicht gegen die Strömung ankämpfen, man muss sich ihr ergeben." Ist ein "normales" Leben für sie wieder möglich, nachdem sie sich Simon geöffnet, seine Nähe und sogar seine Berührung zugelassen hat? – Kein leichter Jugendroman mit vielen Anspielungen auf philosophisches, gesellschaftskritisches und religiöses Gedankengut. Auch das Cover fordert nicht gerade zur Lektüre auf. Dennoch ist "Tage mit B." stilistisch, sprachlich und thematisch für größere Bestände sehr zu empfehlen, da es viele Gedanken und Ängste der jungen Generation widerspiegelt.
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Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Buch des Monats empfiehlt:

Simon verbringt eine Woche Urlaub mit seinem Vater, seiner jüngeren Schwester und Bernadette, genannt B., dem Patenkind seines Vaters, in der niedersächsischen Natur. Aus seiner Perspektive entsteht das Porträt eines faszinierenden und zugleich unnahbaren Mädchens. Zwischen Nähe und Distanz, Bewunderung und Irritation wächst in ihm der Wunsch, Teil ihrer Welt zu werden – während B. sich einer eindeutigen Annäherung immer wieder entzieht. Mit großer erzählerischer Präzision gestaltet Huppertz einen Roman über die Verunsicherungen der frühen Adoleszenz. Atmosphärische Naturbeobachtungen, kindliche Unbeschwertheit und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens verdichten sich zu einer spannungsreichen Sommergeschichte von bemerkenswerter psychologischer Tiefe.

Artikelbeschreibung

Ein Sommer, der bleibt

Simon kennt sie kaum, die mysteriös wirkende Patentochter seines Vaters, die mit in den Familienurlaub an der Elbe kommt. Die fünfzehnjährige B. gilt als "schwierig". Sie trägt einen langen Mantel in der sommerlichen Hitze, liest Bücher, deren intellektuelle Tiefe ihn maßlos überfordern, schläft auf dem Fußboden und verweigert fast gänzlich Nahrung. Je mehr er über sie erfährt, ihre Kompromisslosigkeit und Stärke kennenlernt, desto faszinierter ist er von der ihm unverständlichen jungen Frau.

In der spätsommerlichen Flusslandschaft entsteht zwischen Simon und B. eine intensive, eigentümliche Verbindung. Er fühlt sich von ihr gesehen und zugleich zurückgestoßen und hofft auf die Augenblicke, in denen er in B.s Welt eingelassen wird. Doch auch wenn eine Katastrophe ihr Zusammensein abrupt beendet, bleiben die Spuren dieses Sommers unauslöschlich in Simons und B.s Erinnerung.

Die Jury der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur empfiehlt »Tage mit B.« von Nikola Huppertz als Jugendbuch des Monats Juli 2026.

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Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Anschrift: Neumarkter Straße 28
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Personeninformation

Nikola Huppertz, geboren 1976 in Mönchengladbach, studierte Violine und Psychologie. 2007 gewann sie mit dem Manuskript ihres Debütromans "Karla, Sengül und das Fenster zur Welt" den Literaturwettbewerb der Bonner Buchmesse Migration. Seitdem hat sie mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher, Lyrik und Kurzprosa für Erwachsene sowie Geschichten für den Rundfunk veröffentlicht. 2021 beauftragte die Deutsche Oper am Rhein sie mit dem Libretto für eine Kinderoper, die im selben Jahr uraufgeführt wurde. Ihre Arbeiten wurden in bislang 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Evangelischen Buchpreis, einer Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis und mit einem Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Sie lebt in Hannover und zur Zeit auch als Stipendiatin im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg.

Pressestimmen

»poetische[s] Porträt einer ungewöhnlichen jungen Frau, einer ungewöhnlichen Freundschaft. Ohne zu bewerten, präzise und radikal offen hinterlässt dieser Sommerroman Spuren« Süddeutsche Zeitung über »Tage mit B.«
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