Die Herren von Löweneck

Dienstmannen der frühen Wittelsbacher
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Bayern im Buch-Rezension
Ein aufschlussreiches Kapitel der frühen Geschichte der Wittelsbacher in Bayern.
Prof. Dr. Alois Schmid, Professor für bayerische Landesgeschichte, zuletzt an der LMU München, greift gerne Lücken in der bayerischen Hoch-Mittelalter-Forschung auf, was verdienstvoll und bei einem nach wie vor engagierten Historiker nachvollziehbar ist. Aktuell hat er die Epoche im Visier, in der um 1200 die Wittelsbacher begannen, das Herzogtum Bayern als ihr Herrschaftsgebiet zu festigen, was ohne die Dienste des lokalen Adels, wie zum Beispiel dem Rittergeschlecht der Herren von Löweneck, nicht zum Erfolg geführt hätte. Sie hatten ihre Burg und ihr Einflussgebiet im unteren Naabtal nördlich von Regensburg, doch wegen der sehr dürftigen Quellenlage haben sie bisher in der Fachwelt kaum Beachtung gefunden. Prof. Schmid fand in Klosterakten der Region und vor Ort durch Recherchen zu den Resten ihrer Burg viele neue Hinweise zur Rolle der Herren von Löweneck. Wittelsbacher Herrschaft hieß offenbar auch, dass sich die Herzöge ihrer adeligen Ministerialen entledigten, sobald sie als mögliche Rivalen gefährlich oder nicht mehr von Nutzen waren. Der Burgstall, wie solche oft unzugänglich im Wald verborgenen Ruinenreste in der Fachsprache heißen, zeugt von einem lang zurück liegenden Konflikt. Das ist eines der interessantesten Kapitel der kleinen Studie, die noch lesenswerter wäre, wenn die Fachsprache nicht derart dominieren würde. Schade!
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Artikelbeschreibung

Als die Wittelsbacher im Jahre 1180 die Herrschaft im Herzogtum Bayern übernahmen, fußte ihr Landesregiment zunächst auf wenig stabilen Grundlagen. Es war lange gefährdet. Das entscheidende Hilfsmittel zur Sicherung war die durchsetzungsfähige Ministerialität. Eine der als Dienstmannen herangezogenen Familien waren die Herren von Löweneck im unteren Naabtal vor den Toren der besonders umkämpften Reichsstadt Regensburg zwischen etwa 1270 und 1320. Gerade an diesem Beispiel wird der machtbewusste Einsatz des Herrschaftsinstruments in Deutlichkeit sichtbar. Nach Auseinandersetzungen mit König Ludwig IV., dem Bayern, werden die Löwenecker völlig verdrängt. Geblieben sind lediglich die unscheinbaren Überreste des 1316 zerstörten Burgstalls bei Penk (Landkreis Regensburg).Das Buch widmet sich einem der Schlüsselvorgänge der frühen Geschichte der Wittelsbacher in Bayern. Der Einsatz und die Niederringung der lokal bedeutsamen Herren von Löweneck stellen einen bezeichnenden Baustein bei der Ausbildung ihrer Landesherrschaft dar.

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Personeninformation

Prof. Dr. Alois Schmid, geboren 1945, war Professor für bayerische Landesgeschichte an den Universitäten Eichstätt-Ingolstadt, Erlangen-Nürnberg und an der LMU München (1998 - 2010) und von 1999 bis 2013 Erster Vorsitzender der Kommission für bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften München; zahlreiche Veröffentlichungen zur politischen und Kulturgeschichte Bayerns in Mittelalter und Früher Neuzeit.
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