Die Wortlosen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die Geschichte von Moon und ihrem Bruder Ulli, der im Alter von 11 Jahren in der Isar ertrinkt.
Der elfjährige Ulli ertrinkt in der Isar – alles deutet auf Suizid hin. Der Verlust reißt eine tiefe Wunde in das Leben der Familie. Die Mutter schwankt zwischen Momenten der Lebensfreude und dunkler Selbstzerstörung, der Vater stürzt sich in die Arbeit, um dem Schmerz zu entkommen. Die Schwester Moon wird von der Erinnerung an ihren verlorenen Bruder verfolgt. Schuldzuweisungen vergiften das Familienleben. In der Hoffnung, dem allgegenwärtigen Schatten Ullis zu entfliehen, zieht die Familie vom Isarufer an den Stadtrand. Moon freundet sich mit Tessa an, die im Nachbarhaus wohnt. Tessa wird für sie eine emotionale Stütze – und ein Spiegel ihrer inneren Zerrissenheit. Sie hilft Moon, sich der Vergangenheit zu stellen, und versucht, sie aus ihrer düsteren Obsession zu lösen: Moon hält den Tod in ihren Fotografien fest – von toten Krähen bis hin zu anderen morbiden Motiven. Eines Tages stößt Moon auf einen Text von Ulli in Blindenschrift. Mühsam entschlüsselt sie den Braille-Text. Doch was sie darin liest, fügt sich mit anderen verschwommenen Kindheitserinnerungen zu einer schrecklichen Wahrheit zusammen, über die nie gesprochen wurde. – Die Autorin ist katholisch-feministische Theologin, Judaistin und Dozentin im von ihr mitbegründeten Münchner Lehrhaus der Religionen. In ihrem intensiven Debütroman geht es um die tiefgreifenden Auswirkungen eines familiären Traumas sowie Missbrauch im Kindesalter und die inneren Kämpfe der Betroffenen. Der Roman zeichnet ein eindringliches Bild von Trauer, Verdrängung und der Suche nach Wahrheit inmitten von familiären Geheimnissen und zeigt eindrucksvoll, wie tiefgreifend der Verlust eines geliebten Menschen das Leben und die Psyche beeinflussen kann. Die Autorin zeichnet ihre Figuren hautnah, aber der Wechsel zwischen Zeit- und Handlungsebenen sowie ein fragmentarischer Handlungsaufbau erschweren ein wenig die Lektüre. Empfohlen für Leserinnen und Leser, die auch ein emotional belastendes Thema verkraften können.
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Artikelbeschreibung

Moons Bruder Ulli ist elf Jahre alt, als er in der Isar ertrinkt. Nur die Schuhe hat er ausgezogen, bevor er ins Wasser sprang.Jahre später fotografiert Moon wie besessen den Tod: Krähen, denen die Ameisen durchs Gefieder wimmeln, ein angefahrenes Kitz an der Böschung. Doch den verlorenen Bruder bekommt sie dadurch nicht zu fassen - ebenso wenig wie die Mutter, die zwischen der Leichtigkeit des Seins und dunkler Selbstzerstörung schwankt. Der Vater arbeitet, was auch sonst. Und dazu das ewige Mitleid in den Augen der anderen.Die Erinnerung an Ulli treibt Moon voran - und langsam in den Wahnsinn. Weshalb tauchen immer mehr Menschen, Räume, Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit auf, die es so nie gegeben hat? Was ist Einbildung, was real? Etwas hat sich in ihr Gedächtnis gebrannt, das sie dort auf keinen Fall haben will. Doch das seltsame grüne Gefühl, das sich immer zusammen mit Ulli in ihren Kopf schleicht, lässt ihr keine Ruhe ...

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Personeninformation

Marion Haass-Pennings ist katholisch-feministische Theologin und Judaistin. Nach Studienaufenthalten in den Niederlanden und Israel sowie einem Zusatzstudium in "Child Protection/Against Child Abuse" arbeitete sie in der Seelsorge und als freie Mitarbeiterin des Bayerischen Rundfunks. Neben dem Schreiben ist sie aktuell als Gymnasiallehrerin und in der Krisenintervention tätig, setzt sich bei "All Inc!" für LGBTIQ+freundliche Schulen und Universitäten ein und ist Dozentin im von ihr mitbegründeten Münchner Lehrhaus der Religionen. Texte von ihr erschienen in Anthologien, darunter im Spiegel-Bestseller "Weil Gott es so will" (Herder).

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