Ungehört - die Geschichte der Frauen

Flucht, Vertreibung, Integration
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Buchprofile - Rezension
Notwendige Würdigung fast vergessener Lebensleistungen der Frauengeneration der Nachkriegszeit.
Die Leistung und den auf Zukunft ausgerichteten Einsatz der Frauen in der Kriegs- und Nachkriegszeit allgemein bewusst zu machen, ist die Intention dieses Buches, das die Zielsetzung der 2023/2024 gezeigten gleichnamigen Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens München aufgreift und vertieft. Neben einer informierenden Einleitung, die einen Überblick über das Thema bietet, konkretisieren und veranschaulichen die Lebensgeschichten von sechs Zeitzeuginnen, die aus verschiedenen ehemaligen deutschen Gebieten (Mähren, Oberschlesien, Donauschwaben, Pommern, Ostpreußen) stammen und als Kinder mit ihren Müttern, Geschwistern und Verwandten Vertreibung, Flucht und das Ankommen in einem fremden Land sowie die allmähliche Integration in ihre neue Heimat erlebten. Dass für diese Frauen, deren eigenes Erinnern an die "verlorene" Heimat und das "Abenteuer" Flucht oft auf wiederholten Erzählungen älterer Betroffener beruht, der zentrale Punkt in der Nachkriegszeit mit Konzentration auf den Neubeginn in einer fremden Umgebung und unter gänzlich anderen Voraussetzungen liegt, ist realistisch und verständlich. Gerade diese persönlichen Aussagen gewähren einen tiefen Einblick in die damalige Lebenswelt von Frauen, die sich in fast allen Bereichen nachhaltig veränderte. Im letzten Teil der Publikation werden verschiedene Themenfelder erarbeitet und durchleuchtet, die vor allem das große Engagement vertriebener Frauen u.a. in Vereinen, in Politik, Wirtschaft und Kultur, in kirchlichen wie sozialen Gruppierungen zeigen, aber auch auf die Aufweichung typischer Geschlechterrollen im privaten und öffentlichen Bereich eingehen. – Interessant! Empfehlenswert für große Bestände!
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Artikelbeschreibung

Ob bei der Flucht vor Kriegsende oder wahrend der erzwungenen Vertreibung - das Verlassen der Heimat war keine geplante Ausreise. Es waren vor allem Frauen, die sich auf den Weg machen mussten. Mütter und Großmütter, Schwestern und Tanten - zusammen mit Kindern und Alten begaben sie sich auf die Reise ins Ungewisse. Sie mussten - haufig in großer Eile - alle wichtigen Habseligkeiten zusammenpacken, die Fluchtroute planen und all ihre Krafte darauf verwenden, Nahrung für die Familie zu organisieren und sich selbst und dieTochter vor sexuellen Ubergriffen zu schützen.Am Ende des beschwerlichen Wegs stand das Leben in rundum beengten Verhaltnissen. Der Alltag musste neu organisiert, Konflikte bei der Einquartierung gelost, Verwandte ausfindig gemacht und Lebensmittel beschafft werden. Viele Manner waren gefallen oder noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt und die Hauptverantwortung lastete weiterhin auf den Schultern der Frauen. Zum schmerzlichen Heimatverlust und dem Ringen um ein neues Zuhause kamen u.a. die Benachteiligungen auf dem Arbeits- wie auf dem umkampften Heiratsmarkt.Die Publikation beleuchtet die Zeit des ausgehenden Weltkriegs, über die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre bis in die 1950er und 1960er Jahre.

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Personeninformation

Dr. Lilia Antipow ist Leiterin des Sachgebiets Öffentlichkeits-, Medien- und Pressearbeit sowie der Bibliothek im Haus des Deutschen Ostens (HDO) München. Patricia Erkenberg studierte Kulturwirtschaft und Osteuropastudien an den Universitäten Passau und Regensburg. Seit 2013 ist sie Mitarbeiterin im Bereich Kultur- und Bildungsarbeit beim Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München. Prof. Dr. Andreas Otto Weber ist Direktor des Hauses des Deutschen Ostens (HDO) beim Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und lehrt an der Universität Erlangen-Nürnberg Bayerische und Fränkische Landesgeschichte, Mittelalterliche und Neuere Geschichte.

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