Nicht nur schön ...

Band 8
Die Lebensgeschichten der Damen aus der Schönheitengalerie König Ludwigs I.
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Bayern im Buch-Rezension
Biografien zu den 38 in der heute im Schloss Nymphenburg zu bewundernden Schönheitengalerie porträtierten Damen.
Das berühmteste Porträt dieser "Sammlung schöner Köpfe", die König Ludwig I. von seinem Hofmaler Joseph Stieler anfertigen ließ, ist natürlich des Königs Mätresse Lola Montez. 23 Jahre lang, von 1837 bis 1850 war Stieler im Auftrag Ludwigs I. u.a. damit beschäftigt, 38 Frauen aller Stände, die das "Ideal der Schönheit" verkörperten, mit virtuoser Detailverliebtheit auf die Leinwand zu bannen. Eine Zumutung für konservative Kreise, da nicht nur adeligen Damen, sondern auch bürgerlichen Frauen diese Ehre zuteil wurde, wie beispielsweise der Schustertochter Helene Sedlmayer aus Trostberg, deren anmutiges Antlitz bis heute als weibliches Ideal der Biedermeierzeit gilt. Doch nicht nur den Biografien dieser beiden Repräsentantinnen ihrer Zeit hat die Autorin in diesem Sammelband nachgespürt, sondern sie hat mit staunenswerter Akribie in Archiven und Bibliotheken auch das Leben und Wirken der anderen 36 "ehrbaren Frauenzimmer" recherchiert. Erfreulich ausführliche Lebensbeschreibungen der porträtierten Schauspielerinnen und Tänzerinnen am Münchner Hoftheater und zahlreicher Prinzessinnen aus heimischen und europäischen Fürsten- und Königshäusern, aber auch exzentrischer Künstlerinnen und Weltenbummlerinnen sind ebenso darunter wie Biografien hübscher Gattinnen und Töchter bayerischer Hofbeamter. In erster Linie freilich wünschte sich Ludwig für sein "gemaltes Serail", wie Heinrich Heine spottete, Porträts der von ihm angehimmelten Damen (wie der Griechin Katharina Rosa Botzaris) oder seiner zahlreichen Geliebten (wie der Italienerin Marianna Marchesa Florenzi, die ein Kind von ihm empfing). Mit manchen liebgewordenen, aber historisch nicht nachweisbaren Anekdoten räumt die Autorin hier gleichermaßen auf, wie sie viele neue biografische Erkenntnisse über Ludwigs Damenflor einfließen lässt. Dass die 38 Gemälde der so erfreulich ausführlich beschriebenen Biografien der Damen nur in Schwarz-Weiß-Abbildungen wiedergegeben sind, ist allerdings sehr schade.
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Artikelbeschreibung

Eine der bekanntesten Schöpfungen König Ludwigs I. von Bayern ist die Schönheitengalerie in Schloss Nymphenburg, gemalt von Joseph Stieler und ergänzt durch Friedrich Dürck. Im Laufe von gut 30 Jahren kamen 38 Porträts zusammen, die die Frauenschönheit an sich, als ästhetisches und sittliches Ideal verewigen sollten. Das Neue, Unbekannte an der Idee war, dass die Darzustellenden nicht nach Rang und Abstammung ausgewählt wurden, sondern allein aufgrund ihrer Schönheit - ungeachtet ihrer sozialen Herkunft. Die Gemälde zeigen königliche Prinzessinnen neben Handwerkertöchtern, Schauspielerinnen neben Hofdamen, Töchter von Hofbediensteten und hohen Beamten, Deutsche, Österreicherinnen, Italienerinnen, Engländerinnen, eine Griechin und eine vermeintliche Spanierin. Die Porträts wurden millionenfach als Ansichtskarten reproduziert, finden sich auf Porzellantässchen oder Kettenkarussells. Doch die Lebensgeschichten der dargestellten Frauen sind - mit wenigen Ausnahmen - kaum bekannt. In welcher Form war deren Leben mit der Vita des Königs verknüpft? Was ist aus ihnen geworden? Diesen und vielen weiteren Fragen ist die Historikerin Cornelia Oelwein nachgegangen und konnte dabei unerwartete Entdeckungen machen. Illustriert werden die 38 Biografien durch historische Abbildungen aus einem Album aus dem Jahr 1862.

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Personeninformation

Oelwein, CorneliaDr. Cornelia Oelwein, geboren und aufgewachsen in München, studierte an der LMU München Geschichte mit Schwerpunkt bayerische Landesgeschichte. Neben ihrer langjährigen Tätigkeit für die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie für die Messerschmitt Stiftung München verfasste sie als freie Autorin rund 30 Bücher sowie zahlreiche Zeitschriftenbeiträge und Rundfunksendungen. Eines ihrer Spezialgebiete ist die Zeit König Ludwigs I. von Bayern.
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