Fuchsrot und Feldgrau

Roman
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Bayern im Buch-Rezension
Eindrucksvoller Anti-Kriegs-Roman nach den Erlebnissen eines bayerischen Oberleutnants im II. Weltkrieg.
Der Autor hat für diesen Roman wahre Begebenheiten, die der Cousin seines Vaters erlebte und nach dem Krieg auch niederschrieb, aufgegriffen und diese durch umfangreiche Hintergrund-Recherchen und fiktionale Elemente zu einer eindrucksvollen literarischen Erzählung gestaltet. Franz Lawaczek war in Pöcking am Starnberger See aufgewachsen, hatte dann an der TU in München studiert und war schließlich im Krieg als Oberleutnant der Tölzer Spielhahnjäger-Division beim Russlandfeldzug der Wehrmacht im Einsatz. Der Roman setzt ein Ende August 1944, als die Spielhahnjäger auf ihrem Rückzug vor der Roten Armee bereits bis Rumänien zurückgedrängt sind und Franz mit einem Granatsplitter im Bein im Lazarett liegt. Eines Morgens muss er feststellen, dass die Ärzte und Offiziere bereits vor der anrückenden Roten Armee geflohen sind und die Verwundeten einfach alleine zurückgelassen haben. Zusammen mit einem jungen Leutnant aus Stuttgart macht Franz sich an die fast unlösbar erscheinende Aufgabe, eine Evakuierung des gesamten Lazaretts zu organisieren. Sie entdecken im Bahnhof von Galatz einen bereist vollbesetzten Lazarett-Zug - dem allerdings die Lokomotive fehlt. Durch viel Glück und Geschick gelingt es ihnen schließlich, vier Lokomotiven und weitere Waggons zu organisieren und zu einem Verletzten-Transportzug zusammenzustellen, der sie alle zurück nach Deutschland bringen soll. Was am Ende unter vielen Mühen, Entbehrungen und schmerzlichen Verlusten auch gelingt, stets bedroht von den Kampfhandlungen der in unmittelbarer Nähe verlaufenden Front und unvorhersehbaren Luftangriffen. Eingeschoben in diese Flucht-Geschichte sind immer wieder die Erinnerungen des Oberleutnants, teils an die schmerzlich vermisste Vorkriegs-Zeit in der bayerischen Heimat, zum größeren Teil aber an die schrecklichen Erlebnisse beim Russlandfeldzug, und - in kursiver Schrift - die Erlebnisse des russisch-jüdischen Halbwüchsigen Walodja. Am Ende des Romans wird klar, was sich bereits immer deutlicher abzeichnete: dass es in Russland zu einer schicksalhaften Begegnung von Franz und Walodja kam, als Franz zusammen mit einem Wehrmachtskameraden bei einer während einer Kampfpause durchgeführten Fuchsjagd zufällig auf eine Massenerschießung jüdischer Zivilisten durch die SS stoßen musste... Ein eindrucksvoller Anti-Kriegs-Roman, der obendrein aber durch die vielfältigen Bezüge zur bayerischen Heimat des Haupt-Protagonisten auch zu vermitteln versteht, wie sehr der Weltkrieg auch Bayerns Geschichte mitgeprägt hat, und zwar nicht allein durch die Ereignisse vor Ort, sondern auch durch die Erlebnisse bayerischer Soldaten in der Ferne; und nicht zuletzt auch durch die vielen fern der Heimat gefallenen Soldaten - als Franz nach Pöcking zurückkehrt, ist keiner seiner ehemaligen Jugendfreunde mehr am Leben. Dass umgekehrt jeder Soldat auch durch seine Heimat geprägt war, die er meist ja unfreiwillig verlassen musste, kommt in den sehnsuchtsvollen Erinnerungen der Soldaten ebenfalls gut zum Ausdruck, sinnbildhaft greifbar im Abbild der Altöttinger Madonna, das einer der Eisenbahner immer in der Lokomotive anbringt. Der Roman verdankt sich einer unglaublichen Recherchearbeit des Autors; insgesamt ist es ein sehr spannender Text, den man fasziniert verfolgt.
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Artikelbeschreibung

23. August 1944: Das Lazarett im Donauhafen des ostrumänischen Galatz, unweit des Schwarzen Meeres, ist über Nacht von Ärzten und Sanitätsstäben aufgegeben worden. In den Baracken liegen mehr als 1.300 verwundete deutsche Soldaten. Die Rote Armee steht vor den Toren der Stadt.Zu den wenigen Zurückgelassenen, die sich aus eigener Kraft auf den Beinen halten können, gehört ein Oberleutnant der 97. Spielhahnjäger-Division aus Bad Tölz, der sich mit einer Handvoll Helfern in eine verzweifelte Rettungsaktion stürzt. Per Zug evakuieren sie das Lazarett. Doch vor den Fliehenden liegt eine Reise ins Ungewisse entlang der zusammenbrechenden Front, durch ein anarchisches Land.Während der Zug von russischen Truppen gejagt wird, kämpft jenseits der Kaukasusfront der junge Jude Walodja auf sich allein gestellt ums Überleben. Sein Schicksal und das des bayerischen Oberleutnants sind durch eine Fuchsjagd verbunden ...Eine Erzählung nach wahren Begebenheiten: Vor einigen Jahren entdeckte Axel Lawaczeck auf dem Dachboden des Enzianhofs bei Starnberg das Kriegstagebuch eines seiner Vorfahren. Entstanden ist daraus ein akribisch recherchierter, packend erzählter Roman, der ein vergessenes Stück Geschichte einfängt.

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